Dienstag, 28. Juni 2016

Klarträumen in Orange is the new Black

In Folge 04x04 (Doctor Psycho) der Netflix-Serie 'Orange is the new Black' wird das Klarträumen kurz erwähnt.


Poussey: Well, you can't really do that. (chuckling) You can't control what goes on in your dreams. Uh, yeah, you can. What? It's called lucid dreaming.
No. No, no, no. Lucid dreaming is when you talk to yourself in your dreams. Like, "Hey, you. Wake up. You didn't actually go to school naked." (giggles)
Well, whatever it's called, you can totally curate pictures and themes that go into your brain. Like your own private film festival.

Transcript der Episode







Michio Kaku - Vortrag über Träumen und Klarträumen auf dem ISTE2016

Der Physiker Michio Kaku hielt den Eröffnungsrede im Colorado Convention Center in Denver zur Tagung der International Society for Technology in Education.




Bild vom Vortrag


Sein Vortrag hatte unter anderem das Klarträumen zum Thema.
Leider ist über den Vortrag online wenig herauszubekommen. Der EdinaTech-Blog erwähnt, dass er auf das Klarträumen eingegangen ist.


Den Vortrag selbst findet man nur in Auszügen:







Prof. Kaku kennt das Klarträumen schon länger. Dieses Video ist aus dem Jahr 2014








Dienstag, 21. Juni 2016

Sleep Meditation - Ein anderer Ansatz

Einen neuen Ansatz, um Klarträume zu bekommen stellt James F. Pagel in seinem Beitrag 'Lucid Dreaming as Sleep Meditation' im Buch  Lucid Dreaming: New Perspectives on Consciousness in Sleep vor.

Meditation im Schlaf

Die Verschmelzung von Schlaf und Meditation wurde erstmals von Prahevajra (184-57 v.Chr.) in der Dzogchen-Schule des tibetischen Buddhismus erwähnt. Seit über zwei Jahrtausenden spielt diese Art der Meditation eine Rolle im Buddhismus und Hinduismus.

Meditation im Schlaf ist ein ungewöhnliches Phänomen: einerseits zeigen die Gehirnwellen im EEG leichten Schlaf, REM-Schlaf oder sogar Tiefschlaf an, auf der anderen Seite ist der Meditierende bewusst und kann sogar die Meditationshaltung aufrecht halten und das, was er erlebt steuern.

Sie kommt häufig vor, wenn der oder die Meditierende unausgeschlafen, müde oder gelanweilt ist. Erfahrene Meditierende können sofort in eine so tiefe Meditation einsteigen, die man vom Klartraum praktisch nicht mehr unterscheiden kann.

Ein anderer Weg

Die klassischen Klartraumtechniken wie kritisches Bewusstsein funktionieren am besten, wenn man ausschlafen kann und dadurch eine gute Traumerinnerung hat. Das ist aber nicht für jeden der Fall. Schichtarbeiter oder Menschen, die entgegen ihrem Biorhythmus arbeiten müssen, sind bei den alten Ansätzen eindeutig im Nachteil. Dieser Nachteil wandelt sich hier zum Vorteil.

Der Unterschied zum WILD

Diese Technik ist der klassischen WILD-Technik des bewussten Einschlafens sehr ähnlich. Wo liegen genau die Unterschiede?
Einerseits die Intention, mit der man an die Technik heran geht. Das primäre Ziel des bewussten Einschlafens ist es, direkt in einen Klartraum zu gelangen. In der Regel stellt man sich keinen Wecker. Die Meditation im Schlaf ist in erster Linie eine Meditation, bei der man die Bewusstseinsinhalte beobachtet und seine Wahrnehmung schult. Wenn dabei ein Klartraum entsteht, ist das ein angenehmer Nebeneffekt. Außerdem ist die Meditation zeitlich begrenzt.

TLDR: Meditiere, wenn du sehr müde bist und erlebe den Schlaf bewusst

Im tibetischen Traumyoga gibt es noch deutlich ausführlichere Methoden und ganze Tagesprogramme. Einen kurzen Vorgeschmack bietet diese Übung:

Man setzt sich aufrecht hin, etwa in den Lotossitz, den Schneidersitz oder bequem mit geradem Rücken auf eine Stuhl und stellt einen Timer. Mit der Dauer kann man etwas experimentieren. Für Anfänger 20 Minuten, im Tibetischen Traumyoga wird standardmäßig mit 2 Stunden gearbeitet.
Diese Übung funktioniert am besten, wenn man sehr müde ist.

Nun beginnt man für eine gewisse Zeit zu meditieren. Man kann seinen Atem oder seinen Körper beobachten oder etwas visualisieren. Dabei lässt man zu, dass der Körper einschläft und das Gehirn zu träumen beginnt. Das beobachtet man mit einem wachen Geist.

Am Ende überträgt man das Erlebte in sein Traumtagebuch.

Effekte

Ein weiterer Vorteil ist, dass man an Träume und Hypnagogien aus der Schlafmeditation sogar eine noch bessere Erinnerung hat als an die normalen Nachtträume.

Vermutlich hat diese Form der Meditation einen Einfluss auf die allgmeine Traumerinnerung und die Klartraumhäufigkeit.

Siehe auch:

Klarheit erhöhen: aufrecht schlafen 
Rhythm Napping
Breaking down the Wall 

Lucid Dreaming: New Perspectives on Consciousness in Sleep bei Amazon.de
Übung der Nacht: Tibetische Meditationen in Schlaf und Traum bei Amazon.de

Mittwoch, 15. Juni 2016

Les Rêves et les moyens de les diriger - jetzt auf Englisch erhältlich

Das älteste westliche Buch über das Klarträumen stammt aus dem Jahr 1867. Les Rêves et les moyens de les diriger  von Marie Jean Léon le Coq, Baron d’Hervey, Marquis de Saint-Denys war bis vor kurzem nur auf Französisch erhältlich.


In einer Kickstarter-Kampagne wurde das Buch ins Englische übersetzt und ist jetzt kostenlos als eBook erhältlich.

Pionier der Klartraumforschung

Der Marquis de Saint-Denys (1822-1892) ist ein Pionier der Traum- und Klartraumforschung. Im Alter von 13 Jahren begann er, seine Träume aufzuschreiben und entwickelte im Laufe der Zeit Methoden, um die Träume zu steuern.


Sigmund Freud schreibt in Die Traumdeutung:
Der Marquis d’Hervey (Vaschide p. 139) behauptete, eine solche Macht über seine Träume gewonnen zu haben, daß er ihren Ablauf nach Belieben beschleunigen und ihnen eine ihm beliebige Richtung geben konnte. Es scheint, daß bei ihm der Wunsch zu schlafen einem anderen vorbewußten Wunsch Raum gegönnt hatte, dem, seine Träume zu beobachten und sich an ihnen zu ergötzen.
Trotz aller Bemühungen gelang es Freud nicht, eine Ausgabe des Buches zu bekommen, so dass er nur auf Sekundärliteratur zurückgreifen musste. Kurz nach der Veröffentlichung ging der Verleger bankrott, so dass das Buch fast nicht mehr erhältlich war. Wie hätte sich die Geschichte des Klarträumens entwickelt, wenn Freud eine Ausgabe des Buches hätte ergattern können?

Hochgebildet und vielseitig interessiert


Neben seiner Forschungstätigkeit war der Marquis de Saint-Denys Professor für Chinesisch und Kommissar für das chinesische Reich bei der Weltausstellung Paris 1867. Als Übersetzer übertrug er chinesische und spanische Bücher ins Französische und entwickelte eine Übersetzungstheorie.


In ihrem Artikel An Historical View of "Dreams and the Ways to Direct Them; Practical Observations beklagen C.M. den Blanken & E.J.G. Meijer, dass über so eine hochgebildete Persönlichkeit nicht mehr biographische Details verfügbar sind.

Siehe auch:

Artikel über Léon d’Hervey de Saint-Denys in der Wikipedia
Artikel über Léon d’Hervey de Saint-Denys in der englischen Wikipedia
Download es eBooks
The King of Dreams - Radio BBC4 - Beitrag über das Klarträumen mit vielen Zitaten aus "Dreams and how to guide them"