Donnerstag, 29. November 2012

Absichtlich aus einem Klartraum aufwachen

Manche Klartraum-Anfänger haben die Befürchtung, dass sie aus einem Traum nicht willentlich aufwachen könnten und im Traum gefangen wären.
Diese Gefühle treten gelegentlich bei spontanen Klarträumern auf, wenn sie von diesem neuen Zustand überrascht werden und nicht wissen, was mit ihnen geschieht.

Genauso wie es möglich ist, einen Klartraum willentlich zu verlängern, wenn man rechtzeitig eine Stabilsierungstechnik anwendet, kann man einen Klartraum aus welchen Gründen auch immer bewusst abbrechen.
Um zu überprüfen, ob man auch wirklich wach ist sollte man sofort danach einen Reality Check durchführen.
Folgende Möglichkeiten haben sich als wirksam erwiesen:
  1. Nach hinten umkippen
    Wenn ich mich während eines Klartraums einfach nach hinten umkippen lasse, wache ich sofort auf.
    Das erinnert ein wenig an den Kick aus Inception, aber bei mir funktioniert es zuverlässig.



  2. Blickfixation mit Intention
    Paul Tholey nahm an, dass das Starren auf einen Punkt während des Traums zwangsweise zum Aufwachen führe, da hierdurch die REM-Phase unterbrochen wird.
    Er selbst und die Teilnehmer seiner Traumgruppen haben mit dieser Methode gute Erfahrungen gemacht. In seinem Buch 'Schöpferisch Träumen' gibt es sogar einen Klartraumbericht, in dem der Träumer diese Methode erfolgreich zum willentlichen Erwachen verwendet.
    Dass das Fixieren des Blicks auf einen Punkt alleine zum Aufwachen führt war lange Zeit umstritten. Einigen Klarträumern ist es bereits gelungen, während eines Klartraums die Augen starr zu halten und trotzdem weiterzuträumen, was dem Traum eine recht psychedelische Note verliehen hat.
    Ich denke, dass die Absicht der Schlüssel ist: Will man durch das Starren aufwachen, dann wacht man auf, will man weiterträumen, dann träumt man weiter.
  3. Schreckhaft einatmen
    Die Atembewegungen des Traumkörpers entsprechen in etwa den Atembewegungen des realen Körpers. Ein schnelles Einatmen, wie bei 'Hhhhh, meine Mutter kommt....' lässt einen recht schnell wieder wach im Bett landen.

Dienstag, 20. November 2012

Die Verschiedenen Klartraumtechniken im Vergleich

Vier Forscher der Uni Heidelberg, Tadas Stumbrys, Daniel Erlacher, Michael Schredl und Melanie Schädlich haben in einer Mammutaktion sämtliche verfügbaren Studien zum Thema 'Induktion von Klarträumen' ausgewertet. In ihrer Recherche haben sie 35 veröffentlichte Studien von unterschiedlichen Forschern (24 Feldstudien und 11 Schlaflaborstudien) gefunden und verglichen.

Die besten Ergebnisse lieferten die bekanntesten Techniken MILD, kritisches Bewusstsein und Tholeys kombinierte Technik, die auch unter dem Namen 'Die zehn Gebote des Klarträumens' bekannt ist.
Einen spannenden Ansatz brachte die Tatsache, dass die Kombination mehrerer Techniken, etwa die MILD-Technik in Verbindung mit dem Dreamlight oder dem Novadreamer, bessere Ergebnisse brachte, als jede der beiden Techniken alleine.
So ergeben sich für beginnende und fortgeschrittene Klarträumer verschiedenste Möglichkeiten, alle möglichen Techniken zu kombinieren: Hypnose mit WBTB und MILD und optischen Signalen von außen usw.

Möglicherweise gibt es noch viele weitere gute und wirkungsvolle Induktionstechniken, über die bislang noch keine Daten bzw. Studien vorliegen. So wurde etwa die Technik des Rhythm-Nappings nicht explizit untersucht.

Während der vergleichenden Analyse der Studien zur WBTB-Methode gibt es auch eine Antwort auf die Frage, wie lange ein WBTB dauern sollte und ob es auch reicht, einfach nur kurz wachzuwerden und dann weiterzuschlafen.
Möglicherweise kann der eine oder andere Klarträumer auch mit einer kurzen Zeit von fünf Minuten gute Erfolge erzielen. Das Optimum für die meisten scheint jedoch bei 30 min bis 2 Stunden zu liegen. Bleibt man kürzer oder länger wach, sinkt die Wahrscheinlichkeit auf einen Klartraum während des anschließenden Schlafs wieder.

Die Autoren diskutieren die Möglichkeit, ob verschiedene Klarträumer unterschiedlich auf die jeweiligen Induktionstechniken ansprechen. So wirkt die Technik der Autosuggestion besser bei erfahrenen Klarträumern, während Träumer mit einem ausgeprägten vorausschauenden Gedächtnis (Prospective Memory) wahrscheinlich bessere Erfolge mit der MILD-Technik haben werden.

Die untersuchten Techniken:
Im Folgenden sind alle Techniken aufgeführt, über die Studien verfügbar waren.
Die Kommentare in Klammern bedeuten:
'+' (gute Ergebnisse in mehreren Studien erzielt)
'o' (Ergebnisse nicht eindeutig oder bislang nur eine Studie veröffentlicht)
'-' (Es konnte kein Ergebnis erzielt werden)

Kognitive Techniken
MILD (+)
Hierbei handelt es sich um die wohl am besten untersuchte Klartraumtechnik, die auch vielversprechende Ergebnisse liefert. 
Reflektion/Reality Checks (+)
Diese Technik scheint ähnlich effektiv wie der MILD zu sein, effektiver als die anderen kognitiven Techniken Autosuggestion, posthypnotische Suggestion und Intention
Paul Tholeys kombinierte Technik (+)
Die unter dem Namen 'Die zehn Gebote des Klarträumens' bekannte Technik kann die Klartraumfrequenz deutlich erhöhen.

Intention (+)
Hierbei stellt man sich beim Einschlafen möglichst intensiv vor, dass man den Traum als Traum erkennt. Diese Technik ist ähnlich effektiv wie die Autosuggestion (o)
Autosuggestion scheint bei Leuten, die schon Klarträume hatten, besser zu wirken als bei Anfängern.
Post-hypnotische Suggestion (o)
Eine veröffentlichte Studie konnte eine Verbesserung der Klartraumhäufigkeit und -Dauer nachweisen. 
Alpha-feedback-Training(-)
Diese Studie zeigte keinen Zusammenhang zwischen einem Alpha-Feedback-Training und einer erhöhten Klartraumfrequenz.
Dream re-entry (DEILD)(o)
Eine Studie zeigte gute Ergebnisse mit dieser Technik. Beim Erwachen aus einem Traum soll der Träumer still liegenbleiben und wieder in den Traum zurückgleiten. Hierbei soll er entweder die Aufmerksamkeit auf seinen Körper richten oder zählen um seinen Geist wachzuhalten.

Externe Stimulation
Stimulation durch Licht (DreamLight, DreamLink, NovaDreamer) (+)
Der Einsatz optischer Reize kann alleine eingesetzt zu Klarträumen führen. Wird diese Technik jedoch mit der MILD-Technik kombiniert wirkt es besser als beide Techniken alleine.
Akustische Stimulation (o)
Kann unter gewissen Umständen zu Klarträumen führen. Jedoch sind die Studienergebnisse nicht eindeutig.  
Vibro-taktile Stimulation (o)
Kann möglicherweise wirksam sein. Jedoch können genaue Aussagen aus der Studie nicht abgeleitet werden.
Electro-taktile Stimulation (o)
Die Studie berichtete von sehr guten Erfolgen, durch schwache Elektroschocks am Handgelenk Klarträume zu erzeugen. Von 12 Teilnehmern hatten 6 einen Klartraum, zwei weitere wurden klar, wachten aber sofort auf. Weitere Studien werden benötigt.
Vestibuläre Stimulation (o)
Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Stimulation des Vestibulärsystems (z.B. wenn die betreffende Person in einer Hängematte schläft, die während den REM-Phasen geschaukelt wird) während der REM-Phase zu vermehrter Klarheit im Traum führt.
Wasser-Stimulus (-)
Es konnte kein Effekt beobachtet werden.
Medikamente (o)
Die Gabe von Donepezil, einem Acetylcholinestereasehemmer, erhöhte die Klartraumfrequenz sehr deutlich, aber verstärkte auch das Auftreten von Schlafparalysen und Schlaflosigkeit. In hohen Dosen wurden Nebenwirkungen wie Übelkeit beobachtet.
Sonstiges
WBTB (+)
Auch das WBTB alleine scheint die Klartraumhäufigkeit zu erhöhen.  Idealerweise sollte die wache Zeit mindestens 30 und maximal 120 Minuten betragen.

Siehe auch:
Link zur Studie

Samstag, 10. November 2012

Klartraum-Hilfsmittel: Infernos HypnoseMP3s

Es zeigt sich mal wieder, dass man für gute Hilfsmittel zum Klarträumen nicht unbedingt viel Geld oder überhaupt Geld ausgeben braucht. 
Inferno07, ein Mitglied des Klartraumforums hat schon im Jahre 2008 drei Tonträger mit hypnotischen Geschichten für mehr Klarträume und bessere Traumerinnerung erstellt. Diese können kostenlos in der Datenbank des Klartraum-Wikis heruntergeladen werden. 

Die hypnotischen Geschichten kann man abends vor dem Schlafengehen oder während des WBTBs hören, wobei sie immer besser wirken sollen, je häufiger ma sie hört. Im Idealfall werden die Geschichten über Kopfhörer gehört, da auch teilweise Binaural Beats verwendet werden.

Bei einigen Usern scheint die Datei wirklich eine gute Wirkung zu entfalten und die Häufigkeit der Klarträume zu erhöhen. Andere berichten von plastischeren Träumen und besserer Traumerinnerung.  Wobei die erste Geschichte den meisten Usern am besten gefällt.

Die Datei findet man wie gesagt im Klartraum-Wiki:

Der Link zum Download

Das Passwort zum Entpacken der Dateien lautet "Traumhaft", woraufhin drei weitere gezippte Dateien erscheinen. Die Dateien 1 und 2 werden mit dem Passwort  "Dream", Datei 3 mit dem Passwort "TERRAMENTES" entpackt.

Viel Spaß und klare Träume!

Siehe auch:
Hypnose und Klarträume

Mittwoch, 7. November 2012

Schönes Video bei Youtube zum Thema Klarträumen

Der User Hellrun1 hat ein schönes Video zum Thema Klarträumen erstellt. Es ist zwar schon zwei Jahre alt, aber trotzdem finde ich es sehr sehenswert.

Wenn jemand noch etwas Motivation braucht, um das Klarträumen zu lernen: Nach diesem Video sollte er sie haben. :)