Freitag, 23. Juni 2017

Klartraum-Plausch - KTP V: Kannst du dich an eine Peinlichkeit im Klartraum erinnern?

Ich freue mich, zur fünften Ausgabe des Klartraum-Plauschs von Traumlektuere.com wieder mit dabei zu sein. Es geht diesmal um die Frage:

Kannst du dich an eine Peinlichkeit im Klartraum erinnern?

Diese Frage kann man unterschiedlich auffassen. Gibt es etwas, was ich im Klartraum gemacht habe, und was mir noch im Klartraum peinlich war?
Ich kann mich an keinen Klartraum erinnern, in dem ich mich beschämt (im Sinne des Englischen embarassed) gefühlt hätte.
Peinlich im Sinne von awkward war der Traum, in dem mich eine Traumgestalt ohne mir ersichtlichen Grund angegriffen hat. Aus irgend einem Grund hatte er (es war ein Mann um die Zwanzig) eine riesige Wut auf mich. Ich entschloss mich zu einem Experiment, was wohl passieren mag, wenn ich es zulasse, dass er mir eine reinhaut. Ich ließ also zu, dass er mit geballten Fäusten auf mich zustürmte um mich zu schlagen. Daraufhin geschah etwas sehr merkwürdiges. Der Traum übernahm irgendwie die Kontrolle und ich bewegte mich, ohne es zu wollen oder mich bewusst dafür zu entscheiden. Wie ein Aikidoka lenkte ich seinen Ansturm um, alles geschah in einer unglaublichen Geschwindigkeit. Am Ende saßen wir beide auf dem Boden, seine Wut war verraucht.
Die Situation war trotzdem awkward.


Besonders Situationen, in denen ich nicht zu 100% klar und luzide war, klingen beim Erzählen peinlich und lustig.
Ich ärgere mich über eine Entscheidung, die ich in einem Klartraum getroffen habe. Links von mir stand mein früherer Chef, der mir anbot, an einer Expedition mit einem U-Boot nach Atlantis teilzunehmen. Rechts von mir stand eine junge Dame.
Manchmal frage ich mich, wie der Traum wohl geendet wäre, wenn ich mich anders entschieden hätte.

Siehe auch:

Alle Beiträge zum Klartraum-Plausch

Montag, 19. Juni 2017

Meditation der Woche - 5



Das Konzept der Meditation der Woche:

Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 5:

Werde, wenn du isst oder trinkst, zum Geschmack der Speise oder des Tranks, und sei erfüllt.




Gerade in den alltäglichen Dingen liegt ein riesiges Potenzial für Bewusstheit und Transformation - Als Klarträumer bringt man Bewusstheit in den Schlaf und ist sich beim Träumen darüber bewusst, dass man träumt. Analog dazu könnte man diese Meditation Klaressen nennen. Ich bin mir beim Essen bewusst, dass ich esse.
Man isst langsam und bewusst und nimmt den Geschmack ganz bewusst wahr. So wird das Essen zur Meditation. Wenn man diese Geschmacksempfindung ganz zulässt, dann kann es vorkommen, dass man sich selbst darüber vergisst und selbst zum Schmecken oder zum Geschmack wird.




Diese Meditation stammt aus dem indischen Vigyan Bhairav Tantra. Sie wird sehr ausführlich im Buch Das Mysterium der Liebe von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche
Die Welt des Tantra kostenlos (englisch)

Montag, 12. Juni 2017

Meditation der Woche - 4


Das Konzept der Meditation der Woche:

Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 4:

Schau dir wie zum ersten Mal einen wunderschönen Menschen oder einen gewöhnlichen Gegenstand an.


Diese Meditation ist besonders für Klarträumer interessant, da sie den präfrontalen Cortex aktiviert. Sie ist unglaublich einfach zu beschreiben: Gehe durch die Welt und stelle dir vor, dass du all das zum ersten Mal siehst (hörst, fühlst, riechst, schmeckst).




Diese Meditation stammt aus dem indischen Vigyan Bhairav Tantra. Sie wird sehr ausführlich im Buch Die Welt des Tantra von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche
Die Welt des Tantra kostenlos (englisch)

Montag, 5. Juni 2017

Meditation der Woche - 3

Das Konzept der Meditation der Woche:

Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 3:

Schau auf eine Schale, ohne auf ihre Seiten oder ihr Material zu sehen. Werde in wenigen Augenblicken bewusst.


In der Anleitung im indischen Originaltext steht 'Schale', aber es funktioniert mit jedem beliebigen Gegenstand: man blickt ihn an, ohne auf das Material oder die Seiten zu blicken.
Die auf den ersten Blick sehr kryptische Anleitung wird aber sofort vollkommen logisch, wenn man sie ausprobiert: Wenn man nicht auf das Material oder die Seiten blickt, richtet man seinen Blick automatisch auf die abstrakte Form. Man nimmt das Objekt als Ganzes wahr. Diesen Kniff hat man sehr schnell raus.




Diese Meditation stammt aus dem indischen Vigyan Bhairav Tantra. Sie wird sehr ausführlich im Buch Die Welt des Tantra von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche
Die Welt des Tantra kostenlos (englisch)

Montag, 29. Mai 2017

Meditation der Woche - 2


Das Konzept der Meditation der Woche:

Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 2:

Wenn sich ein Begehren meldet, betrachte es.
Kehr dich dann plötzlich ab.




Diese Übung ist wohl DIE Meditation für die Generation Smartphone bzw. Generation Facebook. Wenn sich ein Begehren meldet, betrachte es. Viele Apps und Messenger sind so designt, dass sie das Bedürfnis verstärken, immer wieder sein Telefon zu checken. Und hier setzt die Meditation an: Wann immer sich ein Begehren meldet, also wann immer man das Gefühl hat, das Telefon zu checken, bleibt man für einige Sekunden oder nach belieben einfach ganz still und richtet die Aufmerksamkeit nach innen. Dabei betrachtet man ganz ohne zu werten den inneren Zustand. Schon nach kurzer Zeit wird man eine Veränderung im Bewusstsein bemerken und sich tiefer und wacher fühlen.


Diese Meditation stammt aus dem indischen Vigyan Bhairav Tantra. Sie wird sehr ausführlich im Buch Die Welt des Tantra von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche
Die Welt des Tantra kostenlos (englisch)

Freitag, 26. Mai 2017

Casual Friday - May





Lustig:

Lemons
When life gives you lemons, what do you make?
Catana Comics
Sehr süße, herzerwärmende Comics.
Unexpected


Earth Porn:

Traumhafte Bilder
Wolkenformation

Interessant:

How to draw a Celtic knot


Traumhaft / Psychedelisch

Collection of psychedelich gifs
Eine Sammlung von psychedelischen und fraktalen Grafiken. Teilweise sehen sie aus wie Hypnagogien.
Optische Illusionen
Wie die Bilder von M.C. Escher, nur real nachgebaut.
Drohne in Alaska
Eine Drohne durchstreift Eishöhlen in Alaska.









Dienstag, 23. Mai 2017

[Review] Die Kunst des Träumens - Carlos Castaneda

Im Buch 'Die Kunst des Träumens' beschreibt der "Ethnologe" Carlos Castaneda seine Erfahrungen im Reich der bewussten Träume. Der Schamane Don Juan Matus soll ihm eine Technik beschrieben haben, mit der er seine Träume steuern kann.


TL;DR: Versuche, im Traum deine Hände zu finden.


Wenn man mit dieser Intention am Abend schlafen geht und im Traum seine Hände findet, kann man im Traum erkennen, dass man träumt. Diese Methode funktioniert tatsächlich. In bis in die 1990er Jahre war das die bekannteste Induktionstechnik. Von den Klartraumtreffen kenne ich einige Leute, die mit dieser Methode Erfolg hatten. Auch bekannte Autoren wie Robert Waggoner hatten ihre ersten Klarträume auf diese Weise.


Die Technik wurde auch schon in früheren Büchern beschrieben, unter anderem in 'Die Reise nach Ixtlan.


Inhalt des Buches

Castaneda reist also nach Mexico, um von seinem Lehrer Don Juan Matus, einem Schamanen der Yaqui-Indianer weitere Lehren zu empfangen.
Nachdem Castaneda in kürzester Zeit das Klarträumen meistert und auch Träume von fast unglaublicher Länge und Stabilität erlebt, wird er in seinen Träumen von sogenannten Scouts heimgesucht. Anorganische Wesen aus fremden Dimensionen wollen ihn in ebendiese Dimensionen ziehen, so dass er niemals wieder in die Welt zurückkehren kann.
Don Juan weiß von diesen Wesen und wie gefährlich sie sind, lässt seinen Schützling aber doch ziemlich fahrlässig immer weiter in die Traumwelt reisen.


Interessant ist nur, dass kein Klarträumer solche Erlebnisse wiederholen kann. Es klingt alles sehr ausgedacht und konstruiert.


Kontroversen um Castaneda

Im Laufe der Zeit verstrickte sich Castaneda mehr und mehr in Widersprüche und zog den Zweifel der Fachwelt auf sich. Die beschriebenen Lehren  des Don Juan haben mit der tatsächlich gelebten Spiritualität der Yaqui-Indianer kaum Ähnlichkeit und einige der von Don Juan verabreichten Pflanzen kommen in der Sonora-Wüste überhaupt nicht vor.

Fazit

Wer eine Anleitung zum Klarträumen sucht, wird mit Sicherheit enttäuscht werden. Das Buch enthält praktisch keine Übungen zum Klarträumen. Statt dessen bekommt man eine Gruselgeschichte über böse, anorganischen Wesen, die den Träumer ins Traumreich entführen wollen.


Ich finde es sehr schade, dass Castaneda immer noch einen so hohen Bekanntheitsgrad hat. Wenn jemand Fantasyliteratur schreiben möchte, dann kann man das gerne tun. Diese aber als ethnologische Feldforschung auszugeben finde ich in höchstem Maße unethisch. Die Märchen aus dem Buch wirken auf eventuell Klartraumwillige eher abschreckend.


Von mir gibt es einen von zehn Sternen für das Buch als Klartraumliteratur. Als reines Fantasybuch würde ich es sicherlich anders bewerten.

Siehe auch:

Artikel über Carlos Castaneda in der Wikipedia

Montag, 22. Mai 2017

Meditation der Woche - 1

Das Konzept der Meditation der Woche:

Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 1:

Blicke liebevoll auf einen Gegenstand.
Schweife nicht zu einem anderen Gegenstand ab.
Hier, mitten im Gegenstand - die Segnung.


Bei dieser Meditation sucht man sich einen beliebigen Gegenstand, egal welchen, und blickt eine gewisse Zeit voller Liebe auf ihn. Dabei sollte man zwischen Liebe und Lust unterscheiden, den Gegenstand voller Liebe anzublicken ist etwas vollkommen anderes, als ihn voller Lust anzublicken. Auf den ersten Blick mögen sich beide Herangehensweisen ähneln, sie führen jedoch zu vollkommen anderen Ergebnissen.


Diese Meditation stammt aus dem indischen Vigyan Bhairav Tantra. Sie wird sehr ausführlich im Buch Das Buch der Geheimnisse von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche
Das Buch der Geheimnisse kostenlos (englisch)

Freitag, 19. Mai 2017

Meditation der Woche - Einführungspost

Diese Serie stellt jede Woche eine kleine Meditation vor, die man immer mal wieder während des Tages durchführen kann. Im Gegensatz zu langen Meditationsretreats, in denen oft stundenlang meditiert wird, verfolgen wir hier den gegenteiligen Ansatz: Während des Tages, wann immer man sich daran erinnert, kann man diese Meditation durchführen.

Meditation erhöht ganz allgemein die Bewusstheit, sowohl im Wachleben als auch im Traum. So ist es wenig verwunderlich, dass Menschen, die häufig meditieren, auch häufiger spontane Klarträume haben. Umgekehrt berichten Klarträumer mit Meditationserfahrung, dass eine Meditation im Klartraum unglaublich tief und intensiv geht.


Die Meditationen, die hier vorgestellt werden, stammen zum Großteil aus dem indischen Vigyana Bhairava Tantra. Diese  umfasst 112  verschiedene Meditationsformen. In der westlichen Welt wurden sie durch die kommentierte Fassung von Osho Rajneesh bekannt gemacht.


Der Ablauf

Jede Woche wird eine Meditation vorgestellt, die man in seinen Tagesablauf einbauen kann, z.B. vor oder nach einem Reality Check. Wenn sie einem gefällt, kann man dabei bleiben, wenn nicht, dann kommt eine Woche später eine neue Meditation, die man ausprobieren kann.

Durch die Abwechslung bleibt die Motivation hoch.

Am nächsten Montag geht es los.


Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche

Donnerstag, 18. Mai 2017

WILDes Träumen - Ein Klartraumworkshop am 17.06.2017






Klarträumen – ein Intensivworkshop

Klartraum - luzider Traum

Führen Sie selbst Regie in Ihren nächtlichen Träumen - ein Intensiv-Seminar mit Fɑbian Ηolzheid

Klar zu träumen ist die Fähigkeit, sich während des Träumens darüber bewusst zu werden, dass man gerade träumt. Dadurch ist es möglich, den Traum zu steuern und somit bewusst durch die Traumwelt zu reisen. Ein riesiger Schatz an innerer Heilung, Inspiration und Kreativität liegt vor einem und wartet nur darauf, gehoben zu werden: Man kann seine Träume deuten, noch während man sie träumt, kann Lösungen für persönliche Probleme finden, neue Lieder komponieren, sogar Sportarten trainieren… all das während man im Bett liegt und schläft. Auch Albträume kann man schnell und zuverlässig loswerden, indem man im Einklang mit dem Unbewussten konstruktive Lösungen für die darunterliegenden Konflikte findet.

Das Klarträumen kann jeder erlernen. In diesem Workshop werden sowohl die grundlegenden Techniken zum Erlernen des luziden Träumens unterrichtet als auch eine Vielzahl von praktischen Übungen durchgeführt. Wir erarbeiten individuell einen Trainingsplan für das Üben zu Hause. Zwei Wochen später treffen wir uns zu einem Follow-Up-Termin.
Während dieses Seminars werden wir uns intensiv mit den Klarheit-bewahrenden Techniken auseinandersetzen und den Grenzbereich zwischen Wachen und Schlaf ausloten. Mit etwas Übung gelingt es, dir

Benötigt werden eine Decke und eine weiche Unterlage, z.B. eine Isomatte, einen Block und Stifte zum Schreiben und Zeichnen und ein Beitrag für das Überraschungsbuffet.


Meditation und Klarträumen

Termine :

Workshop: am Samstag den 17. Juni 2017 von 14 - 18 Uhr
Follow-Up:  am 1. Juli 2017 von 15 - 18 Uhr
 
Kosten: 95 Euro
  

Ort: Campestraße 7, Amara Heilpraktikerschule,
(Im Gruppenraum dürfen keine Straßenschuhe getragen werden.
 
Info und Anmeldung: 0531 250 79 485
Unbedingt vorher anrufen - und rechtzeitig anmelden -
es stehen vielleicht nur begrenzt Plätze zur Verfügung !
Im luziden Traum kann man exotische Orte besuchen



Siehe auch:

Bilderquellen:

Die Bilder sind alle von der Public-Domain-Seite Pixabay.de


Sonntag, 14. Mai 2017

Klartraum-Plausch - KTP II: Was für eine besondere Überraschung hast du in der Klartraumwelt erlebt?

In der zweiten Ausgabe des Klartraum-Plauschs von Traumlektuere.com geht es um die Frage:

Was für eine besondere Überraschung hast du in der Klartraumwelt erlebt?

Was ich an Klarträumen bemerkenswert finde ist die Tatsache, dass man dabei überrascht werden kann. Obwohl man sich (nach meinem bevorzugten Paradigma) in seinem eigenen Kopf und seiner eigenen Psyche befindet, ist es möglich, vollkommen unvorhergesehene Erlebnisse zu haben. Mein erster Gedanke zu der Frage war: Welche Überraschung? Die Spitzfindigkeit meines Unbewussten und dessen Hang zu Wortspielereien.


Vor einigen Monaten wollte ich mit einer Affirmation meine Klartraumhäufigkeit verbessern. Jeden Tag schnappte ich mir eine Mala - eine indische Meditationskette mit 108 Perlen - und wiederholte in Gedanken mein Mantra bzw. meine Affirmation: 'Ich bin ein guter Klarträumer, das Klarträumen fällt mir leicht'. Nach einigen Tagen begann die Affirmation Wirkung zu zeigen:
Mein nächster Traum fand auf einem Klartraumtreffen statt. Ich besuchte ich ein Treffen der Klarträumercommunity und verhielt mich zu allen Teilnehmern ausgesprochen höflich. Ich hielt anderen Teilnehmern die Türen auf und war allzeit freundlich. Natürlich: Ich hatte meinem Unbewussten ja die Nachricht gegeben: Ich bin ein guter Klarträumer.
Seitdem habe ich meine Affirmation etwas abgeändert: Ich überprüfe bei jeder Gelegenheit, ob ich träume.


Mich beeindruckt immer wieder, welches Potenzial für persönliches Wachstum in Klarträumen steckt. Meiner Erfahrung nach versteht und erkennt man die Botschaften des Unbewussten in klaren Träumen um ein vielfaches besser als in normalen Träumen. Es scheint das genaue Gegenteil der oft geäußerten Befürchtung, dass Klarträumer die Botschaften ihres Unbewussten blockieren, zuzutreffen.
Ähnliche Erfahrungen findet man auch in den Traumberichten in 'Schöpferisch Träumen' - nach wie vor eines der besten Klartraumbücher, besonders für psychologisch interessierte Träumer.
Rückblickend betrachtet waren die unerwarteten Botschaften, die ich in dem Moment auch eigentlich nicht hören wollte, die wertvollsten Traumerlebnisse.
In einem Traum benahm ich mich, da ich sowohl wusste, dass ich träume, als auch, was gleich passieren wird, dementsprechend arrogant. Nach einiger Zeit wollte ich mich mit einer Traumfigur unterhalten, doch sie entgegnete nur: 'Habe ich dir nicht schon genug Raum gegeben, um dich selbst zu präsentieren?' - Das saß. All die aufgebaute Euphorie fiel wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Ich wusste, dass die Figur recht hatte, nicht nur für mein Verhalten im Traum, auch im Wachleben lege ich manchmal so ein Verhalten an den Tag. So ähnlich müssen sich die Helden in der Unendlichen Geschichte fühlen, wenn sie in den Spiegel der zweiten Pforte sehen. Im Buch ergreifen die meisten Helden die Flucht. Genau das gleiche machte ich auch (was im Nachhinein nicht sehr reif war): Ich ergriff die Flucht ins Wachleben.
Rückblickend würde ich jedoch diesen Klartraum als einen der wertvollsten bezeichnen, auch wenn das Erlebnis alles andere als angenehm war.

Siehe auch:

Alle Beiträge zum Klartraum-Plausch

Freitag, 12. Mai 2017

Die ultradiane Heilreaktion

Gibt es einen kleinen, geheimen Trick, der uns wacher und konzentrierter macht, gleichzeitig stressresistenter und weniger krankheitsanfällig. Der uns dazu noch hilft, schneller in einer Disziplin zur Meisterschaft zu gelangen?
Es gibt ihn: Der Trick ist, regelmäßig - etwa alle anderthalb bis zwei Stunden - eine kurze Pause von 15 bis 25 Minuten einzulegen.

Leben im Takt des Gehirns

In seiner Arbeit mit Milton Erickson hat Ernest Rossi herausgefunden, dass Körper und Geist eines Menschen etwa alle 90 bis 120 Minuten in den Standby-Modus gehen. Das ist die ideale Zeit für eine kleine Pause von 15 bis 20 Minuten. Er nannte diesen Vorgang die 'Ultradiane Heilreaktion', da sie mehrmals (ultra = mehrmals) am Tag (dies = Tag) auftritt.


Diese Zeitspanne entspricht genau dem BRAC, dem Basic Rest-Activity Cycle des menschlichen Gehirns. In der ersten Phase schwingen die Gehirnwellen schneller, man ist wacher und leistungsfähiger. Man hat mehr und bessere Ideen. In der zweiten Phase, am Ende eines jeden Zyklus, verlangsamen sich die Gehirnwellen, man fühlt sich müde und benommen.


Das ist der ideale Zeitpunkt für eine Pause. Leider ist genau das nicht gern gesehen. Arbeitgeber und Mitmenschen wäre es am liebsten, wenn wir 24 Stunden lang geschäftig umhertrieben. Aber genau das Gegenteil ist sinnvoll: Wer regelmäßig Pausen macht, arbeitet danach effektiver und konzentrierter weiter, so dass er am Ende des Tages sogar mehr geschafft hat.
Regelmäßige Pausen machen die Menschen außerdem noch belastungsfähiger, ausgeglichener und sorgen dafür, dass sie seltener krank werden. Das zeigen die Untersuchungen von Ernest Rossi. Allein das sollte Unternehmen eigentlich überzeugen, für mehr statt weniger Pausen einzutreten.

Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens - John Steinbeck

In einigen Unternehmen beginnt bereits ein Umdenken: Das Heiztechnik-Unternehmen Vaillant hat in Zusammenarbeit mit der Universität Wuppertal die Wirksamkeit von Power-Naps untersucht. Die Ergebnisse sind eindeutig: Wer zwischendurch ein Schläfchen macht, ist konzentrierter und schneidet in Aufmerksamkeitstests besser ab.
Im Chemieunternehmen BASF kann man seit 2008 Kurse im Gesundheitsförderungszentrum Kurse zum Thema Powernapping machen.

Siehe auch:

20 Minuten Pause von Ernest L. Rossi bei Amazon.de
"Büroschlaf" als Angstwort - TAZ.de
One Simple Thing That Makes You a Star - Huffingtonpost.com

Dienstag, 9. Mai 2017

100 Blöcke täglich - 100 Blocks per Day

Dieser Post wurde vom Artikel 100 Blocks per day des WaitButWhy-Blogs inspiriert.

100 Blocks - 100 Blöcke



Der Tag hat 24 Stunden, von denen wir 8 Schlafen. Bleiben 16 Stunden mal 60 Minuten = 960 Minuten übrig. Jeden Tag haben wir also fast 1000 Minuten zur Verfügung. Diese Zeit können wir der Einfachheit halber in 100 Zehn-Minuten-Blöcke einteilen. Jeden Tag wachen wir auf und bekommen 100 neue 10-Minuten-Blöcke, die wir Stück für Stück ausgeben, bis wir uns am Abend hinlegen. Am nächsten Tag beginnt das Spiel von vorne.


Der Autor empfiehlt, geistig einen Schritt zurück zu treten und sich zu überlegen, wie man mit diesen Blöcken umgeht. Wie viele dieser Blöcke verbringt man mit anderen Leuten, wie viele verbringt man alleine? In wie vielen schafft man Dinge, in wie vielen konsumiert man?
Wenn man sich seinen Tag als ein Gitter von 10x10 Blöcken vorstellt und jeden dieser Blöcke einem Zweck oder einer Tätigkeit zuordnen müsste, würde man sein Leben genau so planen und priorisieren?


In der Grafik unten sind die 100 Blöcke einmal bildhaft dargestellt. (Ein größeres Bild findet man im WWB-Blog als PDF)


Motivation, Zeitmanagement





Wie jemand seine Blöcke ausgibt, ist eine Sache der persönlichen Prioritäten, die jeder nur für sich selbst entscheiden kann. Ich finde, dass diese Methode den Blick auf die tägliche Lebenszeit ändert und auch schärft.
Besonders spannend finde ich die Fragen: Wie viele Blöcke gebe ich jeden Tag für Social Media aus? Wie viele für meine persönliche Weiterentwicklung?
Wenn ich täglich 10 Minuten dafür nutze, beim Tagebuchschreiben meine Gedanken zu reflektieren, habe ich einen Block bzw. 1% meiner Wachen Zeit dafür verwendet. Zieht da das Argument 'Dafür fehlt mir einfach die Zeit' noch?
Wie viele Blöcke verbringe ich vor dem Fernseher, ohne direkten Gegenwert, außer ein wenig Kurzweile? Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, dann sind es doch einige. Alleine eine Folge Simpsons entspricht drei Blöcken, wovon ein fast Block Werbung ist.
Der Sinn dieser Methode ist es nicht, sich selbst oder anderen irgend etwas madig zu machen, sondern für sich selbst seinen Umgang mit Zeit mal von außen zu betrachten.


Wenn man sich bildhaft vergegenwärtigen möchte, wie man seinen Tag so verbringt, kann man die etwas abgeänderte Grafik unten verwenden. Statt der ca. 100 Blöcke Wachzeit sind hier die 1440 Minuten des Tages in 12x12 Kästchen unterteilt. Jetzt kann man jeder Tätigkeit, die man am Tag verrichtet eine Farbe geben: Schlafen z.B. Schwarz, Essen rot, Arbeit gelb...


Viel Spaß beim Ausmalen!


Zeitmanagemen, Life Hack

Siehe auch:

100 Blocks per day

Freitag, 5. Mai 2017

Crowdfunding the Development of a reliable Lucid Dream Induction Technique - Backer gesucht

Die beiden Psychologen Peter Michael Mross und Joachim Kildau benötigen unsere Unterstützung:
Bei Experiment.com haben sie eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um Geld für die ihr Forschungsvorhaben zu sammeln. Unter anderem sollen ein EEG und weiteres Zubehör angeschafft werden.

Ziel

Im Rahmen eines knapp zweijährigen Forschungsprojektes soll eine verlässliche Methode gefunden werden, Klarträume zu induzieren.
Dafür werden die bekanntesten und vielversprechendsten Klartraumtechniken auf ihre Wirksamkeit im Schlaflabor untersucht. Dabei wird ein reger Austausch mit der Community stattfinden. Besonders die neuere Klartraumtechniken wie SSILD und FILD / HILD sind wissenschaftlich noch kaum untersucht. Es soll weiterhin überprüft werden, ob sich der Erfolg der Klartraumtechniken im EEG oder in anderen Messwerten niederschlägt und ob auch der Umkehrschluss zutrifft: Führt es zu klaren Träumen, wenn man die gefundenen Veränderungen durch akustische oder optische Stimulation erzeugt?
Die Ergebnisse der Studie sollen dann frei zugänglich sein und so der Allgemeinheit zugute kommen.

Fürsprecher

Bei Experiment.com können Wissenschaftskollegen Projekte empfehlen. Dieses wird von Benjamin E. Klein von der Leibnitz Universität Hannover, Hartmut Klein von der FHDW Paderborn, Dr. Wolfgang Ambach von der Universität Freiburg und Dr. Ullrich Ott von der Universität Gießen unterstützt. Ullrich Ott ist Leiter der Arbeitsgruppe Veränderte Bewusstseinszustände an der Universität Gießen. Er ist durch seine Forschung der geistige Vater des Traumschuudans.

Fazit

Ich finde das Projekt super spannend und werde es selbst noch backen. Die Aussicht auf eine neue und wissenschaftlich abgesicherte Methode, um Klarträume zu induzieren finde ich großartig. Die Forscher sind selbst Klarträumer und haben eine große Nähe zur  Klartraum-Community - Das kann nur gut werden.

Siehe auch:

Development of a reliable lucid dream induction technique By Peter Michael Mross and Joachim Kildau @ Experiment.com
Interview mit den Machern auf Traumlektüre.com

Dienstag, 2. Mai 2017

Klartraum-Plausch - KTP

Alex vom Blog Traumlektüre.com hat den Klartraumplausch ins Leben gerufen. Hier tauschen Klarträumer und Klartraum-Blogger ihre Erfahrungen und Erlebnisse über wechselnde Themen aus.


Das Thema des ersten KTP lautet:


Was hast du in Bezug auf das Klarträumen erst durch mehrere Anläufe (inkl. Lösungsweg) gelernt?
Das ist eine spannende Frage. Sie ist sehr vielschichtig und lässt sich von unterschiedlichen Blickwinkel betrachten.
Warum sollte man eine Fähigkeit im Klartraum zur Meisterschaft bringen? Was habe ich davon?
Ich finde, dass einfach viel zu oft gefragt wird: 'Und was habe ich davon?' Welchen Nutzen, welche Rendite ziehe ich daraus? Warum?




Auch wenn auf den ersten Blick kein direkter Sinn in der Sache zu finden sein sollte, so kann die Erfahrung, die der Träumende macht, den Einsatz mehr als wettmachen. Wie 'Kunst um der Kunst willen' kann man sagen: 'Klarträume um der Klarträume willen'.
Man kann im Traum etwas perfektionieren, was einfach Spaß macht. Vielleicht das Fliegen. Mit jeder Übungseinheit im Klartraum verbessert sich das Erlebnis und es macht noch mehr Spaß.
Bei manchen Handlungen im Wachleben tritt der Effekt ein, dass ein Erlebnis mit zunehmender Wiederholung immer langweiliger wird. Die erste Fahrt mit der Achterbahn im WL ist noch total spannend. Die zehnte Achterbahnfahrt erscheint dann im Vergleich zur ersten ziemlich unspektakulär. Im Traum bzw. Klartraum sind jedoch alle Mechanismen, die das Erlebnis abstumpfen lassen, abgeschaltet bzw. werden umgangen.
Sobald das Fliegen im Klartraum in Ansätzen langweilig wird, wird das Erlebnis automatisch intensiver, realistischer, tiefer, weil sich die Wahrnehmung intensiviert und verfeinert.




Wenn das Erlebnis etwas näher an der Realität ist, kann man diese erweiterte bzw. vertiefte Wahrnehmung und Bewusstheit sogar mit ins Wachleben nehmen. Ein Teilnehmer des Braunschweiger Klartraumtreffens berichtete mir, dass er Essen im Traum unglaublich intensiv erlebt. Und seitdem er diese Erfahrungen im Traum gemacht hat, kann er das Essen im Wachleben viel intensiver erleben und genießen. Daraus ergibt sich ein riesiger Gewinn an Lebensqualität.


Sportler profitieren nachgewiesenermaßen vom Training im Klartraum. Je intensiver und störungsfreier sie im Klartraum üben können, um so deutlicher ist auch die Verbesserung ihrer Leistung in der Wachrealität. Die Perfektion einer Fähigkeit im Traum hat deutliche Auswirkungen auf ihr Leben.




Im buddhistischen Traumyoga gibt es Übungen und Empfehlungen, um die Traumwelt zu beeinflussen, also die Fähigkeit zur Traumkontrolle zu verbessern und perfektionieren. Der Sinn dahinter liegt darin, sich selbst von geistigen Einschränkungen zu befreien, sich zu dekonditionieren um so eine größere geistige Flexibilität zu bekommen. Tenzin Wangyal Rinpoche schreibt in 'Übung der Nacht': 'Nur bei ausreichender Flexibilität sind wir nicht mehr Karma-Getriebene. [...] Indem wir die bis dahin akzeptierten Grenzen der Erfahrung sprengen, wird unser Geist immer geschmeidiger und flexibler. Wir gewinnen Luzidität und dann Flexibilität, und schließlich wenden wir diese geistige Flexibilität auf unser ganzes Leben an.'

Meine Erfahrung

In meinen ersten Klarträumen gelang es mir nicht, durch Wände zu gehen, obwohl ich in vielen Berichten gelesen habe, dass es unglaublich einfach sei. Meistens blieb ich entweder in der Wand stecken und kam nicht weiter, oder ich landete in einem schwarzen Nichts und wachte kurz darauf auf. Aber mit jedem Traum klappte es besser. In einem etwas späteren Traum blieb ich wieder stecken, diesmal in einer Glastür. Sie verwandelte sich wieder in eine gummiartige Substanz. Wieder kam ich weder vor noch zurück, aber ich konnte mich in diese Substanz reinsetzen und schaukeln.
Kurze Zeit später hatte ich den Durchbruch: Ich drohte wieder stecken zu bleiben. Aus den Tiefen meines Unbewussten tauchte plötzlich die Erkenntnis auf, dass ich mich nicht auf das 'Durchgehen', sondern auf das 'Ankommen' konzentrieren sollte. Und sofort bekam ich von hinten einen Schubs und glitt problemlos durch die Wand hindurch.
Genau diese Denkstrategie hat mir im Klartraum schon oft weitergeholfen. Wohin ich den Impuls meiner Gedanken richte, in diese Richtung entwickelt sich der Traum. Nicht loslaufen, sondern ankommen. Nicht das Problem suchen, sondern die Lösung.
Ich finde es immer wieder beeindruckend, welche großen Auswirkungen solche kleinen Änderungen im Denken auf den Traum und die Traumwelt haben.


Durch diese Erkenntnis habe ich mein Repertoire sowohl im Traum als auch im Wachleben um eine Facette erweitern können. Ich konnte direkt erfahren: Wohin ich meine Aufmerksamkeit richte, das stärke ich (mental).
Manchmal ist der Weg einfach das Ziel. In dieser Situation wäre es kontraproduktiv, die Aufmerksamkeit auf das Ziel zu richten. Es ist gut, zwischen beiden Möglichkeiten wählen zu können.

Siehe auch:

Alle Beiträge zum Klartraum-Plausch



Freitag, 28. April 2017

Casual Friday April





Auch diesen Monat gibt es wieder eine Sammlung aus interessanten, inspirierenden und traumhaften Links.

Sehenswert

What is "brain hacking"? Tech insiders on why you should care
Eine Dokumentation über die Entwicklung von Smartphone-Apps. Wie kann die Software so designet werden, dass sie den Nutzer möglichst stark an das Produkt binden. Warum werden wir ängstlich, wenn wir eine Zeit lang nicht die sozialen Medien gecheckt haben? Welche die Rolle spielen Sucht,  Dopamin und Cortisol dabei?

Traumhaft



Kinetic Sculpture
Eine sehr RC-würdige und traumhafte Wandskulptur.
Infinity Installation
Tinashe - Lucid Dreaming
Die R&B-Sängerin Tinashe hat immer wieder sehr traumhafte Elemente in ihren Songs und Lyrics.
Good use of tax Money
Eine sehr traumhafte Brücke.
Reading Rainbow Intro
Reading Rainbow war eine US-amerikanische Kinderserie, die von 1983 bis 2006 ausgestrahlt wurde. Das Intro finde ich sehr psychedelisch und könnte auch zum Klarträumen passen.
Sesame Street - Count to 20
Eine sehr traumhaft-hypnaoge Reise.






Earth Porn

Hamnøy, Norwegen
Ein sehr surreales, traumhaftes Bild. Die Nordlichter am Himmel, und das Meer... Das Bild könnte direkt einem (Klar)Traum entsprungen sein.


Insel in Irland





Dienstag, 11. April 2017

Lucid Dreaming Day am 12.04.

Am 12.04.1975 gelang es Keith Hearne, das Klarträumen im Schlaflabor wissenschaftlich nachzuweisen. Deshalb ist der 12. April der weltweite Lucid Dreaming Day.


Zum heutigen Lucid Dreaming Day machen Dr Keith Hearne,  Daniel Love - The Lucid Guide, Tim Post, Geo from Lucid Source, Max Hunter and James Bray (aka Spacetimebadass) einenYoutube Live-Stream. Er beginnt um 09:00 Uhr PM BST, also um 22:00 Uhr deutscher Zeit.

Jeder, der eine Frage an einen der Teilnehmenden hat, kann sie im Lucid-Dreaming Subreddit stellen.

Mittwoch, 29. März 2017

Tinashe - Lucid Dreaming

Der erste Song auf dem Album Nightride der amerikanischen R&B-Sängerin Tinashe hat den Titel 'Lucid Dreaming'.
When lucidity occurs the dreamer suddenly realizes that they are dreaming.
And this awareness allows them to control what goes.
The same can be achieved in the conscious world, the mind can manifest reality



Ich finde das Album interessant. Auch Songtitel wie 'Soul Glitch' und 'Spacetime' klingen spannend.
Ich frage mich, welche Gehirnwellen Tinashe mit dem Track 'Binaural Test' bei ihren Hörern erzeugen will. (Listen with Headphones)



Nightride wurde vom Rolling Stone auf Platz 16 der 20 besten R&B-Alben des Jahres 2016 gewählt.
Auch in früheren Alben spielen Träume und Tagträume immer wieder eine Rolle in ihren Songs:




Mittwoch, 22. März 2017

Welche Wirkung hat tACS auf Traumklarheit? (Teil 1)


Dieser Blogpost entstand in Zusammenarbeit mit Sandu Kavah, Youtuber und Blogger von Traumbewusst und steeph, dem Gründer des BLucid-Podcasts. Ich bin sehr froh, ihn hier veröffentlichen zu können und möchte steeph und Sandu für die Zusammenarbeit danken.
Eine Studie, die am 11. Mai 2014 im Magazin Nature veröffentlicht wurde, sorgte in der Klarträumer-Community für ziemlichen Wirbel. Ein Team von Forscherinnen und Forschern gelang es angeblich, das Gehirn schlafender Menschen mit sehr schwachem Wechselstrom (transkranielle Wechselstromstimulation, tACS) so zu stimulieren, dass daraus in 77% der Fälle ein Klartraum resultierte. Die Studie wurde von namhaften Traumforschern durchgeführt, unter anderem von Dr. Ursula Voss von der J.W.v.Goethe-Universität in Frankfurt und Dr. Allan Hobson von der Harvard Medical School in Boston.
Die Ergebnisse lösten teilweise große Begeisterung in der Community aus. Endlich schien der Traum von quasi nächtlichen Klarträumen ohne großen Aufwand in greifbare Nähe gerückt. Es schien so einfach.
Die Werte verdienen jedoch eine genauere Untersuchung. Woher kommt die Hoffnung, dass eine Stimulation des Gehirns mit Wechselstrom, verglichen mit anderen Induktionsvarianten, sehr zuverlässig Klarträume erzeugen könnte? Was ist wirklich bekannt über dieses Verfahren? Und wie fügt es sich in andere Praktiken der Klartrauminduktion ein?

Stromstöße, tDCS, tACS, Präfrontaler Kortex

Schon in den frühen 1980er Jahren wurden von Keith Hearne vereinzelt Experimente mit elektrischem Strom zur Klartrauminduktion durchgeführt. Dabei wurde ein elektrischer Impuls verwendet, um dem Träumer ein Signal zu geben, an dem er erkennen sollte, dass er gerade träumt. Das Prinzip ist hier das gleiche, wie das der Klartrauminduktion durch blinkende Lichter, Wasserspritzer oder Audio-Botschaften während des Schlafs. tDCS und tACS verfolgen einen ganz anderen Ansatz: Durch einen niedrigen Gleich- bzw. Wechselstrom durch den Schädel und somit das Gehirn soll dieses angeregt werden, im stimulierten Bereich aktiv zu werden. Es ist also eine Form von Entrainment.
Welche mentalen Funktionen dazu führen, dass das Gehirn in bestimmten Zuständen und bei bestimmten Aktivitäten immer ähnliche Oszillationsmuster erzeugt, ist noch weitgehend unbekannt. Die Hoffnung ist bei tDCS (Transcranial direct current stimulation, also die Stimulation des Gehirns mit Gleichstrom), dass der Bereich des Hirns, durch den der Strom fließt, aktiviert wird und auch nach Ende der Stimulation weiter aktiv bleibt oder bei regelmäßiger Anwendung leichter durch mentale Übungen aktiviert werden kann. Bei tACS (Transcranial alternating current stimulation, also der Stimulation mit Wechselstrom) hofft man zusätzlich, dass die Stimulation mit einer bestimmten Frequenz dazu führt, dass das Hirn einen Zustand einnimmt, in dem typischerweise auch diese Frequenz abgegeben wird.
Die Wirkungen von tDCS wurden schon in vielen Zusammenhängen untersucht. Als Behandlung von Depression gab es dabei einige Erfolge. Andere Anwendungen werden zwar weiter erforscht, z.B. die Steigerung verschiedener geistiger Leistungen, ein weiterer eindeutiger Nutzen wurde allerdings noch nicht mit Sicherheit gefunden.
In einer früheren Studie konnte gezeigt werden, dass bei klar träumenden Personen das Gehirn im Stirnbereich, genauer im dorsolateralen präfrontalen Kortex stärker auf der Frequenz von 40 Hz arbeitet als bei trüb träumenden. Dieses Verhalten ist üblicherweise im Wachen festzustellen. Die Vermutung liegt deshalb nahe, dass das im Traum dazu gewonnene Bewusstsein und die erhöhte Aktivität des präfrontalen Kortex eng miteinander verbunden sind. Wahrscheinlich löst das eine das andere aus. Die Frage ist nun, ob eine externe Stimulation des Bereichs möglicherweise den Bewusstseinszustand ändern oder zumindest eine Änderung anregen kann.

tDCS-Studie von Tadas Stumbrys

2013 testeten Tadas Stumbrys, Daniel Erlacher und Michael Schredl (Volltext) die Wirkung von transkranieller Gleichstromstimulation (tDCS) am präfrontalen Cortex auf Träume, um zu prüfen, ob diese die Bewusstheit im Traum erhöhen kann.
Der dorsolaterale präfrontale Kortex von 19 Versuchspersonen wurde während eines Aufenthalts im Schlaflabor mit Gleichstrom (1 mA) stimuliert bzw. erhielten die Probanden eine Scheinstimulation als Placebokontrolle.
Während der Nächte mit Stimulation waren die Traumberichte signifikant länger. Traumberichte aus tDCS-Nächten hatten eine durchschnittliche Länge von 159,9 Wörtern während Traumberichte aus Nächten ohne Stimulation im Schnitt lediglich 116,6 Wörter aufwiesen. Die Teilnehmenden wie auch externe Gutachter bewerteten die Träume deutlich häufiger als luzid.
Die Gutachter bewerteten 10% der Traumberichte aus Nächten mit Stimulation und 5% der Träume aus Nächten ohne Stimulation als Klarträume. Jedoch zeigte sich, dass nur erfahrene Klarträumer von der Stimulation profitierten.
Die Autoren vermuten, dass für die Klarheit im Traum die Aktivierung eines weiten Netzwerkes im Gehirn nötig ist. Das kann etwa durch Veranlagung oder möglicherweise durch Klartraumtraining und -erfahrung ausgebildet werden.

tACS-Studie von Ursula Voss

Nach dem gleichen Prinzip, aber mit einer anderen Messmethode, haben Ursula Voss und ihr Team untersucht, ob eine Wechselstromstimulation ebenfalls eine positive Auswirkung auf Traumklarheit hat. Das Ergebnis ist allerdings nicht so eindeutig, wie es meistens kommuniziert wird. Zwar steht in der Studie recht eindeutig, dass bei einer Stimulation mit 40 Hz in 77% der Fälle luzide Träume/Klarträume festgestellt worden seien. Die Definition für einen Klartraum entspricht hier aber nicht der üblichen. Um die Daten richtig interpretieren zu können, müssen wir uns das verwendete Messverfahren ansehen.

Die LuCiD-Skala

Um die Bewusstheit im Traum vergleichen und beurteilen zu können, wurde in einer früheren Studie von einem Forscherteam, ebenfalls um Ursula Voss und Allan Hobson die LuCiD-Skala (Measuring Consciousness in Dreams : The Lucidity and Consciousness in Dreams scale - U. Voss et al./ Consciousness and Cognition 22 (2013) 8-21) entwickelt.
Mit dieser können die Träume von Versuchspersonen hinsichtlich des Grades der Bewusstheit untersucht werden. Dafür beantwortet der Träumer einen Fragebogen mit 27 Fragen zum Erlebten. Aus den Antworten wurden in besagter Studie 2013 die Faktoren Insight, Control, Thought, Realism, Memory, Dissociation, Negative Emotion und Positive Emotion gebildet. Über eine Liste von Fragen, die der Teilnehmer subjektiv auf einer Skala von 0 bis 5 beurteilen kann, werden diesen einzelnen Faktoren Werte und Gewichtungen zugewiesen.
Typische Fragen sind zum Beispiel:
Während ich träumte, war ich mir darüber bewusst, dass alles, was ich während des Traums erlebte, nicht real war. (Insight)
oder
Während ich träumte konnte ich übernatürliche Handlungen durchführen (wie Fliegen oder Durch-Wände-Gehen). (Control)
In der Studie aus dem Jahr 2013 wurden einmal 160 Träume, davon 50 Klarträume und zur Validierung der Skala 151 weitere Traumberichte überprüft.
Betrachtung der Daten
Ein, wenn nicht der, Kritikpunkt an der tACS-Studie ist die sehr beliebige Definition des Begriffs ‘lucidity’. (Einen guten, kritischen Überblick auf englisch hat Neurocritic in einem Blogartikel verfasst.) In der Studie wird jeder Traum als Klartraum (lucid dream) bezeichnet, der in den Werten ‘Insight’ oder ‘Dissociation’ der LuCiD-Skala um zwei Standardabweichungen erhöhte Werte aufwies.
Assumption of lucidity. Lucidity was assumed when subjects reported elevated ratings (>mean + 2 s.e.) on either or both of the LuCiD scale factors insight and dissociation. Both factors were significantly correlated (r = 0.32, P = 0.000002), suggesting a high degree of shared variance. [Markierung von den Autoren]
Insight bedeutet hierbei die Einsicht in den Traumzustand, was der üblichen Definition eines Klartraums entspricht. Dissociation bedeutet das losgelöste Betrachten der Traumsituation z.B. aus der 3.-Person-Perspektive. - Dies ist streng genommen ein sehr, sehr unübliches Kriterium für einen Klartraum. Diese Definition der Klarheit wird allerdings nur von wenigen Forschern, z.B. Charles Tart verwendet (Siehe: Ursula Voss - Neuronale Grundlagen des luziden Träumens). Die Mehrzahl der Klartraumforscher (LaBerge, Tholey, Erlacher, Schredl) verwenden diese Definition in ihren Veröffentlichungen nicht. Wieso haben Voss et al. dies dennoch als Klartraum deklariert?
In der Studie von 2013, die die LUCiD Scale begründete, wurden die vorhin genannten 8 Faktoren im Zusammenhang mit Klarträumen und Trübträumen gebildet und auf Zusammenhänge zu Klarträumen untersucht. Von diesen 8 Faktoren korrelierten 6 signifikant mit einer erhöhten Klartraumrate:
„[A] significant difference in INSIGHT, THOUGHT, MEMORY, DISSOCIATION, CONTROL, and POSITIVE EMOTION was found while the differences in NEGATIVE EMOTION and MEMORY were not statistically significant. All differences were again significant at the 1% level with the exception of DISSOCIATON [sic!] (p < .05).“
Das bedeutet, dass es wahrscheinlicher ist, dass, wenn einer dieser Faktoren erhöht ist, ein Klartraum vorliegt. Das mag wahrscheinlich sein, aber nicht zwingend notwendig. Würde ein notwendiger Zusammenhang bestehen, d.h. würde z.B. in nahezu jedem Klartraum auch Kontrolle über den Traumverlauf vorliegen, dann müsste die Korrelation nicht nur hochsignifikant sein, sondern die Effektstärke r müsste nahezu 100% betragen (zum Vergleich: im zitierten Fall beträgt sie 32% zwischen Insight und Dissociation). Signifikanzen geben in der Statistik an, dass die gefundene Korrelation zwischen zwei Faktoren wie z.B. Klarträumen und Traumkontrolle wahrscheinlich kein Messfehler ist. Effektstärken geben an, wie stark der gefundene Zusammenhang ist, d.h. wie häufig er zu erwarten ist. Üblich in der Statistik ist es, die von Voss et al. gefundenen Korrelationen als mittelstark zu bewerten, keinesfalls aber als zwingend. Das bedeutet umgekehrt, dass Klarträume trotz Zusammenhang nicht immer Traumkontrolle, 3.-Person-Perspektive oder einen der anderen 6 signifikanten Faktoren aufweisen müssen und umgekehrt, Träume mit beispielsweise einem hohen Grad an Traumkontrolle nicht zwingend Klarträume sein müssen.
In der Studie wurde dies anscheinend ignoriert. Alle 6 signifikanten Faktoren der LuCiD-Skala wurden auch in der tACS-Studie 2014 überprüft. Das ist an sich unproblematisch und liefert interessante Ergebnisse. Doch nun fanden sich erhöhte Werte für Insight und Dissociation bei einer Stimulation mit 40 Hz und für Control bei einer Stimulation mit 25 Hz. Aufgrund der 2013 entdeckten Korrelationen schien es den Autoren nun billig, Dissociation und Insight als miteinander austauschbar zu behandeln, obwohl die Effektstärke r zwischen beiden Faktoren lediglich 36% betragen hatte. Praktisch wird nun also jeder Traum, ob mit erhöhter Traumerkenntnis oder auch nur aus der 3.-Person-Perspektive erlebt, als Klartraum deklariert. Dies verbessert das Resultat der Studie ungemein, denn die stärkste Wirkung der tACS auf die Träume wurde bei Dissociation, nicht bei Insight, verzeichnet. Im Endeffekt triggert tACS also vielleicht manchmal Insight, viel häufiger aber Dissociation, meist ohne dass diese zu Traumerkenntnis führt. Wenn Dissociation und Insight jedoch so stark verknüpft wären, dann wäre der Wert für Insight und Dissociation gleich hoch und man müsste Klarträume nicht als entweder Träume mit Insight oder Träume mit Dissociation betiteln. Höchstens kann man bei Dissociation von einer höheren Chance sprechen, klar zu werden.
Es gibt weitere Einwände gegen die Sauberkeit der Studie: Etwa ist der Faktor Dissociation, der in der Studie 2013 gebildet wurde, gar nicht reliabel. Das bedeutet, dass die Fragen, die gemeinsam den Faktor Dissociation abdecken sollen, vielleicht gar nicht einen gemeinsamen Faktor abbilden, sondern mehrere verschiedene. Die Autoren hatten dieses Problem erkannt, aber ignoriert - mit dem Hinweis darauf, dass der Faktor Dissociation trotzdem eine gute Unterscheidung zwischen klaren und nicht-klaren Träumen erlaube und somit gerechtfertigt sei.
“Reliability can be regarded as good for most factors (cf. Nunnally & Bernstein, 1994). It is slightly lower than desired for MEMORY and NEGATIVE EMOTION, and too low for DISSOCIATION. We attribute this to the heterogeneity of the constructs. As mentioned before, DISSOCIATION is of high discriminative power with regard to lucid and non-lucid dreams and can therefore considered to be valid (cf. Moosbrugger & Kelava, 2011).”
Ob dieses Vorgehen in Ordnung ist, bleibt hier eine offene Frage.
Auch kann bemängelt werden, dass die Zahl der Probanden in beiden Studien sehr gering war. Dies führt unter anderem dazu, dass die Ergebnisse zwischen verschiedenen Studien stark schwanken können.
Da die Studie aus 2014 auf die von 2013 entwickelte Skala zurückgreift, muss angenommen werden, dass die doch geringen Stichproben miteinander vergleichbar sind. Vergleicht man deren Daten in den Skalen dann aber miteinander, ergibt sich eine weitere Inkonsistenz: Träume, die in der 2013er Studie von den Probanden als „Klarträume“ eingestuft wurden, wiesen im Faktor „Insight“ durchschnittlich einen Wert von ca. 3,4 (von 0 als niedrigstes bis 5 als höchstes) auf. Das bedeutet, dass Träume, welche einen niedrigeren Grad an „Insight“ aufweisen, in der Studie von 2013 nicht als Klarträume gegolten hatten. In der 2014er Studie sieht dies anders aus: Hier wurde ganz davon abgesehen, Klarträume zu definieren und die Probanden danach zu fragen, ob sie einen Klartraum hatten. Nur noch die Faktoren wie Insight, Control, Dissociation usw. sollten graduell eingeschätzt werden. Wie hoch aber mussten diese sein, damit es sich um einen Klartraum handelt? Nimmt man die Daten der Studie 2013 als Anhaltspunkt, so müsste Insight z.B. einen Wert von etwa 3.4 oder höher betragen, damit es sich um einen Klartraum handelt. Stattdessen wurde aber nur darauf geachtet, ob der Wert bei einer Stimulation mit Strom signifikant höher ist als ohne Stromstimulation.
Konkret heißt das, dass Probanden ohne Stromstimulation einen durchschnittlichen Wert von etwa 0,1 in Insight aufwiesen, und nach einer Stimulation von 40 Hz eine signifikante Erhöhung dieses Wertes vorlag: nämlich 0,6. Das Ergebnis ist signifikant, weil eine enorme Erhöhung im Vergleich zum fehlenden Strom vorliegt, jedoch ist sie verglichen mit den Werten, in denen man laut Studie 2013 von einem Klartraum überhaupt erst spricht, viel zu gering. Auch im Faktor Control, der bei 25 Hz signifikant stärker ist als ohne Strom, liegt dieser Wert noch deutlich unter denen mit Klarträumen assoziierten Werten aus der Studie von 2013 (siehe Tabelle). Einzig im Faktor „Dissociation“ besteht ein annähernd gleicher Wert unter 40 Hz wie bei der Studie 2013 bei Klarträumen (siehe Tabelle).
Die Grafik oben vergleicht die Daten der LuCiD-Studie aus dem Jahr 2013 mit denen aus der tACS-Studie aus dem Jahr 2014. Die Werte für die für Klarträume relevanten Faktoren Insight und Control, auf die es für den Träumer am meisten ankommt, liegen deutlich unter den Werten, die der Veröffentlichung aus dem Jahr 2013 zugrunde lagen. Lediglich der Wert für Dissociation ist vergleichbar hoch. Dieser Aspekt der Klarheit ist für den Hobbyklarträumer wenig interessant und, wie wir sahen, kein zwingendes Korrelat von Traumklarheit.
Nicht nur ist der Effekt der 40 Hz Spannung primär einer auf den Faktor Dissocation, während der Einfluss auf Insight viel geringfügiger ist. Der Einfluss auf Insight erhöht diese außerdem im Durchschnitt nicht auf einen Wert, in welchem man üblicherweise von Traumerkenntnis sprechen würde. Das Resultat dieses Ergebnisses ist also, dass der Stromstoß zwar zu einer Erhöhung im Faktor Insight führen kann, jedoch nur in einem so geringen Maß, dass man hier allenfalls von Präluzidität ausgehen kann. Diese könnte zwar Anstoß für eine noch weiter erhöhte Klarheit sein. Ob aber eine häufigere Anwendung dieser Stromstöße tatsächlich auch zu einer Kumulation des gefundenen Effekts führt, oder ob die Erhöhung sich auf dem gefundenen, doch sehr niedrigen Level einpendelt, müsste erst in einer zukünftigen Studie untersucht werden.
Sicherlich ist die graduelle Einteilung von Klarheitsfaktoren eine Bereicherung für die Forschung. Sie ermöglichte es erst, dass die doch eher geringen Effekte auf das Bewusstsein durch tACS aufgefunden werden konnten. Die in der Wissenschaft und der Gesellschaft gebräuchliche Bezeichnung für luzide Träume können dabei aber nicht einfach umdefiniert werden, denn diese sind nicht nur etablierte Begriffe, sondern auch in der Festlegung der LUCiD Skala wurde diese Definition zugrunde gelegt, um überhaupt die gefundenen Faktoren als „Klarheitsfaktoren“ interpretieren zu können. Darum muss sich auch an die dafür gefundenen Werte und festgelegten Definitionen gehalten werden.
So wäre es vermutlich auch nicht zu dem großen Missverständnis gekommen, dass in 77% der Stimulationen mit 40 Hz Traumklarheit vorgelegen hätte. Die zum Missverstehen optimal geeignete Darstellung der Studienergebnisse sorgte nämlich nicht nur unter wissenschaftsfernen Klarträumern für diese falsche Annahme, sondern auch unter Wissenschaftlern.
Wegen dieser Definition wurden die Ergebnisse der Studie teils heftig kritisiert. Würde man im allgemeinen Sprachgebrauch Träume mit so einer Beurteilung als Klarträume bezeichnen?
Natürlich interessiert uns die Meinung der Wissenschaftler, die die Studie durchgeführt haben, dazu. Vielleicht gab es ja Gründe für diese Definition, die uns bisher verborgen geblieben sind. Aus der Vergangenheit wussten wir schon, dass Frau Dr. Voss E-Mails von interessierten Hobby-Klarträumern beantwortet. Wir haben Frau Dr. Voss also angeschrieben und um ihre Darstellung gebeten. Nach einigen E-Mails in beide Richtungen sind wir jedoch nicht klüger als am Anfang.
Zu Ihren Fragen inhaltlicher Art: Wir gehen davon aus, dass es nicht "den Klartraum" gibt. Das, was wir für unsere wissenschaftlichen Studien als Klartraum definieren, sind quantitative Ausschläge auf der Bewusstseinsebene zu den Qualitäten Dissoziation, Kontrolle und Einsicht.
Einen Hobby-Klarträumer wird das nicht begeistern. Der oder die Hobby-Klarträumer/in will in der Regel Kontrolle über die Traumhandlung erleben und geht dafür über den Umweg der luziden Einsicht, weil sich Kontrolle eben über die Einsicht leichter erreichen lässt. Einsicht ist sozusagen ein guter Einstieg in den Kontrolltraum.
Der Mail-Austausch endete mit der Bitte, die Studie noch einmal zu lesen. Offenbar vermutet sie ein Missverständnis, das weder wir, noch irgendjemand anderes, mit dem wir über die Studie gesprochen haben, erkennen kann.
Auch Jay von Lucid Sage hat in der Vergangenheit versucht, die Kritik an der Studie in persönlichem Kontakt mit Frau Voss zu ergründen. Auch er kam zu keinem Ergebnis und hatte nicht den Eindruck, dass seine Kritik ankam. In einem Blogpost hat er ihre Antworten auf seine Fragen veröffentlicht.

Vergleich der Studie von Tadas Stumbrys (tDCS) mit der von Ursula Voss (tACS)

Leider sind diese Studien nur bedingt vergleichbar.
  • Es wurden in der tDCS-Studie sowohl erfahrene Klarträumer als auch nicht klar träumende Versuchspersonen verglichen. Das hat Auswirkungen auf die Streuung der Werte für die Klarheit in Nächten ohne Stimulation und somit auf die Effektstärke.
  • Ebenso zeigte sich, dass Versuchspersonen mit Klartraum-Vorerfahrung deutlich mehr von der Stimulation profitierten.
  • Die Definition von Klarheit / Luzidität ist nicht vergleichbar.
  • Die Wirkung auf die Bewusstheit im Traum wurde bei der tDCS-Studie nicht mit der LuCiD-Scale sondern mit einem anderen Verfahren, dem DLQ questionnaire, erfasst. Diese Zahlenwerte sind ebenfalls nicht vergleichbar.
  • In beiden Studien wurden die Gehirne der Versuchspersonen unterschiedlich lange stimuliert.
  • Die verwendete Stromstärke war bei der tDCS-Studie viermal so hoch wie bei der tACS-Studie.
  • Die Anzahl und Anordnung der Stimulations-Elektroden war unterschiedlich.
Beide Studien zeigten, dass sich die Metakognition und die Bewusstheit im Traum durch eine elektrische Stimulation des Gehirns verbessern lassen. Rein wissenschaftlich ist der Erkenntnisgewinn bedeutend.
Im Hinblick auf die tACS-Studie ist noch anzumerken, dass aus Gründen der Vergleichbarkeit nur ‘naive Subjects’, also Testpersonen, die noch nie von Klarträumen gehört haben, an der Untersuchung teilgenommen haben. Möglicherweise hätten in diesem Versuchsaufbau bereits erfahrene Klarträumer mehr profitiert.
Die Langzeitwirkung sowohl der 40-Hz-Stimulation als auch der Gleichstromstimulation wurden nicht untersucht. Deshalb sind auch Risiken und Effekte bei Langzeitanwendung noch unzureichend bekannt.

Fazit

Bei all der Kritik an der Studie möchten wir nicht vergessen, welchen Wert ihre Ergebnisse für die Klartraumforschung haben. Vor der teilweise fragwürdigen statischen Auswertung sind die gesammelten Daten nicht zu verachten und die Erkenntnis, dass eine Wechselstromstimulation des Hirns dessen Aktivität beeinflussen und anscheinend sogar Trauminhalte in eine gewünschte Richtung lenken kann, nicht zu unterschätzen. Jedoch ist die Darstellung, die Studie habe gezeigt, dass tACS den Bewusstseinszustand verändern könnte, aus unserer Sicht auf jeden Fall zu hoch gegriffen.
Wir verstehen, dass für wissenschaftliche Untersuchungen eine Definition eines Klartraums in einem Satz, wie sie unter Hobbyisten üblich ist, nicht immer zufriedenstellend ist, da sie Fälle zulässt, die nicht eindeutig zugeordnet werden kann oder von unterschiedlichen Personen unterschiedlich zugeordnet wird. Es ist also richtig, die verschiedenen Aspekte, die zu Klarträumen gehören können, in Werten zu erfassen, die vergleichbar und statistisch auswertbar sind. Dr. Voss et al. haben hier mit der LuCiD-Skala einen guten Vorstoß gemacht. Wir würden uns freuen, wenn sich diese in der Klartraumforschung etablieren würde.
In der hier überwiegend behandelten tACS-Studie wurden allerdings für die Auswertung mehrere fragwürdige Entscheidungen getroffen. Die Herkunft der verwendeten Definition eines Klartraums ist nicht nachvollziehbar, die Beweggründe nicht eindeutig. Die statistische Abgrenzung wird den aus in der Vergangenheit gesammelten Daten gewonnenen Erkenntnissen nicht gerecht.
Im zweiten Teil dieses Artikels werden wir Praxiserfahrungen, Versuche von Hobby-Forschern und kommerzielle tACS-Geräte für Konsumenten, die für den Einsatz als Klartraum-Unterstützung beworben werden, betrachten.

Siehe auch: