Dienstag, 27. Juni 2017

Das neue Klartraum-Ferienprogramm

Hast du dir vorgenommen, in den Ferien das Klarträumen zu lernen? Die Ferien eignen sich super dafür. Ausschlafen, träumen, Zeit haben - optimale Voraussetzungen!


Dieses Programm kombiniert die bekanntesten und erprobtesten Klartraumtechniken.
Der 'Arbeits'-Aufwand hält sich in Grenzen und natürlich kannst du deine Ferien wie gewohnt genießen. Askese ist nicht notwendig. Viele Techniken lassen sich auch nach einer langen Party durchführen, sie verschieben sich zeitlich eben etwas nach hinten.
Nur von Trees solltest du für die Übungsdauer die Finger lassen.

Das Traumtagebuch

Auf jeden Fall solltest du mit einem Traumtagebuch beginnen. Das Schreiben eines Traumtagebuchs verbessert deine Traumerinnerung. Andererseits lernst du dadurch deine Träume besser kennen, so dass du allen durch das Aufschreiben der Träume bewusster wirst. In Zeiten, in denen du ausschlafen kannst, hast du meistens auch eine gute Traumerinnerung. Schon nach kurzer Zeit wird sich das Traumbuch schnell füllen.
Ich verwende dazu gerne einen Collegeblock, kariert in DIN-A-4. Wenn er voll ist, hefte ich die Träume in einen Ordner ab. Das finde ich praktischer als kleine gebundene Notizbücher. Aber das kannst du machen, wie du möchtest.
Das Führen des Traumtagebuchs nimmt jeden Tag etwa zehn bis zwanzig Minuten in Anspruch.
Wenn du das Aufschreiben der Träume noch ein wenig beschleunigen möchtest, kannst du zusätzlich eine Kurzschrift erlernen. Wenn du jeden Tag etwa zehn bis zwanzig Minuten Schnellschreiben übst, wirst du über die Ferien ziemliche Fortschritte machen. Kurzschrift zu beherrschen macht auch viel Eindruck bei Kollegen und Vorgesetzten und schützt andererseits deine Aufzeichnungen vor allzu neugierigen Blicken.

Das WBTB

Die Wake-Back-To-Bed-Methode ist eine sehr effektive Klartraum-Hilfstechnik. Wenn du schlafen gehst, stelle dir deinen Wecker etwa vier bis sechs Stunden später. Ich finde etwa fünf Stunden für mich am besten. Dann bleibe mindestens eine halbe Stunde wach und lege dich dann noch einmal hin und schlafe aus. Durch diese kurze wache Phase in der Nacht werden deine Träume in der zweiten Nachthälfte noch intensiver und bewusster.
Beim zweiten Einschlafen kannst du auch weitere Klartraumtechniken anwenden. Mit ein wenig Übung gelingt es einem, bewusst in einen Traum einzusteigen (WILD).
Als sehr vielversprechend hat sich die Technik SSILD herausgestellt. In den Klarträumer-Communities berichten viele Nutzer von sehr guten Erfolgen. Im englischen Lucid-Dreaming-Subreddit hat sich die FILD / HILD-Technik zu einem Geheimtipp entwickelt.


Die Zeit nach dem ersten Aufwachen und zwischen dem zweiten Einschlafen kannst du nutzen wie du möchtest. Du kannst z.B. mit den Eltern frühstücken oder Traumtagebuch führen, ein Klartraumbuch lesen oder ein paar Ego-Spiele zocken. Wenn du die Möglichkeit hast, dann kannst du auch ein paar VR-Games spielen. Das bereitet dich optimal auf den kommenden Klartraum vor.

Visualisierung

Visualisieren bedeutet, mit geschlossenen Augen innere Bilder zu erzeugen. Das verbessert die Traumerinnerung und die hypnagogen Bilder beim Einschlafen, besonders an Tagen, an denen man diese Fähigkeit stark trainiert hat. Bereits zehn Minuten tägliches Üben bewirken schon einen Unterschied. Gerade in der Wachphase oder der Einschlafphase während des WBTB ist das Visualisieren sehr hilfreich.

Kritisches Bewusstsein / Reality Checks

Das ist die bekannteste Klartraumtechnik. Dadurch, dass du dein Bewusstsein tagsüber trainierst, verbesserst du auch dein Bewusstsein im Traum und erkennst dadurch den Traum. Der Trick besteht darin, dass du dich jeden Tag 15 bis 20 Mal fragst, ob du gerade träumen könntest. Wichtig ist, dass du auch gründlich darüber nachdenkst, ob das alles ein Traum sein könnte. Wenn es einer wäre, woran könntest du es erkennen? Überlege einfach vielleicht 30 Sekunden lang.
Dann kannst du einen Reality Check durchführen. Die sogenannten RCs sind einfache Tests, die dir sehr zuverlässig sagen, ob du träumst.
Wenn du deine Nase zuhältst und versuchst zu atmen, dann kann das nur im Traum klappen. Ich bevorzuge den Finger-RC: Ich zähle meine Finger. Im Wachleben habe ich natürlich 5. Im Traum habe ich meistens 7 oder es wachsen immer welche nach, bis ich bei 10 oder 15 einfach aufhöre zu zählen, weil ich dann sicher weiß, dass ich gerade träume.
Du kannst auch eine App nutzen, die dich mit den Reality Checks unterstützt. Eine bekannte App ist z.B. Awoken. Wenn du im Appstore oder bei Google Play mal 'Lucid Dreaming' eingibst, bekommst du sehr viele Apps angeboten.

Fähigkeiten üben

Hast du schon seit längerem vor, irgend etwas zu lernen. Z.B. Slacklinen, Jonglieren, bestimmte Tricks mit dem Skateboard, Kalligraphie, ein neues Klavierstück oder was auch immer? Jetzt ist die optimale Gelegenheit.
Wenn du etwas intensiv übst, z.B. einen Kickflip, wirst du in der Nacht darauf längere und intensivere REM-Phasen haben. Das erhöht die Chance auf einen Klartraum immens.
Wenn du nach dem Üben einen Klartraum hast, kannst du im Traum weiterüben und deine Fähigkeit noch weiter verbessern. Die Fähigkeit, bestimmte Sportarten und Fähigkeiten im Klartraum zu trainieren wird seit längerem wissenschaftlich erforscht.

Experimente mit Hypnose und Binaural Beats

Bei Youtube findest du viele Klartraum-Hypnose-Dateien (meistens auf Englisch, aber auch einige auf Deutsch) und Binaural Beats. Binaural Beats sind bestimmte Klänge, die das Gehirn in einen anderen Zustand bringen sollen. Dass Hypnose beim Klarträumen hilfreich ist, ist wissenschaftlich belegt. Leider gibt es für die einzelnen Hypnosevideos und Binaural-Beats-Videos kaum Erfahrungsberichte. Wenn du Lust hast und neugierig bist, dann probiere doch einfach eines aus und berichte von deinen Erfahrungen, z.B. im Klartaumforum.de.




Wenn du diese Schritte und Übungen jeden Tag durchführst, wirst du bereits nach kurzer Zeit bemerkenswerte Fortschritte machen. Ich würde mich freuen, wenn du mir eure Erfahrungen mit dem Übungsprogramm in die Kommentare schreibt.

Siehe auch:

Montag, 26. Juni 2017

Meditation der Woche - 6


Das Konzept der Meditation der Woche:

Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 6:

An der Schwelle zum Schlaf, wenn der Schlaf noch nicht da ist, die Tageswachheit aber schon schwindet - an dieser Schwelle wird das Sein offenbart.




Jeden Morgen und jeden Abend, wenn man entweder vom Schlaf ins Wachbewusstsein oder vom Wachbewusstsein in den Schlaf wechselt, gibt es diesen Moment. Das Ziel dieser Meditation ist es, beim Einschlafen einen Grad von Bewusstheit aufrecht zu halten.
Von der Art her ähnelt sie den klassischen WILD-Techniken, jedoch ist hier nicht primär das Ziel, einen luziden Traum zu bekommen, sondern einfach den Moment zu erleben.




Diese Meditation stammt aus dem indischen Vigyan Bhairav Tantra. Sie wird sehr ausführlich im Buch Das Mysterium der Liebe von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche
Die Welt des Tantra kostenlos (englisch)

Freitag, 23. Juni 2017

Klartraum-Plausch - KTP V: Kannst du dich an eine Peinlichkeit im Klartraum erinnern?

Ich freue mich, zur fünften Ausgabe des Klartraum-Plauschs von Traumlektuere.com wieder mit dabei zu sein. Es geht diesmal um die Frage:

Kannst du dich an eine Peinlichkeit im Klartraum erinnern?

Diese Frage kann man unterschiedlich auffassen. Gibt es etwas, was ich im Klartraum gemacht habe, und was mir noch im Klartraum peinlich war?
Ich kann mich an keinen Klartraum erinnern, in dem ich mich beschämt (im Sinne des Englischen embarassed) gefühlt hätte.
Peinlich im Sinne von awkward war der Traum, in dem mich eine Traumgestalt ohne mir ersichtlichen Grund angegriffen hat. Aus irgend einem Grund hatte er (es war ein Mann um die Zwanzig) eine riesige Wut auf mich. Ich entschloss mich zu einem Experiment, was wohl passieren mag, wenn ich es zulasse, dass er mir eine reinhaut. Ich ließ also zu, dass er mit geballten Fäusten auf mich zustürmte um mich zu schlagen. Daraufhin geschah etwas sehr merkwürdiges. Der Traum übernahm irgendwie die Kontrolle und ich bewegte mich, ohne es zu wollen oder mich bewusst dafür zu entscheiden. Wie ein Aikidoka lenkte ich seinen Ansturm um, alles geschah in einer unglaublichen Geschwindigkeit. Am Ende saßen wir beide auf dem Boden, seine Wut war verraucht.
Die Situation war trotzdem awkward.


Besonders Situationen, in denen ich nicht zu 100% klar und luzide war, klingen beim Erzählen peinlich und lustig.
Ich ärgere mich über eine Entscheidung, die ich in einem Klartraum getroffen habe. Links von mir stand mein früherer Chef, der mir anbot, an einer Expedition mit einem U-Boot nach Atlantis teilzunehmen. Rechts von mir stand eine junge Dame.
Manchmal frage ich mich, wie der Traum wohl geendet wäre, wenn ich mich anders entschieden hätte.

Siehe auch:

Alle Beiträge zum Klartraum-Plausch

Montag, 19. Juni 2017

Meditation der Woche - 5



Das Konzept der Meditation der Woche:

Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 5:

Werde, wenn du isst oder trinkst, zum Geschmack der Speise oder des Tranks, und sei erfüllt.




Gerade in den alltäglichen Dingen liegt ein riesiges Potenzial für Bewusstheit und Transformation - Als Klarträumer bringt man Bewusstheit in den Schlaf und ist sich beim Träumen darüber bewusst, dass man träumt. Analog dazu könnte man diese Meditation Klaressen nennen. Ich bin mir beim Essen bewusst, dass ich esse.
Man isst langsam und bewusst und nimmt den Geschmack ganz bewusst wahr. So wird das Essen zur Meditation. Wenn man diese Geschmacksempfindung ganz zulässt, dann kann es vorkommen, dass man sich selbst darüber vergisst und selbst zum Schmecken oder zum Geschmack wird.




Diese Meditation stammt aus dem indischen Vigyan Bhairav Tantra. Sie wird sehr ausführlich im Buch Das Mysterium der Liebe von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche
Die Welt des Tantra kostenlos (englisch)

Montag, 12. Juni 2017

Meditation der Woche - 4


Das Konzept der Meditation der Woche:

Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 4:

Schau dir wie zum ersten Mal einen wunderschönen Menschen oder einen gewöhnlichen Gegenstand an.


Diese Meditation ist besonders für Klarträumer interessant, da sie den präfrontalen Cortex aktiviert. Sie ist unglaublich einfach zu beschreiben: Gehe durch die Welt und stelle dir vor, dass du all das zum ersten Mal siehst (hörst, fühlst, riechst, schmeckst).




Diese Meditation stammt aus dem indischen Vigyan Bhairav Tantra. Sie wird sehr ausführlich im Buch Die Welt des Tantra von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche
Die Welt des Tantra kostenlos (englisch)

Montag, 5. Juni 2017

Meditation der Woche - 3

Das Konzept der Meditation der Woche:

Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 3:

Schau auf eine Schale, ohne auf ihre Seiten oder ihr Material zu sehen. Werde in wenigen Augenblicken bewusst.


In der Anleitung im indischen Originaltext steht 'Schale', aber es funktioniert mit jedem beliebigen Gegenstand: man blickt ihn an, ohne auf das Material oder die Seiten zu blicken.
Die auf den ersten Blick sehr kryptische Anleitung wird aber sofort vollkommen logisch, wenn man sie ausprobiert: Wenn man nicht auf das Material oder die Seiten blickt, richtet man seinen Blick automatisch auf die abstrakte Form. Man nimmt das Objekt als Ganzes wahr. Diesen Kniff hat man sehr schnell raus.




Diese Meditation stammt aus dem indischen Vigyan Bhairav Tantra. Sie wird sehr ausführlich im Buch Die Welt des Tantra von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche
Die Welt des Tantra kostenlos (englisch)