Dienstag, 19. Dezember 2017

RILD - Rehearsal Induced Lucid Dream

Der Youtuber Tipharot stellt in einem seiner Videos eine neue Technik vor, die er RILD nennt: Rehearsal Induced Lucid Dream, also durch Einstudieren / Wiederholen erzeugter Klartraum. Die Technik klingt vielversprechend. Auf den ersten Blick ist sie den Techniken VILD, MILD und Waking Fantasy Training sehr ähnlich, ich würde sagen, sie ist eine Mischung als allen dreien.

Durchführung:

Schließe die Augen und stelle dir vor, dass du an einem anderen Ort bist. Du kannst überall starten: in deinem Zimmer, auf dem Mars oder in Ägypten. Sieh dich im Geiste um und versuche dir die Situation möglichst genau vorzustellen. Richte deine Aufmerksamkeit auch auf alle anderen Sinne: Was hörst du? Was fühlst oder riechst du?
Gehe nun ein paar Schritte in Gedanken und wiederhole diesen Vorgang. Gehe eine kurze Route ab und kehre dann auf die gleiche Weise wieder zurück zum Anfang.
Wenn du wieder dort angelangt bist, kannst du die Augen öffnen.


Das ist ein Durchgang.


Diese 'Reise' wiederholt man tagsüber mehrmals im Geiste. Mit jeder Wiederholung wird die Vorstellung intensiver. Am Abend vor dem Einschlafen und eventuell während eines WBTB geht man die Reise ebenfalls wieder durch und nimmt sich vor, davon zu träumen und im Traum zu erkennen, dass man gerade träumt.

Gedanken

Ich hoffe, dass ich alles richtig verstanden und übersetzt habe. Wenn jemand einen Fehler bemerkt, dann bin ich über einen Kommentar sehr dankbar, das Video bette ich unten ein.
Ich bin sehr daran interessiert, welche Erfahrungen ihr mit dieser Technik macht.





Siehe auch:

Waking Fantasy Training
Breaking down the Wall
Anleitung für MILD - Mnemonic Induction of Lucid Dreams
Anleitung für VILD - Visualy incubated lucid dreams





Sonntag, 3. Dezember 2017

Blicktechniken im Klartraum


Paul Tholey hat einen sehr interessanten Aufsatz über die Wirkungen des Blicks während des Traums oder des Klartraums verfasst.

Hier geht es zum ganzen Text

Wenn man im Wachen mit dem Blick experimentiert, kann das schon sehr beeindruckende Wirkungen haben. Viele Meditationsformen nutzen genau diesen Effekt.
Eine sehr einfache Übung ist z.B. einen Gegenstand zu betrachten und sich dann vorzustellen, man würde durch diesen Gegenstand durchschauen. Das führt zu einer kleinen Änderung in der Stellung der Augen, die schon eine Wirkung hat.
Während des Traums durchgeführt, entfalten diese Blicktechniken sogar noch eine viel größere Wirkung. Tholey schreibt:

Die hierbei auftretenden Phänomene sprengen teilweise jegliche, von der Wachwahrnehmung geprägte, Vorstellungskraft, so daß man mit Fug und Recht von einem 'entfesselten Blick' sprechen kann.
Weiter unten schreibt er:

Wenn das erforderliche Maß an Übung erreicht ist, können im Klartraum Erlebnisformen verwirklicht werde, die von der Alltagsansicht her unvorstellbar oder gar undenkbar erscheinen
In diesem Aufsatz beschreibt Paul Tholey Blickvariationen, die man im Wachzustand sowie im Traumzustand üben kann. Besonders beeindruckt haben mich diese Blickvarianten:


Der weiche Blick



Der weiche Blick ist die Grundlage für viele weiterführende Blickvarianten. Am besten ist es, wenn man den weichen Blick im Wachen einübt, um ihn dann im Klartraum sofort abrufen zu können. 
Tholey schreibt außerdem, dass der weiche Blick in vielen Kulturen bekannt ist und dazu verwendet wird, um 'schöpferisches Denken, Gestalten und Handeln im Wachzustand positiv zu beeinflussen'. 

Der weiche Blick wird häufig bei Stereogrammbildern (z.B. das magische Auge) verwendet, um die verborgenen 3D-Bilder sichtbar zu machen. 
Hierfür bringt man  seine beiden Daumen in gleichem Abstand vor die Augen und fixiert mit dem Blick einen Bereich hinter den Daumen, so dass sich wie in den Bilder unten die doppelten Bilder überlagern.

Blicktechniken im Klartraum

Blicktechniken im luziden Traum
 Diese Blicktechnik kann auch als Stabilisierungstechnik verwendet werden.




Der magische Blick



Anders als  beim weichen Blick bezieht sich der magische Blick auf den Inhalt des Traumes und darauf, darauf Einfluss zu nehmen.
Allein durch die Absicht oder die Art, wie der Träumer Objekte oder Traumpersonen betrachtet, kann er Einfluss auf deren Eigenschaften und Verhalten nehmen. Betrachtet man eine feindselige Traumgestalt liebevoll, wird sie ihr Verhalten ändern und zugänglicher.
So kann der Träumer den Traum steuern


360°-Blick, Kugelblick und Tunnelblick



Der Träumer kann sein Gesichtsfeld immer weiter ausdehnen bis es den kompletten Raum einnimmt. Dieses Phänomen wird von verschiedenen Autoren beschrieben, unter anderem Werner Zurfluh und Robert Bruce. Ebenfalls wird es im Film „Waking Life“ erwähnt.

Eine Möglichkeit, diesen Blick zu erreichen, so schreibt Tholey, besteht darin, sich langsam nach hinten rotieren zu lassen und dabei zu versuchen, die Traumumgebung unten weiter im Blick zu behalten.


Der außerkörperliche Blick



Physikalisch funktioniert das Sehen so, dass Licht von außen auf die Netzhaut trifft. Man selbst nimmt den Blick häufig als eine Art Strahl wahr, der von den Augen zu den betrachteten Objekten trifft, ähnlich wie Cyclops von den X-Men. 
Mit diesem Bild kann man im Klartraum und während hypnagoger Phasen interessante Effekte hervorrufen, etwa einem hypnagogen Bild Stabilität geben. 
Oder man kann sein Ich auf diesem Blickstrahl 'reisen' lassen und sich zu jedem Ort, den man sehen kann, teleportieren.  Es ist sogar möglich, sein Ich mit dieser Methode in eine fremde Traumfigur zu versetzen. 

Der doppelte Blick

Es ist möglich, sich während des Klartraums zu teilen und von zwei Ich-Kernen aus die Traumumgebung zu beobachten. Die einfachste Methode ist, sich dies während des Traums zu suggerieren.
 


Der erleuchtete Blick

Dieser Blick ermöglicht es dem Träumenden, eine kosmische Erfahrung zu machen. Tholey beschreibt diesen Bewusstseinszustand mit einem Zitat des japanischen Philosophen Izutsu:
'An dieser Stelle verlieren alle Dinge ihre wesentliche Begrenzung. Und da fließen alle Dinge ineinander, einander widerspiegelnd und voneinander widergespiegelt in dem genzenlos ausgedehnten Feld des Nichts ... das Erfahren des Nichts (bedeutet) nicht etwa, daß das Bewußtsein unbesetzt und leer wird. Ganz im Gegenteil, das Bewußtsein 'ist' durch sich selbst in der unverdorbenen Reinheit, reines Licht oder einfache Erleuchtung, durch sich selbst erleuchtet und sich selbst erleuchtend. Es ist das SEHEN.'

Hierfür wechselt man vom Erleben zu einem passiven, hingebungsvollen Schauen und gelangt so in diesen Bewusstseinszustand, den man mit genügend Übung auch die ganze Nacht aufrecht halten kann. 

Siehe auch:



Freitag, 1. Dezember 2017

Australische Studie überprüft Wirksamkeit der Klartraumtechniken RCs, WBTB, MILD

In der Ausgabe 27 No. 3 des Magazins 'Dreaming' wurde eine Studie veröffentlicht, die die Wirksamkeit der Klartraumtechniken 'Reality Testing', 'WBTB' und 'MILD' vergleicht.
 
Die Studie wurde von Dr. Denholm Aspy von der University of Adelaide durchgeführt. Es wurden   drei Gruppen mit insgesamt 169 Teilnehmende verglichen. Jede dieser Gruppen führte zu Vergleichszwecken eine Woche lang Traumtagebuch. In der darauffolgenden Woche bekam jede Gruppe eine Methode zugewiesen:
  • Gruppe 1 machte täglich mindestens 10 Reality Checks
  • Gruppe 2 machte zusätzlich zu den Reality Checks noch ein WBTB, stand also nach 4-5 Stunden Schlaf für etwa eine halbe Stunde auf.
  • Gruppe 3 führte Reality Checks durch und wendete nach dem WBTB die MILD-Technik an.

Ergebnisse

Untersucht wurde, in wie vielen Nächten die Versuchspersonen einen Klartraum hatten. Als besonders effektiv erwies sich die Kombination der drei Techniken RC, WBTB und MILD. Die Versuchspersonen konnten ihre Klartraumquote von 9,4% auf 17.4% steigern. D.h. in Woche 2 war die Klartraumrate 84,5% höher als in Woche 1.  
In einer bislang noch nicht veröffentlichten Studie hat Dr. Aspy die SSILD-Technik untersucht. Die Klartraumquote konnte um 54% gesteigert werden. Damit ist die MILD+WBTB-Technik etwas wirksamer als SSILD.


In der Tabelle unten ist aufgeführt, in wie vielen Nächten ein Klartraum aufgezeichnet wurde.


Methode Woche 1 Woche 2 Verbesserung  p
Reality Testing 8,1 % 7,6 % -6,8 % 0,786
RT + WBTB 6,9 % 10,7 % 54,1 % 0,301
RT + WBTB + MILD 9,4 % 17,4 % 84,5 % 0,003
SSILD 9,5 % 14,7 % 54,1 % N.A.

Interessantes

Wenn die Probanden sich nach der ersten Nachthälfte an keinen Traum erinnern konnten, hatten sie danach bessere Erfolge mit der MILD-Technik nach dem WBTB.
Die Probanden fühlten sich am Tag nach einem Klartraum ausgeschlafener und bewerteten ihre Schlafqualität als etwas besser.
Obwohl 36% der Teilnehmenden bereits Erfahrungen im Klarträumen hatten, hatte dies keinen messbaren Effekt auf die Wirksamkeit der Klartraumtechniken. Anfänger und Erfahrene hatten gleich gute Erfolge.

Anmerkungen:

Die Studie war sehr gut designt. Im veröffentlichten Paper geht der Autor auf viele weitere Parameter ein, die die Effektivität der Klartraumtechniken beeinflussen.

Probanden:

Die Klartraumquote der Versuchsgruppe vor den Klartraumtechniken lag mit 8,1% vergleichsweise hoch. Das entspricht einer Klartraumquote von 2,4 klaren Nächten pro Monat.
Insgesamt 27% der Probanden hatten in Woche 1 mindestens einen Klartraum. War die Studie repräsentativ?

Reality Checks

Die Testgruppe, die nur Reality Checks durchführte konnte die Klartraumquote im Lauf der Studie nicht steigern. Der Autor räumt ein, dass der Zeitraum von einer Woche sehr kurz gewählt war und vermutet, dass ein längerer Untersuchungszeitraum bessere Erfolge bringen könnte.
Die Probanden führten durchschnittlich 10 Reality Checks pro Tag durch. Möglicherweise hätten mehr Reality Checks ebenfalls bessere Ergebnisse erzielt. Das könnte Gegenstand weiterer Untersuchungen sein.

MILD-Techniken in den Medien

Die MILD-Technik wird in vielen Zeitungsberichten über diese Studie falsch beschrieben. Ein wichtiger Punkt ist, dass man sich nach dem WBTB bildhaft vorstellt, wie man in einem zukünftigen Traum klar wird und nicht nur, dass man beim Einschlafen eine Affirmation wiederholt.

Siehe auch:

Wie man Klarträumen lernt - Süddeutsche.de
Reality testing and the mnemonic induction of lucid dreams: Findings from the national Australian lucid dream induction study.
Website von Dr. Denholm Aspy
Verschiedene Klartraumtechniken im Vergleich

Donnerstag, 30. November 2017

Klartraum-Plausch XI: Zitiere aus deinem Lieblings-Klartraum-Werk und nenne den Grund für deine Wahl!


In der elften Ausgabe des Klartraum-Plauschs von Traumlektuere.com geht es um die Frage:

Zitiere aus deinem Lieblings-Klartraum-Werk und nenne den Grund für deine Wahl!
Eines meiner Lieblings-Klartraum-Werke ist 'Schöpferisch Träumen' von Paul Tholey. Obwohl es mittlerweile viele neuere und von den Techniken her aktuellere Klartraum-Bücher gibt, geht kaum ein andere*r Autor*in so detailliert auf die grundlegenden Aspekte des Klarträumens ein.
Besonders der Umgang mit Albträumen wird nirgends so gut erklärt wie in diesem Buch. Ab S. 53 beschreibt Tholey intensiv einen reifen Umgang mit Albtraumgestalten.


Meine Lieblingsstelle ist der Klartraumbericht ab S. 100, den man hier nachlesen kann. Aus Copyrightgründen würde ich ihn hier nicht zitieren.
Dieser Traumbericht zeigt meiner Meinung sehr eindrucksvoll, wie sehr die Beschäftigung mit den eigenen Träumen unser Leben bereichern kann.

Siehe auch:

Alle Beiträge zum Klartraum-Plausch
Schöpferisch Träumen bei Amazon.de
Schöpferich Träumen kostenlos lesen bei Scribd.com

Freitag, 24. November 2017

Binaural Beats VIII: Klartraum-Affirmationen mit Binaural Beats

Ich habe ein paar Affirmations-Files mit Binaural Beats erstellt und möchte sie in diesem Post teilen.
Wer möchte, kann sie kostenlos runterladen.

Anwendung:

Die Files bringen den Hörer in einen Zustand der Entspannung. Deshalb sollten sie auf KEINEN Fall vor oder beim Autofahren oder bei sonstigen gefährlichen Tätigkeiten angehört werden.


Ideal ist, die Dateien täglich für einen bestimmten Zeitraum, z.B. einen Monat, zu einer festen Zeit anzuhören. Es bietet sich an, die Dateien vor oder zum Einschlafen oder während des WBTBs zu hören.

Kostenloser Download

Klartraum-Affirmationen mit Regen und 7 Hz Brainwave-Entrainment
Hier geht's zum Download


Klartraum-Affirmationen mit 4 Hz Binaural Beats
Hier geht's zum Download


Klartraum-Affirmationen Supraliminal mit Ozeanrauschen
Hier geht's zum Download

Klartraum-Affirmationen mit Echo und Ozeanrauschen
Hier geht's zum Download


Creative Commons Lizenzvertrag
Diese Werke sind lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Feedback

Ich würde mich über ein kurzes Feedback sehr freuen. Wie gut haben die Files gewirkt? Was hat dir gut gefallen?

Siehe auch:

Binaural Beats I: Allgemeines
Binaural Beats II: Kostenlose Downloads
Binaural Beats III: Binaural Beats selbst erstellen



Freitag, 20. Oktober 2017

Klartraum-Plausch X: Würdest du viel Geld für ein Klartraum-Induktionsgerät ausgeben?

In der zehnten Ausgabe des Klartraum-Plauschs von Traumlektuere.com geht es um die Frage:

Würdest du viel Geld für ein Klartraum-Induktionsgerät ausgeben?
Eine gute Frage, die man von vielen Seiten beleuchten kann.
Leider gibt es momentan keine zuverlässige technische Möglichkeit, Klarträume hervorzurufen. Die auf den ersten Blick vielversprechende transcranielle Wechselstromstimulation (tACS) entpuppte sich als Luftnummer. Die besser erforschte Methode, dem Träumer von außen durch Leuchtdioden zu signalisieren, dass er gerade träumt,  ist da etwas wirksamer. Von 'Klarträumen auf Bestellung' sind beide Methoden noch weit entfernt.

Angenommen, es gäbe so ein Gerät, das bei einmaliger Anwendung einen Klartraum hervorrufen würde, wie viel Geld würde ich dafür ausgeben? Würde ich es überhaupt haben wollen?

Wie viel Geld ist viel?

Der durchschnittliche Nettolohn in Deutschland betrug 2016 etwa 1800 €. Ein Tageslohn wäre dann bei 90€.
Würde ich vier Tage nur dafür auf die Arbeit gehen, dass ich mir das besagte Gerät leisten kann? Eine Playstation kostet mit etwas Zubehör etwa so viel. Wären mir regelmäßige Klarträume so viel wert wie eine Playstation?
Würde ich einen halben Monat nur dafür arbeiten, um regelmäßig klar träumen zu können? Eine Woche Urlaub würden etwa so viel kosten. Was würde ich wählen: Eine Woche Urlaub oder regelmäßige Klarträume?

Was ist ein mir ein Klartraum wert?

Interessant ist auch die Frage: Wie viel ist mir ein Klartraum wert? Kann ich den Wert eines luziden Traums in Geld bemessen?
Wenn ich das Klarträumen nur zur Unterhaltung betreibe, wäre es mir dann so viel wert wie ein Kinobesuch? Oder ein Besuch im Zoo?
Wenn ich aber kreativ tätig bin, dann könnte ein Klartraum viel mehr wert sein. Die Melodie von Yesterday hatte Paul McCartney in einem Traum. Das unbegrenzte kreative Potenzial eines Klartraums anzapfen zu können, wäre einigen sicherlich mehr Geld wert.

Langzeiteffekte des Gerätes

Wie würde sich die Benutzung des fiktiven Gerätes auf meine langfristige Fähigkeit zum Klarträumen auswirken? Würde ich davon auch ohne Gerät ein besserer Klarträumer (Ähnlich wie bei Stützrädern am Fahrrad)?
Das würde meine Kaufentscheidung noch weiter beeinflussen.

Meine Entscheidung

In einer neuen Studie der Universität Adelaide konnten 53% der Teilnehmer innerhalb einer Woche ihren ersten Klartraum bekommen - ganz ohne äußere Hilfsmittel. Die Kombination von Reality Checks und MILD/WBTB führte zu einer phänomenalen Erfolgsquote von 17%. Hut ab!
Ich denke, dass das größte Potenzial nicht in äußeren Hilfsmitteln sondern in der Entwicklung neuer und effektiveren Techniken liegt.

Wenn mir jemand ein tatsächlich wirksames Gerät anbieten würde, würde ich es für 200€ kaufen.

Siehe auch:

Alle Beiträge zum Klartraum-Plausch

Freitag, 13. Oktober 2017

ASMR und Klarträume

ASMR, ausgeschrieben Autonomous Sensory Meridian Response, ist ein kribbelndes Gefühl, das sich vom Nacken über die Kopfhaut und den Rücken ausbreitet. Von der Art her würde ich ASMR so beschreiben, wie wenn man von einem dieser SensusMagnus-Kopfmassage-Geräten massiert wird. Dieses Gefühl wird durch verschiedene Reize wie etwa Flüstern, Papierrascheln oder von Trommel von Fingernägeln auf einer harten Oberfläche ausgelöst. ASMR tritt jedoch nicht bei allen Menschen auf.
In den sozialen Medien hat sich eine große Community gebildet, sogenannte ASMRtists veröffentlichen Videos mit Triggern, die bei ihren Zuschauern dieses manchmal als tranceartig beschriebene Gefühl auslösen sollen. Die größten Kanäle haben über 1,3 Millionen Abonnenten.
Es scheint eine Verbindung zum Klarträumen zu geben: Einige Klarträumer nutzen ASMR, um bewusster Einschlafen zu können und im Gegenzug haben viele ASMR-Künstler auch Videos veröffentlicht, in denen sie mit flüsternder ASMR-Stimme das Klarträumen erklären.
Besonders gut gefallen mir die Videos von Olivia Kissper. Auch ohne ASMR sind ihre Videos gut recherchiert und informativ.


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Siehe auch:

Artikel über ASMR in der englischen Wikipedia
An examination of the default mode network in individuals with autonomous sensory meridian response (ASMR)

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Gedanken zu Telepathie und Shared Dreams

Anlässlich des Discord-Treffens des Träume-Bewusstseins-Netzwerks am 13.10.2017 zum Thema Telepathie und Shared Dreams wollte ich ein paar Gedanken festhalten und teilen, da ich zeitlich leider nicht am Treffen teilnehmen kann.
Wie kann man Telepathie und Shared Dreams am besten untersuchen?
Im Ankündigungstext der Veranstaltung steht:
Verschiedene Weltbilder und neue Besucher sind herzlich willkommen.
Ich hoffe, dass ich mit diesen Gedanken ein wenig beitragen kann.
Der verflixte Zufall und andere Fallstricke
Die Herausforderung paranormalen Experimenten liegt darin, einerseits die Ergebnisse eindeutig vom Zufall abzugrenzen und andererseits dafür zu sorgen, dass man wirklich ein paranormales Phänomen beobachtet.
Der menschliche Geist bzw. die menschliche Wahrnehmung ist zu beeindruckenden Leistungen fähig, die auf den ersten Blick wie Telepathie wirken. Mentalisten wie Thorsten Havener oder Derren Brown sind fähig, anhand der unbewussten Gesichtszuckungen einer Versuchsperson ihre Handynummer herauszufinden, nur indem sie die Person dabei beobachten, wie sie die Nummer im Geist durchgeht.
Dieses Phänomen ist nicht nur auf Menschen beschränkt. Paul Watzlawick beschreibt in 'Wie wirklich in die Wirklichkeit' die Geschichte vom 'klugen Hans', einem Pferd, das ihm gestellte Rechenaufgaben mit Klopfen des Hufs beantwortet. Auf den ersten Blick könnte man vermuten, dass das Pferd die menschliche Sprache versteht und tatsächlich rechnen kann. Tatsächlich liest das sensible Tier die Körpersprache des Menschen. Sobald die richtige Anzahl an Klopfzeichen erreicht ist, sendet man unbewusst ein Signal und das Pferd stellt das Klopfen ein.
Diese Kommunikation sollte man beim Design eines geeigneten Experiments im Hinterkopf behalten und einen unbewussten Informationsfluss unterbinden.
Wie kann man sicher sein, dass das Ergebnis des Experiments tatsächlich einen Effekt beschreibt und nicht nur auf blankem Zufall beruht? Mithilfe statistischer Methoden kann diesem Problem beikommen.
Mathematisch am einfachsten ist es, das Experiment als Bernoulli-Versuch zu designen. Ein Bernoulli-Versuch ist ein Experiment, das beliebig oft wiederholt werden kann und dessen Ergebnisse keinen Einfluss auf das nächste Ergebnis haben werden. Weiterhin gibt es nur zwei mögliche Ausgänge (Erfolg und Misserfolg) und konstante Wahrscheinlichkeiten. Diese Begriffe werden im folgenden Kapitel genauer erklärt.
Zener-Karten
Telepathie lässt sich gut durch die Zener-Karten untersuchen. Hierbei handelt es sich um ein beliebig großes Set an Karten mit fünf unterschiedlichen Symbolen. Die beiden Teilnehmer haben die Aufgabe, der anderen Person den Inhalt der Karte telepathisch mitzuteilen.
Dieses Experiment erfüllt genau die Kriterien des Bernoulli-Versuchs: Kann beliebig oft wiederholt werden, die Ergebnisse sind quasi unabhängig von dem vorherigen Ergebnis, es gibt nur Erfolg (richtig übertragen) und Misserfolg (keine Übereinstimmung) und eine konstante Wahrscheinlichkeit (wenn der Teilnehmer raten würde, läge er immerhin in 20% der Fälle richtig).
Beim Bernoulli-Versuch gibt es Richtwerte, wie häufig ein Ergebnis aus blankem Zufall auftreten würde.
Ohne zu sehr ins Detail zu gehen hier eine Beispielrechnung:
Untersucht wird ein Kartendeck mit 100 Karten. Rein zufällig würden wir einen Wert von 20 Erfolgen erwarten. 100 Karten mal einer Wahrscheinlichkeit von 0,2 ergeben den Erwartungswert von 20.
mü = n mal p
Wenn unser Testpaar 20 Erfolge hat, wäre es sehr wahrscheinlich, dass es sich bei diesem Ergebnis um Zufall handelt. Wie sieht es aber bei 21 Erfolgen aus? Oder bei 30? Ab wie vielen Erfolgen können wir tatsächlich von einem Effekt sprechen, der über den Zufall hinaus geht?
Hierfür gibt es den Wert der Standardabweichung Sigma. Diese berechnet sich aus der Wurzel aus der Anzahl der Versuche, der Erfolgswahrscheinlichkeit und der Misserfolgswahrscheinlichkeit. 
 Sigma = Wurzel aus n mal p mal q
Bei den 100 Versuchen und einer Erfolgswahrscheinlichkeit von 0,2 (=20%) und einer Misserfolgswahrscheinlichkeit von 0,8 ergibt sich ein Wert von 4.
Durch die Sigma-Regeln können wir sagen, dass bei so einem Experiment in 68% der Fälle das Ergebnis zwischen 16 und 24 liegen wird. Allein durch den Zufall.
In 95,5% der Fälle wird das Ergebnis zwischen 12 und 28 liegen und in 99,7% der Fälle wird das Ergebnis zwischen 8 und 32 Erfolgen liegen. Das heißt, bei einem einzelnen Experiment wäre bei mehr als 28 Treffern ein anderer Effekt als der Zufall zu vermuten.
Das gilt aber nicht, wenn ich das Experiment von oben mit 100 unterschiedlichen Versuchspersonen durchführe. In 95,5% aller Fälle liegt das Ergebnis allein durch den Zufall außerhalb des angegebenen Bereichs, d.h. 4,5% der Teilnehmer liegen entweder unter 12 oder über 28 Treffern.
Wenn man eine große Menschengruppe untersucht, müssen deutlich strengere Maßstäbe verwendet werden.
Die Ganzfeld-Versuche
Eine ebenfalls gerne verwendete Methode, um telepathische Phänomene zu untersuchen, sind Experimente,  die auf dem Ganzfeld-Effekt beruhen. Versuchsperson 1 sieht sich in einem Raum  einen Film an, Versuchsperson 2 befindet sich in einem anderen Raum in einem Zustand des Reizentzugs: Über halbierte Tischtennisbälle und Kopfhörer werden alle Umweltreize abgeschirmt, was das Gehirn dazu bewegt, in einen traumartigen Zustand überzugehen. Die Versuchsperson 2 spricht ihre Gedanken, Visionen und Assoziationen laut aus. Diese werden dokumentiert und einem unabhängigen Juror vorgelegt. Anhand dieses Berichts soll der Juror den Film von Versuchsperson 1 aus einer Liste von vier Filmen auswählen.
Hier haben wir wieder ein Bernoulli-Experiment, auf das wir die Formeln von oben anwenden können.
Experimente zur Traumtelepathie
Die oben beschriebenen Experimente können leicht modifiziert für traumtelepathische Experimente verwendet werden. Idealerweise gibt es drei bis vier Beteiligte. Einen Sender, einen Empfänger, einen Juror und eine Person, die die Auswertung macht.
Übertragung von Bildern
Aus einer Sammlung von Bildern (z.B. von Pixabay.com) werden 4 Bilder zufällig ausgewählt. Diese werden dem Juror übergeben. Aus den verbleibenden vier Bildern wählt der Auswerter wiederum eines zufällig aus, das er dem Sender übergibt.
Der Empfänger versucht in der Nacht vorher, dem Empfänger das Bild auf irgend eine Weise telepathisch mitzuteilen (Dabei darf, nachdem der Sender das Bild bekommen hat, kein Kontakt mehr stattfinden).
Der Traumbericht des Empfängers wird dem Juror übermittelt und er versucht, anhand des Berichts ein Bild auszuwählen und teilt seine Wahl dem Auswerter mit.
Übertragung von Filmen
In Zeiten von Youtube und Netflix kann dieses Experiment auch mit Videofilmen wiederholt werden. Die Auswertung bleibt dabei gleich.
Vergleich der Träume
Die Methode, über einen Juror Traumberichte einem anderen Ereignis zuzuordnen, könnte man theoretisch auch auf jeden Traumbericht einer Nacht von zwei Personen anwenden. Dem Juror würden je vier Traumberichte vorgelegt, von denen je einer des Empfängers und Senders tatsächlich aus einer Nacht stammen. Die Erfolgswahrscheinlichkeit, dass der Juror tatsächlich die richtigen Traumberichte zuordnet, läge hier bei 1/16el.
Bei der Auswertung müsste man noch beachten, dass die Standardabweichung Sigma größer als 3 sein muss, damit man die Sigma-Regeln anwenden darf.
Dieses Experiment hätte jedoch den Nachteil, dass es nicht nur auf tatsächliche Telepathie anschlagen würde, sondern auch auf gemeinsame Lebensereignisse der Versuchspersonen, wie z.B. Jahreszeiten, Wohnort oder ähnlichem.
Deshalb würde ich die Versuche 1 und 2 vorziehen, wenn sich genügend Teilnehmende finden.
Ich wünsche euch einen schönen Chat und viel Spaß beim Träumen
Siehe auch:
 

Freitag, 29. September 2017

Klartraum-Plausch - KTP IX: Wie könnte die Gesellschaft am meisten vom Klarträumen profitieren?


In der neunten Ausgabe des Klartraum-Plauschs von Traumlektuere.com geht es um die Frage:
Wie könnte die Gesellschaft am meisten vom Klarträumen profitieren?
Ich bin davon überzeugt, dass jeder, der sich mit dem Klarträumen befasst und einige Erfahrung im Klarträumen sammelt, davon profitieren wird. Wenn einzelne Mitglieder der Gesellschaft profitieren, dann wird auch die Gesellschaft als ganzes profitieren.

Albträumen den Schrecken nehmen

Alleine dadurch, dass man durch das Klarträumen ein sehr zuverlässiges Mittel gegen Albträume an der Hand hat, gewinnt der Schlaf deutlich. Das führt für den Betroffenen zu mehr Lebensqualität und zu erholsamerem Schlaf. Man hat mehr Energie, die Dinge im Leben anzupacken, die einem wichtig sind.
Jeder Klartraum an sich ist ein tiefes Erlebnis - Viele Klarträumer berichten, dass sie nach einem Klartraum euphorisch und beschwingt durch den Tag gehen. Diese Begeisterung hält bei manchen Träumern sogar über eine Woche an. Dadurch ist man deutlich resistenter gegenüber Stress und ruht mehr in seiner Mitte. Diese Euphorie kann auch auf andere Menschen überspringen.

Kreativität und Problemlösung

Träume sind eine unerschöpfliche Quelle der Kreativität. Nicht nur Künstler sondern jeder, der einen kreativen Ansatz benötigt, kann davon profitieren. Neue Lösungsansätze für berufliche und private Probleme können zu vollkommen neuen Ergebnissen führen - Beziehungen können harmonischer gestaltet oder auf eine komplett neue Basis gestellt werden, neue Herangehensweisen in beruflichen Herausforderungen können zu mehr Innovation führen.
In 'Träume, was du träumen willst: Die Kunst des luziden Träumens' beschreibt Stephen LaBerge viele Beispiele, in denen Träumer das kreative Potenzial ihrer Träume genutzt haben.
Künstler aller Art können Inspiration für neue Werke finden. In 'The Dreams behind the Music' hat der Craig Sim Webb mehr als 100 Musiker portraitiert, deren Musikstücke von Träumen inspiriert wurden. Maler können als Klarträumer ihre Traumbilder bewusst intensivieren, Architekten können die Kreativität ihrer Träume nutzen, um neue Wege zu gehen - Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt.
Wie könnte eine Gesellschaft aussehen, die dieses Potenzial nicht ungenutzt lässt sondern systematisch nutzt?

Psychohygiene

Besonders beeindruckend fand ich die Geschichte aus Paul Tholeys Buch 'Schöpferisch Träumen': Ein Mann, der sich irgendwie unzufrieden fühlte, begann aus Neugierde, das Klarträumen zu lernen. Nach einem emotional erschütternden Klartraum, in dem er viel über sich gelernt hat, verbesserten sich plötzlich die Beziehung zu seinen Mitarbeitern und seiner Familie. Er hat es geschafft, die Botschaften seines Unbewussten zu verstehen und sein Verhalten zu ändern.
In 'Schöpferisch Träumen' finden sich viele weitere Klartraumberichte, in denen die Träumenden wertvolle Informationen über sich selbst bekamen und ihr Verhalten ihren Mitmenschen gegenüber dadurch überdenken konnten.

Bewusstheit

Ich habe den Eindruck, dass klar zu träumen auch das Bewusstsein für die Dinge im Wachleben schärft. Das Klarträumen scheint die Sinne für einen bewussteren und intensiveres Erleben zu öffnen - Der Geschmack eines Stücks Kuchen oder der Eindruck eines Kunstwerks werden viel bewegender und bedeutsamer empfunden.
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Studie der Universität Northampton: Nach einem zwölfwöchigen Training im Klarträumen konnten die Forscher zeigen, dass sich Wahrnehmung verändert hat. Die Testpersonen hatten eine reduzierte Feldabhängigkeit.







https://www.northampton.ac.uk/news/researchers-demonstrate-impact-of-lucid-dreaming/


“People high in this characteristic tend to be more self-sufficient, less reliant on colleagues support when completing tasks, have a much stronger internal compass, and tend to perform better in formal educational programmes than field dependent individuals.”
Würde die Gesellschaft davon profitieren, wenn mehr ihrer Mitglieder weniger feldabhängig wären?

Wie kann die Gesellschaft am meisten profitieren?

Je mehr Leute vom Klarträumen wissen, umso mehr Leute werden wahrscheinlich anfangen, sich bewusst damit auseinanderzusetzen und von den positiven Wirkungen zu profitieren. Ich habe sogar einige Leute getroffen, die nur vom Klarträumen zu hören brauchten und in der Nacht darauf schon ihren ersten Klartraum hatten.
Wenn das Klarträumen mehr in die öffentliche Diskussion käme und seriös und gut recherchiert rübergebracht wird, dann kann ein Maximum an Menschen die Vorteile nutzen.
Denkbar fände ich auch, das pädagogisch Tätige darin zu schulen, wie man die Kunst des luziden Träumens optimal unterrichtet. Besonders Kindergärtner*innen oder Grundschullehrer*innen könnten so Kindern, die unter Albträumen leiden, gut helfen.
Kunst- und Musikhochschulen könnten Klartraum-Retreats anbieten und natürlich könnte sich das Klarträumen unter psychotherapeutisch Tätigen weiter verbreiten.





Siehe auch:

Alle Beiträge zum Klartraum-Plausch

Freitag, 15. September 2017

Erwartungshaltung und Selbsterfüllende Prophezeiungen beim Klarträumen

Gerade beim Lernen des Klarträumens spielt die Erwartungshaltung eine bedeutende Rolle.
In Situationen, die sich in die eine oder die andere Richtung entwickeln können, gibt die persönliche Erwartung häufig den entscheidenden Auslöser, einen Schubs in die eine oder andere Richtung. Dieses Phänomen bezeichnet man auch als 'sich selbst erfüllende Prophezeiung'.
Die Definition in der Wikipedia lautet:
„Die selbsterfüllende Prophezeiung ist anfänglich eine falsche Bestimmung der Situation, sie verursacht [aber] ein neues Verhalten, das bewirkt, dass die ursprünglich falsche Auffassung richtig wird. Die vordergründige Gültigkeit der selbsterfüllenden Prophezeiung führt eine Herrschaft des Irrtums fort. Denn der Prophet wird den tatsächlichen Gang der Dinge als Beweis dafür anführen, dass er von Anfang an recht hatte.“
Der Artikel in der Wikipedia führt das Konzept noch weiter aus und liefert viele einleuchtende und belegte Beispiele. Im folgenden möchte ich einige Beispiele aus der Klarträumerei anführen.
In diesem Artikel möchte ich ein paar Erfahrungen mit den selbsterfüllenden Prophezeiungen festhalten. Ich hoffe, dass wenn man die selbsterfüllende Prophezeiung als solche entlavt, sie ihre Macht verliert.

Stabilität

In der Community gab es eine hitzige Diskussion darüber, ob der erste Klartraum grundsätzlich sehr kurz sei. Person A behauptete, dass dies der Regelfall sei. Bei jedem, der von ihm das Klarträumen gelernt habe, sei dieser Effekt aufgetreten. Es stellte sich heraus, dass er genau das in sein Tutorial geschrieben hatte.
Klarträumer, die davon nichts gehört haben, erleben diesen Effekt nicht. Im Gegenteil - in 'Schöpferisch Träumen' schreibt Paul Tholey von Klartraumanfängern, die regelrecht klaustrophobisch wurden, weil sie aufzuwachen versuchten und es ihnen eine Zeitlang nicht gelang.


Meiner Erfahrung nach hat die Länge und Stabilität auch nichts mit der Klartraum-Erfahrung zu tun. Meine ersten Klarträume waren ebenfalls sehr lang und stabil. Wenn man noch mehr Stabilität im Klartraum haben möchte, kann man eine Stabilisierungstechnik anwenden.

Klarheit-bewahrende Techniken

Oft hört man in Diskussionen, dass man die WILD-Technik als Anfänger gar nicht zu versuchen braucht, weil sie so schwer sei. Das führt dazu, dass sich kaum Anfänger an Klarheit-bewahrenden Techniken versuchen. Das ist ein schönes Beispiel für eine selbsterfüllende Prophezeiung: Sehr wenige Anfänger haben Erfolg mit WILD-Techniken, einfach nur, weil sehr wenige Anfänger WILD-Techniken versuchen.


Ich vermute das Gegenteil: Bei WILD-Techniken kann man stetig auch kleine Erfolgserlebnisse erleben und sich darüber freuen, was die Motivation hoch hält. In Verbindung mit einem WBTB halte ich die neuen Ansätze wie SSILD oder FILD für effektiver und schneller.

Wirksamkeit der Techniken

Die Erwartungshaltung oder die Herangehensweise spielt auch bei der langfristigen Wirksamkeit der Klartraumtechniken eine Rolle. Ein Teil der Klarträumer hat das Paradigma, dass eine Klartraumtechnik wie eine Droge wirkt und dass sich gegen die Technik eine Art Toleranz entwickelt. Deshalb gehen sie von einer langfristigen Abnahme der Wirksamkeit der Techniken aus.
Die andere Gruppe sieht die Anwendung der Techniken als Training der Bewusstheit. Mit jedem Tag wird man bewusster, was durch die Neuroplastizität dafür sorgt, dass man langfristig immer bessere Erfolge erzielt und immer häufiger Klarträume bekommt - ähnlich wie ein Läufer immer ausdauernder wird und irgendwann einen Marathon oder Ultramarathon laufen kann.


Interessanterweise haben beide Gruppen recht. Beide Gruppen bekommen genau die Ergebnisse, die sie erwarten.

Erholung

Sind Klarträume so erholsam wie normale Träume? Gelegentlich höre ich die Befürchtung, dass man sich durch Klarträume nicht so gut erholen kann wie durch unbewusste Träume.
Hier scheint ebenfalls die Erwartungshaltung eine Rolle zu spielen: Wer erwartet, nach einem Klartraum schlecht erholt aufzuwachen, wird sich danach müde fühlen, wohingegen andere regelrecht euphorisiert in den Tag starten.


Albträume

Auch beim Inhalt der Klarträume scheint die Erwartungshaltung einen Einfluss zu haben. In seltenen Fällen befürchten Klartraum-Anfänger, dass die Luzidität zu Albträumen führen könnte und erleben diese dann auch. In wissenschaftlichen Studien hat sich jedoch genau das Gegenteil herausgestellt: Klarträume sind ein wirksames Mittel, um Albträume zu bekämpfen.
Besonders die von Paul Tholey entwickelte Methode, um Albträumen zu begegnen, hat sich als sehr wirksam erwiesen.

Seinen Namen aussprechen

Der Philosoph P.D. Ouspensky glaubte, dass man im Traum seinen eigenen Namen nicht aussprechen könne. Stephen LaBerge beschreibt die Erfahrungen einiger Klarträumer und Klarträumerinnen in Träume, was du Träumen willst und kommt zu folgendem Schluss:
[Abgesehen davon, dass ich hörte, wie meine Stimme meinen Namen aussprach, passierte nichts Ungewöhnliches.] Offesichtlich waren Ouspensky, Greens Testperson und [Patricia] Garfield von ihren vorherigen Erwartungen stark konditioniert gewesen. Dasselbe gilt natürlich für uns alle. Für Träume gilt noch stärker, was auch für das Leben im Wach zustand gilt: Wenn sie glauben, sie können es nicht, dann können sie es auch nicht. Wie Hentry Ford einst sagte: "Sie könne glauben, dass sie können, oder glauben, dass sie nicht können. Sie haben in jedem Fall recht. "

siehe auch:

Artikel über die Selbsterfüllenden Prophezeiungen in der Wikipedia
Artikel über den Pygmalion-Effekt in der Wikipedia
Macht der Erwartungshaltung - Podcast mit vielen Beispielen für selbsterfüllende Prophezeiungen
Der Schlüssel zum Klarträumen - Artikel von Silverbullet
So erschaffen wir unseren Erfolg selbst! // Alexander Hartmann



Donnerstag, 7. September 2017

Klartraumplausch VIII - Was macht deine bisher wichtigste Lektion im Klartraum aus

In der achten Ausgabe des Klartraum-Plauschs von Traumlektuere.com geht es um folgende Frage:

Was macht deine bisher wichtigste Lektion im Klartraum aus?

Das Besondere am Klarträumen ist für mich, dass man quasi im Vorbeigehen sehr wertvolle Erkenntnisse über sich erhält. Besonders schön finde ich dafür die Klartraumberichte aus Schöpferisch Träumen von Paul Tholey.
Ich selbst hatte einen emotional sehr intensiven Klartraum, in dem mir eine Traumfigur mittelfreundlich gezeigt hat, dass ich im Wachleben eine sehr unsympathische Angewohnheit habe. Als mir im Klartraum bewusst wurde, dass die Traumfigur recht hatte, hat mich das geschockt. Nach dem Aufwachen konnte ich aber mein Verhalten ändern.
Auch wenn die Lektion unangenehm bis schmerzhaft war, würde ich sie doch als meine wertvollste bezeichnen.

Siehe auch:

Alle Beiträge zum Klartraum-Plausch

Montag, 7. August 2017

Meditation der Woche - 12

Das Konzept der Meditation der Woche:
Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 12:

Ruhe gelöst im Körper - wie ein hohler Bambus





Wenn man still dasitzt, stellt man sich vor, man sei ein hohler Bambus - eine Röhre. Dieses Gefühl stellt sich sehr schnell ein und hat spannende Auswirkungen auf das Bewusstsein.
Diese Meditation wird sehr ausführlich im Buch Meditation - die erste und letzte Freiheit von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche

Montag, 31. Juli 2017

Meditation der Woche - 11


Das Konzept der Meditation der Woche:
Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 11:

Stelle dir vor, dass in deinem Herzen eine Flamme brennt und dein Körper nur der Lichtschein dieser Flamme ist.





Diese Übung kann man sehr gut in seinen Alltag integrieren.
Diese Meditation wird sehr ausführlich im Buch Meditation - die erste und letzte Freiheit von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche

Montag, 24. Juli 2017

Meditation der Woche - 10

Das Konzept der Meditation der Woche:
Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 10:

Blicke in einen Spiegel. Stelle dir vor, dass nicht du in einen Spiegel schaust, sondern dass dein Spiegelbild dich ansieht.





Diese Übung kann man sehr gut zwischendurch machen, z.B. wenn man gerade auf der Toilette war. Wie bei den Kippbildern hat man nach ein paar Versuchen den Bogen raus.
 Diese Meditation geht auf den Chinesischen Meister Lu-tsu zurück und wird sehr ausführlich im Buch Meditation - die erste und letzte Freiheit von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche
Die Welt des Tantra kostenlos (englisch)

Samstag, 22. Juli 2017

The Titanium Lucid Dreaming Program

Ich arbeite gerade an einem umfassenderen Klartraum-Trainingsprogramm, das auch die Biologie, Ernährung und den Lebensstil berücksichtigt.

Wer schon ein paar erste Einblicke bekommen möchte, kann auf den Link unten klicken. 

Hier der Link

Das Werk wird am Ende natürlich unter einer Creative-Commons-Lizenz erscheinen.

Montag, 17. Juli 2017

Meditation der Woche - 9

Das Konzept der Meditation der Woche:
Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 9:

Empfinde den Kosmos als durchsichtige, ewiglebende Präsenz






Dieser Übung nähert man sich am besten intuitiv - Einfach machen! Nach ein paar Versuchen hat man den Kniff raus und dann ist es klar.
Diese Meditation stammt aus dem indischen Vigyan Bhairav Tantra. Sie wird sehr ausführlich im Buch Das Mysterium der Liebe von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche
Die Welt des Tantra kostenlos (englisch)

Freitag, 14. Juli 2017

Klartraum-Plausch - KTP VI: Wie gehst du mit Klartraum-Trockenphasen um bzw. überbrückst sie?

In der sechsten Ausgabe des Klartraum-Plauschs von Traumlektuere.com geht es um folgende Frage:

Wie gehst du mit Klartraum-Trockenphasen um bzw. überbrückst sie?

Zu dieser Frage fallen mir spontan einige Punkte ein. Die Gedanken sind nicht zu 100% ausgefeilt, es handelt sich eher um eine Ideensammlung, die man im Lauf der Zeit und im Dialog mit anderen verfeinern und ausarbeiten kann.

Träume und Bewusstheit generell wertschätzen

Die Übungen für den Klartraum sind häufig auch Übungen, die die Bewusstheit und die Achtsamkeit generell steigern. Man befasst sich mit den Träumen und seiner Psyche und hat dabei viele interessante Einsichten und Erkenntnisse. Die Bewusstheit für die Träume wird dadurch zwangsläufig zunehmen und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der nächste Klartraum kommt.

Kleinigkeiten und Zwischenschritte zum Klartraum schätzen

Nichts motiviert so sehr wie kleine Zwischenerfolge. Wenn ich nur einen vollständigen Klartraum als Erfolg ansehe, benötige ich viel mehr Durchhaltevermögen und langen Atem, als wenn ich mich durch kleine Zwischenergebnisse immer wieder motivieren kann.
Die Freude über ein erreichtes Zwischenziel erhöht nicht nur die Motivation sondern festigt auch das Gelernte.
Kleine Zwischenziele sind z.B. im Traum bewusst zu denken oder davon zu träumen, dass man jemandem vom Klarträumen erzählt.
Wenn man den Weg zum Klartraum in kleine Zwischenschritte aufteilt, bekommt man auch ein besseres Feedback, ob die gewählte Technik zielführend ist. Man kann sagen: Nach X Tagen hatte ich zwar keinen Klartraum, aber dafür 3 Falsche Erwachen und 5 präluzide Momente, in denen ich mich gewundert habe. Diese Technik scheint mir vielversprechend.

Die Botschaft hinter der Trockenphase erkennen

Man kann die Trockenphase symbolisch sehen und mit unterschiedlichen  Methoden die Botschaft dahinter suchen. Dafür eignen sich z.B. einige Übungen aus der Gestalttherapie, die Ann Faraday in Deine Träume - Schlüssel zur Selbsterkenntnis beschreibt.
Eine Idee ist z.B., sich selbst in die Lage der Trockenphase zu versetzen und dann vollkommen frei zu assoziieren. Häufig kommt man hierbei auf sehr interessante Ergebnisse, Inspirationen und Einblicke.
Ein anderer, ähnlicher Ansatz aus der Gestalttherapie ist der Dialog mit dem Leeren Stuhl.
Andere Möglichkeiten wären beispielsweise das Unzensiertes Schreiben, Reverse Engineering oder das 6 Step Reframing aus dem NLP.

Gesundheit und Lebensstil

Manchmal ist ein Blick auf den Lebensstil hilfreich. Hat sich etwas geändert? Hat man in der letzten Zeit viel Stress? Benötigt man mehr Me-Time, also Zeit für sich selbst, um zu reflektieren?
Oder lebt man ungesunder? Schlechte Ernährung und schlechter Schlaf können Entzündungsprozesse im Körper auslösen, die wiederum Schlafqualität und die Gehirnleistung weiter verschlechtern. Besonders der für das Klarträumen wichtige Präfrontale Cortex leidet am meisten darunter. Dieses Phänomen wird auch 'Brain Fog' genannt. Einen sehr guten Überblick über dieses Thema gibt das Buch Hirntuning von Dave Asprey.

Siehe auch:

Alle Beiträge zum Klartraum-Plausch
Zwischenschritte zum Klartraum

Montag, 10. Juli 2017

Meditation der Woche - 8


Das Konzept der Meditation der Woche:

Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 8:

Fühle: ICH BIN






Sei bewusst, fühle: ich bin. Der Trick besteht darin, ganz wach im Moment zu sein. Diese Meditation kann man buchstäblich jederzeit durchführen - beim Essen, beim Duschen, auf der Arbeit. Man macht diese Übung so lange es sich gut anfühlt, am Anfang vielleicht ein paar Momente oder ein paar Minuten, mehrmals am Tag, wenn man daran denkt.
Dazwischen ist es auch vollkommen in Ordnung, auch mal nicht bewusst zu sein. Genau wie Muskeln braucht auch das Gehirn Zeit zur Regeneration.
Diese Meditation stammt aus dem indischen Vigyan Bhairav Tantra. Sie wird sehr ausführlich im Buch Meditation - die erste und letzte Freiheit von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche
Die Welt des Tantra kostenlos (englisch)

Freitag, 7. Juli 2017

[Review] The WILD way to Lucid Dreaming

Das Buch The WILD Way To Lucid Dreaming: Lucid Dreaming On Demand  von Slider wurde mir empfohlen und ich habe es gleich voller Begeisterung gekauft. Hier meine Meinung zum Thema:


TL;DR: Ich kann das Buch guten Gewissens NICHT empfehlen bzw. guten Gewissens vom Kauf abraten.


Kurz zusammengefasst möchte ich meinen Bloggerkollegen Raipat zitieren, der [über ein anderes Buch] sagte:
Ein typisches "Selbstverlagsbuch".
Vorhanden: guter Wille, Sendungsbewusstsein, Geschäftstüchtigkeit
nicht vorhanden: bahnbrechend Neues, Lektorat, Daseinsberechtigung
Das trifft auch auf dieses Buch zu. Es ist 170 Seiten dick, die man problemlos auf drei Forenposts zusammenkürzen könnte:

1. Eigene Erfahrung des Träumers

Das ist der mit Abstand lesenswerteste Teil des Buches. Der Autor beschreibt sehr lebhaft seine ersten Klarträume und berichtet, wie sehr das Klarträumen sein Leben verändert hat. Das macht Lust auf mehr. Am liebsten möchte man sich sofort ins Bett legen und Loswilden.

2. Beschreibung seiner WILD-Technik

Ich hatte mir beim Kauf des Buches eine sehr umfangreiche Beschreibung und eine Vielzahl von WILD-Übungen versprochen. Leider wurde ich enttäuscht. Die Kernaussage dieses Buches lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:
Mache ein WBTB, lege dich wieder hin, beobachte die Hypnagogien und irgendwann hast du den Kniff raus: Du gleitest bewusst in den Traum. Wenn du aufwachst, dann mache sofort weiter, so dass im Idealfall eine Kette aus Klarträumen und Traum-Wiedereinstiegen entsteht.

Das war's. Für diese Erkenntnis hätte es wirklich kein Buch gebraucht. Ich fand es einfach nur enttäuschend.

3. DILD-Bashing

Der Rest des Buches besteht aus DILD-Bashing. Scheinbar hat der Autor sehr schlechte Erfahrungen mit den Klarheit gewinnenden Techniken gemacht. Zu jeder sich bietenden Gelegenheit schweift der Autor ab und ergeht sich seitenlang darin, wie schlecht und unzuverlässig er doch DILD-Techniken findet. Irgendwann fand ich es einfach nur ermüdend. Bei seinem Rant über DILD-Techniken bleibt er so einseitig und oberflächlich, dass ich mich frage, ob er jemals ein Buch über die Klarträumerei zu Ende gelesen hat. Es erweckt den Anschein, dass er sich crappy eingelesen hat, keinen Erfolg hatte und jetzt alles doof findet, was nach DILD klingt. Auf MILD, SSILD, FILD usw. geht er nicht einmal in einer Randnotiz ein. Das erweckt nicht den Eindruck, dass er besonders gründlich recherchiert hätte.
Den Eindruck verstärkt auch noch, dass er ständig Waking induced Lucid Dream und Dream induced Lucid Dream schreibt. Es müsste streng genommen initiated heißen. Waking Initiated Lucid Dream - ein aus dem Wachleben gestarteter Klartraum. Induced würde auf eine Ursache hindeuten, was hier nicht zutrifft. (bei MILD - Mnemonic Induced Lucid Dream ist es hingegen zutreffend, da die Gedächtnistechnik der Auslöser für den Klartraum ist, deshalb induced).


Besonders ärgerlich finde ich, dass der Autor seine schlechten Erfahrungen verallgemeinert und  gebetsmühlenartig wiederholt. Ich kann mir vorstellen, dass das bei unbedarften Lesern zu negativen Glaubenssätzen führt. Das braucht es wirklich nicht.


Ich vergebe 2 von 10 Sternen.








Siehe auch:

Nukular, das Wort heißt Nukular


Montag, 3. Juli 2017

Meditation der Woche - 7


Das Konzept der Meditation der Woche:

Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 7:

Wann immer irgendeiner deiner Sinne dir einen lebhaft bewussten Eindruck verschafft, verweile in dieser Bewusstheit.




Wann immer man eine intensive Sinneswahrnehmung hat, bleibt man bewusst. Intensive Momente bringen uns aus dem Autopilot heraus und lenken die Aufmerksamkeit auf das hier und jetzt.




Diese Meditation stammt aus dem indischen Vigyan Bhairav Tantra. Sie wird sehr ausführlich im Buch Das Mysterium der Liebe von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche
Die Welt des Tantra kostenlos (englisch)

Dienstag, 27. Juni 2017

Das neue Klartraum-Ferienprogramm

Hast du dir vorgenommen, in den Ferien das Klarträumen zu lernen? Die Ferien eignen sich super dafür. Ausschlafen, träumen, Zeit haben - optimale Voraussetzungen!


Dieses Programm kombiniert die bekanntesten und erprobtesten Klartraumtechniken.
Der 'Arbeits'-Aufwand hält sich in Grenzen und natürlich kannst du deine Ferien wie gewohnt genießen. Askese ist nicht notwendig. Viele Techniken lassen sich auch nach einer langen Party durchführen, sie verschieben sich zeitlich eben etwas nach hinten.
Nur von Trees solltest du für die Übungsdauer die Finger lassen.

Das Traumtagebuch

Auf jeden Fall solltest du mit einem Traumtagebuch beginnen. Das Schreiben eines Traumtagebuchs verbessert deine Traumerinnerung. Andererseits lernst du dadurch deine Träume besser kennen, so dass du allen durch das Aufschreiben der Träume bewusster wirst. In Zeiten, in denen du ausschlafen kannst, hast du meistens auch eine gute Traumerinnerung. Schon nach kurzer Zeit wird sich das Traumbuch schnell füllen.
Ich verwende dazu gerne einen Collegeblock, kariert in DIN-A-4. Wenn er voll ist, hefte ich die Träume in einen Ordner ab. Das finde ich praktischer als kleine gebundene Notizbücher. Aber das kannst du machen, wie du möchtest.
Das Führen des Traumtagebuchs nimmt jeden Tag etwa zehn bis zwanzig Minuten in Anspruch.
Wenn du das Aufschreiben der Träume noch ein wenig beschleunigen möchtest, kannst du zusätzlich eine Kurzschrift erlernen. Wenn du jeden Tag etwa zehn bis zwanzig Minuten Schnellschreiben übst, wirst du über die Ferien ziemliche Fortschritte machen. Kurzschrift zu beherrschen macht auch viel Eindruck bei Kollegen und Vorgesetzten und schützt andererseits deine Aufzeichnungen vor allzu neugierigen Blicken.

Das WBTB

Die Wake-Back-To-Bed-Methode ist eine sehr effektive Klartraum-Hilfstechnik. Wenn du schlafen gehst, stelle dir deinen Wecker etwa vier bis sechs Stunden später. Ich finde etwa fünf Stunden für mich am besten. Dann bleibe mindestens eine halbe Stunde wach und lege dich dann noch einmal hin und schlafe aus. Durch diese kurze wache Phase in der Nacht werden deine Träume in der zweiten Nachthälfte noch intensiver und bewusster.
Beim zweiten Einschlafen kannst du auch weitere Klartraumtechniken anwenden. Mit ein wenig Übung gelingt es einem, bewusst in einen Traum einzusteigen (WILD).
Als sehr vielversprechend hat sich die Technik SSILD herausgestellt. In den Klarträumer-Communities berichten viele Nutzer von sehr guten Erfolgen. Im englischen Lucid-Dreaming-Subreddit hat sich die FILD / HILD-Technik zu einem Geheimtipp entwickelt.


Die Zeit nach dem ersten Aufwachen und zwischen dem zweiten Einschlafen kannst du nutzen wie du möchtest. Du kannst z.B. mit den Eltern frühstücken oder Traumtagebuch führen, ein Klartraumbuch lesen oder ein paar Ego-Spiele zocken. Wenn du die Möglichkeit hast, dann kannst du auch ein paar VR-Games spielen. Das bereitet dich optimal auf den kommenden Klartraum vor.

Visualisierung

Visualisieren bedeutet, mit geschlossenen Augen innere Bilder zu erzeugen. Das verbessert die Traumerinnerung und die hypnagogen Bilder beim Einschlafen, besonders an Tagen, an denen man diese Fähigkeit stark trainiert hat. Bereits zehn Minuten tägliches Üben bewirken schon einen Unterschied. Gerade in der Wachphase oder der Einschlafphase während des WBTB ist das Visualisieren sehr hilfreich.

Kritisches Bewusstsein / Reality Checks

Das ist die bekannteste Klartraumtechnik. Dadurch, dass du dein Bewusstsein tagsüber trainierst, verbesserst du auch dein Bewusstsein im Traum und erkennst dadurch den Traum. Der Trick besteht darin, dass du dich jeden Tag 15 bis 20 Mal fragst, ob du gerade träumen könntest. Wichtig ist, dass du auch gründlich darüber nachdenkst, ob das alles ein Traum sein könnte. Wenn es einer wäre, woran könntest du es erkennen? Überlege einfach vielleicht 30 Sekunden lang.
Dann kannst du einen Reality Check durchführen. Die sogenannten RCs sind einfache Tests, die dir sehr zuverlässig sagen, ob du träumst.
Wenn du deine Nase zuhältst und versuchst zu atmen, dann kann das nur im Traum klappen. Ich bevorzuge den Finger-RC: Ich zähle meine Finger. Im Wachleben habe ich natürlich 5. Im Traum habe ich meistens 7 oder es wachsen immer welche nach, bis ich bei 10 oder 15 einfach aufhöre zu zählen, weil ich dann sicher weiß, dass ich gerade träume.
Du kannst auch eine App nutzen, die dich mit den Reality Checks unterstützt. Eine bekannte App ist z.B. Awoken. Wenn du im Appstore oder bei Google Play mal 'Lucid Dreaming' eingibst, bekommst du sehr viele Apps angeboten.

Fähigkeiten üben

Hast du schon seit längerem vor, irgend etwas zu lernen. Z.B. Slacklinen, Jonglieren, bestimmte Tricks mit dem Skateboard, Kalligraphie, ein neues Klavierstück oder was auch immer? Jetzt ist die optimale Gelegenheit.
Wenn du etwas intensiv übst, z.B. einen Kickflip, wirst du in der Nacht darauf längere und intensivere REM-Phasen haben. Das erhöht die Chance auf einen Klartraum immens.
Wenn du nach dem Üben einen Klartraum hast, kannst du im Traum weiterüben und deine Fähigkeit noch weiter verbessern. Die Fähigkeit, bestimmte Sportarten und Fähigkeiten im Klartraum zu trainieren wird seit längerem wissenschaftlich erforscht.

Experimente mit Hypnose und Binaural Beats

Bei Youtube findest du viele Klartraum-Hypnose-Dateien (meistens auf Englisch, aber auch einige auf Deutsch) und Binaural Beats. Binaural Beats sind bestimmte Klänge, die das Gehirn in einen anderen Zustand bringen sollen. Dass Hypnose beim Klarträumen hilfreich ist, ist wissenschaftlich belegt. Leider gibt es für die einzelnen Hypnosevideos und Binaural-Beats-Videos kaum Erfahrungsberichte. Wenn du Lust hast und neugierig bist, dann probiere doch einfach eines aus und berichte von deinen Erfahrungen, z.B. im Klartaumforum.de.




Wenn du diese Schritte und Übungen jeden Tag durchführst, wirst du bereits nach kurzer Zeit bemerkenswerte Fortschritte machen. Ich würde mich freuen, wenn du mir eure Erfahrungen mit dem Übungsprogramm in die Kommentare schreibt.

Siehe auch: