Samstag, 29. September 2012

Binaural Beats VII: Neurosoups Tipps für Binaural Beats

Neurosoup hat ein Video auf Youtube herausgebracht, wie man Binaural Beats optimal nutzen und so die besten Effekte beommen kann.

Unter Binaural Beats versteht man die Technik, über verschiedene Stereotöne innerhalb gewisser Grenzen Einfluss auf die Gehirntätigkeit zu nehmen, um so verschiedene Bewusstseinszustände zu erzeugen. So gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Anbietern, die entweder CDs oder MP3s anbieten, die einen Effekt wie Entspannung, besseren Schlaf, intensivere Träume, gesteigerte Wachheit usw. erzeugen sollen.
Die Wirksamkeit dieser Methode wurde in verschiedenen Studien bestätigt. So schnitten Probanden in Aufmerksamkeitstests besser ab, wenn sie dabei Binaural Beats im hohen Beta-Bereich, der im Allgemeinen mit Konzentration in Verbindung gebracht wird, hörten [1].

Normalerweise bekommt man verschiedene binaurale Tracks im MP3-Format zum download. Die Komprimierung in diesem Format ist aber etwas verlustbehaftet, weswegen Neurosoup das flac-Format (free lossless audio codec) empfiehlt.

Zum Hören der Binauralen Klänge sollten Kopfhöhrer mit einigermaßen guter Qualität verwendet werden. Von Ohrhöhrern, vor allem von denen, die standardmäßig bei MP3-Playern beiliegen, rät sie ab. Selbstverständlich braucht man Stereo-Kopfhöhrer, da in unterschiedliche Ohren unterschiedliche Geräusche eingespielt werden.


Der Effekt der Tonträger kann nochmals intensiviert werden, wenn man sich in einen ruhigen Raum zurückzieht und eine Schlafmaske verwendet.
Schlafmasken gibt es auch in unterschiedlichen Preisniveaus, aber so lange die Maske bequem sitzt und dunkel macht, sollte alles passen.

Wenn man aber bei Dunkelheit zu schnell einschläft, könnte man es versuchen, statt der dunklen Schlafbrille eine Ganzfeldbrille aus halbierten Pingpongbällen zu basteln, die man über seinen Augen anbringt und von außen mit rotem Licht bestrahlt. (Anregung von mir)

Neurosoup empfiehlt, sich während des binaualen Erlebnisses hinzulegen, damit die Töne optimal wirken können. Ich finde Liegen auch am besten, jedoch kann es manchmal helfen, sich hinzusetzen um zu schnelles Einschlafen zu verhindern.

Und hier nochmal das Video:




Siehe auch:
Binaural Beats I: Allgemeines
Binaural Beats II: Kostenlose Downloads
Binaural Beats III: Binaural Beats selbst erstellen
Binaural Beats IV: Erfahrungsbericht Mega Brain Zones von Michael Hutchison
Binaural Beats V: Kostenlose Downloads
Binaural Beats VI: Audiovisuelle Videos bei Youtube

Mittwoch, 26. September 2012

Den Acetylcholinspiegel erhöhen

Ein hoher Acetylcholinspiegel wird mit intensiveren und längeren REM-Phasen in Verbindung gebracht. Nicht umsonst sind die wirksamsten Klartraum-Supplements Substanzen, die den Level dieses Neurotransmitters im Gehirn erhöhen oder an den Acetylcholinrezeptoren andocken.
Aber es gibt noch andere, nichtchemische Möglichkeiten, für mehr Acetylcholin im Gehirn zu sorgen.
Dr. Joseph Zehentbauer hat verschiedene Aktivitäten auf ihren Einfluss auf den Neurotransmitterspiegel untersucht und er empfiehlt in seinem Buch 'Körpereigene Drogen' folgendes:

Aktives Imaginieren

Das Erzeugen von lebhaften inneren Bildern erhöht die Konzentration von Noradrenalin, Dopamin und Acetylcholin im Gehirn.
Das aktive Imaginieren wurde von C.G. Jung als eine Form der Psychotherapie enwickelt. In seinem Buch verwendet Zehentbauer diesen jedoch als Überbegriff für alle Aktivitäten, die die Phantasie anregen.

Achtsame Aufmerksamkeit

Wenn man seine Aufmerksamkeit auf den Körper oder das Gehirn richtet, so kann man so Einfluss auf die Ausschüttung der Neurotransmitter nehmen. Richtet man seine Aufmerksamkeit eher auf den Körper, werden vermehrt Endorphine ausgeschüttet. Wenn man die Aufmerksamkeit auf die Kopfregion richtet, so schreibt er, würde man den Acetylcholin- und den Noradrenalinspiegel positiv beeinflussen.

Brainstorming

Das freie Fließenlassen von Ideen und Eindrücken wirkt sich ebenfalls positiv aus.
Nach einer kurzen Überwindungsphase beginnen die Ideen von selbst zu fließen.

Lerntraining

Da Acetylcholin auch als der Transmitter der Erinnerung bezeichnet wird, liegt es natürlich nahe, auch den Umkehrschluss zuzulassen: Das Auswendiglernen erhöht den Level im Gehirn. Dr. Zehentbauer gibt dieser Vermutung recht.

Schachspiel

Diese Methode stammt nicht von Dr. Zehentbauer, sondern von Klaus Oberbeil.
Sogar das bewegungsarme Schachspiel kann beim Abenehmen helfen. Dieses Brettspiel kann sich über Stunden hinziehen. Dabei werden massenweise ACh-Moleküle synthetisiert, die den Nährstofftransfer über Magen und Darm in das Blut und zu den Zellen aktivieren.
Aus: Fit ohne Fett von Klaus Oberbeil 
Leider finde ich für diese Behauptung keine weitere Quelle und habe auch das Buch nicht zur Hand.
Mit etwas Recherche fand ich Folgendes: 
Another study (The Chongqing aging study 2005) showed that older people who regularly participated in leisure activities that required mental effort reduced their risk of dementia. Reading, playing chess or backgammon, playing a musical instrument and dance can be useful, but most likely can benefit any hobby that keeps the brain active.
Therapeutical Strategies in mild cognitive impairment
Zusammenfassung

Einige Methoden wie das aktive Imaginieren eignen sich wohl besser für den Abend, wohingegen Brainstorming und Lerntraining sich auch während dem WBTB anbieten.

Jedenfalls bietet sich ein sehr interessantes Feld für persönliche Forschungen.

Siehe auch:

Slow-wave sleep, acetylcholine, and memory consolidation
Basal forebrain acetylcholine release during REM sleep is significantly greater than during waking
'Körpereigene Drogen' von Joseph Zehentbauer bei Amazon.de 

Dienstag, 25. September 2012

Visualisierungstraining

Wie kann man seine Fähigkeit zur Visualisierung trainieren?

Manche Formen der Meditation oder Entspannungsreisen aber auch des mentalen Trainings im Sport, arbeiten mit visuellen inneren Bildern.
Manchen Leuten scheinen solche Visualisierungen mehr zu liegen als anderen. Sie können einfach die Augen schließen und in bildgewaltige Filme in 3D eintauchen.
Andere wiederum bringen auch nach langem Training gerade das Bild eines roten Dreiecks bei geschlossenen Augen hervor.
Machen diese Leute etwas verkehrt?
Vermutlich nein. Sie haben wahrscheinlich einen anderen dominanten Sinn. Mit diesem kann jeder herrlich innere Bilder erzeugen.

Wie finde ich meinen dominanten Sinn?
Was fällt einem leichter? Was kann man sich im Geiste am besten vorstellen?
Spaßeshalber kann man einmal versuchen, sich hintereinander a) ein Bild nach Wahl, etwa eine Sommerwiese oder einen Freund oder eine Freundin b) sein Lieblingslied oder c) eine taktile Empfindung, etwa das Gefühl einer Bürste auf der Haut, vorstellen.
Wenn man die Vorstellungskraft in seinem dominanten Sinn traininert, dann trainiert man die anderen Sinne ebenfalls mit.

Für Leute mit einem dominanten taktilen Sinn Robert Bruce ein sehr gutes Übungsprogramm namens New Energy Ways erstellt. 
Wer nicht an eine solche Energie glaubt, kann das Programm einfach als Visualisationstraining sehen.

New Energy Ways

Kleiner Tipp noch: Die Mundübung nie machen, bevor man eine rauchen geht.


Optische Visualisierungen

Wenn man gezielt seine Fähigkeit zur optischen Visualisierung trainieren möchte, gibt es einige gute Übungen, die sozusagen von Null anfangen und mit etwas Geduld und Disziplin sehr gute Ergebnisse bringen.
Dabei sollte man auf jeden Fall entspannt bleiben.
Viele machen den Fehler, die inneren Bilder durch Verkrampfen des Zwerchfells, des Nackens oder der Augen intensivieren zu wollen. Wenn man sich selbst dabei ertappt, sollt man am besten sich kurz ausschütteln, eventuell sich anders hinsetzten und nocheinmal von neuem beginnen. 

Das Nachbild beobachten:

Hierfür wählt man sich eine Gegenstand aus, mit dem man gerne Arbeiten möchte, etwa eine Blume, eine Uhr, wie es häufig in Meditationsbüchern empfohlen wird. Oder Bilder aus dem Playboy, ganz egal. Jedoch eignen sich für den Anfang starke Kontraste ein wenig besser.
Nun betrachtet man das Objekt der Wahl eine zeitlang und schließt danach die Augen. Für eine kurze Zeit bildet sich auf der Netzhaut ein Nachbild, das nach einigen Momenten verblasst.
Dieses beobachtet man still bzw. lenkt seine Aufmerksamkeit darauf. Mit einigem Training werden diese Bilder immer länger und intensiver andauern. Besonders gut funktioniert es bei mir, wenn ich etwas müde bin. Nach kurzer Zeit entwickeln die Bilder eine Art Eigenleben, eine Situation, die man gut für den WILD nutzen kann.

Die Feuerzeugmethode/ Blitzlichtmethode:

Diese Methode heißt Blitzlichtmethode, weil man bei ihr nur sehr kurz visualisiert. Wenn man in einem stockdunklen Raum sitzt und nur ganz kurz am Feuerstein eines Feuerzeugs dreht, erscheint der Raum einen winzigen Bruchteil einer Sekunde hell und man sieht etwas.
So kurz wird mit dieser Methode visualisiert.
Will man beispielsweise ein Pferd vor seinem inneren Auge erscheinen lassen, so schließt man die Augen, denkt sozusagen kurz an das Pferd und lässt es für den wie einen Blitz einfach erscheinen. Man macht sozusagen nichts, sondern lässt es einfach geschehen. Nachdem dieses Bild wieder verschwunden ist, kann man kurz warten und wieder ein Bild eines Pferdes erscheinen lassen. Hierbei ist wichtig, einfach entspannt zu bleiben und das Bild entstehen zu lassen. Man 'macht' nichts, sondern man sieht es einfach.
Wichtig ist auch hier, nichts zu erzwingen, sondern sobald man das Gefühl hat, es sei genug, auch aufzuhören und wieder weiterzumachen, wenn man sich dazu bereit fühlt.
Vom Prinzip hat diese Methode Ähnlichkeit mit Thomas Yuschaks 'Seeded Imagination' aus der von ihm entwickelten WILD-Variation 'Link Breaking down the wall'.

Montag, 17. September 2012

Low-Carb, Schlaf und (Klar)Traum

Low Carb bedeutet, in seiner Ernährung den Anteil an Kohlehydraten (Carbohydrates) niedrig zu halten.
Wenn der Körper wenig Kohlehydrate bekommt, dann schaltet er auf Fettverbrennung, die Ketose, um,  weshalb diese Kostform häufig zum Abnehmen verwendet wird.
Als ich das Buch 'Warum macht die Tomate dick?" von Dr. Ulrich Strunz gelesen habe, habe ich diese Ernährungsweise aber aus anderen Gründen ausprobiert: In seinem Buch zitiert er viele Erfahrungsberichte von Leuten, die nach der Ernährungsumstellung plötzlich fitter, stressresistenter, wacher usw. wurden und liefert auch Gründe:
Lässt man bei seiner Ernährung die Kohlehydrate weg, steigt automatisch der Anteil von pflanzlichem oder tiereischem Eiweiß und somit von Aminosäuren in der Nahrung. Die Aminosäure Tyrosin etwa wirkt unter anderem als Baustein für die Schilddrüsenhormone T3 und T4, Glycin erhöht die Aufmerksamkeit und Phenylalanin bildet die Grundlage für die Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin.
Ich habe während dieser Zeit übrigens nicht abgenommen, sondern 8 kg auf mein Idealgewicht von 75 kg zugenommen.

Aber was hat das jetzt mit Schlaf und Träumen zu tun?
Der Sleepwarrior schreibt auf seiner Homepage davon, dass er in Zeiten, in denen er wenige Kohlehydrate zuführt, statt 10 Stunden Schlaf nur noch 6 Stunden benötigt führt weitere Erfahrungsberichte an:

My personal experiences have the same results: When I am more ketogenic, I sleep less — like I mention in The Power Sleep Program, I generally need 6 hours or less per day, quite different from the 10+ I needed several years ago when I was less concerned about what I put in my body.  [...]
Ketosis might be worth trying if you want a bit of extra mental clarity and/or reduced sleep need. Of course, these benefits might only appear after a week on the diet.
Dr. Pauline Harding  liefert auch einen Grund dafür:
Ein erhöhter Cortisolspiegel am Abend führt dazu, dass die REM-Phasen gestört werden und man, egal wie lange man schläft, unausgeruht und unerholt aufwacht.
Und eine Mahlzeit mit einem hohen Glykämischen Index, also vielen kurzkettigen Kohlehydraten, lässt den Cortisolspiegel für die nächsten 5 Stunden sehr stark ansteigen. Noch stärker steigt der Cortisolspiegel allerdings, wenn man eine Mahlzeit auslässt.

Zum Thema Träume und Klarträume scheiden sich allerdings die Geister: 

Im Dreamviews-Forum gibt es einen Thread, in der ein User ganz begeistert von der oneirogenen Wirkung seiner kohlehydratarmen Atkins-Diät berichtet:

I feel like I can fly, I have a lot more energy. My dreams have increased in detail, vividness and recall too. My LD's have increased in frequency, quality and duration including WILDs. I sleep better too.
The nutrients in the vegetables you start to eat more of, probably help a lot too. As do various things you can eat eventually in the diet, including cheese (though you are not supposed to exaggerate on that, just 4oz a day), nuts, sunflower seeds, etc.
Im Dreamviews-Forum gibt es noch den Tipp, vor dem Einschlafen ein bis zwei Esslöffel Erdnussbutter zu essen, um die Traumerinnerung zu verbessern. Auch Erdnussbutter hat recht wenige Kohlehydrate, dafür viel Fett und Eiweiß.

Tim Ferriss, ebenfalls Klarträumer, schreibt in seinem Buch 'Der 4-Stunden-Körper' über seine Versuche mit dem Zeo Personal Sleep Coach. Nach Nächten, vor denen er vor dem Schlafengehen einige Löffel Mandelmus, Leinöl und Stangensellerie gegessen hatte, mehr REM-Schlaf hatte und sich am nächsten Morgen besser ausgeruht fühlte. Diese Kombination ist für Träumer besonders interessant. Mandeln enthalten 39 ng/g Melatonin, während das Leinöl viele Omega-3-Fettsäuren bereitstellt, die sich ebenfalls positiv auf das Traumleben auswirken.

Auf der anderen Seite jedoch schreibt ein User im Forum der Lucidipedia, dass seit seiner Ernährungsumstellung auf 80% Kohlehydrate seine Klartraumquote deutlich gestiegen ist.

Möglicherweise hat die Schlaf- und Traumqualität mit dem Essen und der Ernährung zu tun, jedoch scheinen hier Mechanismen am Werk, die ich nicht ganz durchblicke.

Bevor jemand jedoch eine derart radikale Kostumstellung vornimmt, sollte man sich auf jeden Fall gründlich einlesen, Vor- und Nachteile abwägen und wissen, dass Menschen unterschiedlich sind. 

Siehe auch:
Sleepwarrior: Use ketosis to train your brain to sleep less
"Warum macht die Tomate dick?" von Dr. Ulrich Strunz bei Amazon.de

"Der 4-Stunden-Körper" von Tim Ferriss bei Amazon.de

Samstag, 15. September 2012

Klartraum-FAQ 7: Bekommt man vom Klarträumen Albträume?

Eher nein.

Die Behauptung, man bekäme vom Klarträumen Albträume geistert seit einiger Zeit durch das Internet. Ich denke, dass es mit den unsäglichen 9gag-Geschichten angfangen hat.
Letztendlich hat es wohl mit dem in unserer Gesellschaft weit verbreiten "Alles-Angenehme-ist-ungesund-illegal-oder-unmoralisch-Syndrom" zu tun. Wenn es eine Sache gibt, die etwas normales wie das Träumen so bereichert und Spaß oder im weitesten Sinne sogar Lust bereitet, dann muss das doch irgendwie schädlich sein.
Wahrscheinlich sind vor 60 Jahren genau so die Gerüchte entstanden, dass man von der Masturbation Rückenmarkschwund und Haare an den Fingern bekäme.

Aber zurück zur Frage mit den Albträumen.
Es gibt verschiedene Veröffentlichungen, die sich explizit damit befassen, durch Klarträume seine Albträume loszuwerden.
Allein rein logisch hat diese Behauptung auch wenig Sinn: Wenn ich trainiere, mir im Traum bewusst zu werden, dass ich träume, was sollte mich denn dann noch erschrecken?

Siehe auch:
Anleitung von Paul Tholey zum Umgang mit feindseeligen Traumgestalten
Was tun gegen Albträume?

Donnerstag, 13. September 2012

C-WILD: Counting WILD

Beim C-Wild handelt es sich um eine Variation der normalen WILD-Technik, dem Counting-WILD, die von lbsf1, einem User des LD4all-Forums entwickelt wurde.

Im LD4All-Forum wird die Technik wie folgt beschrieben:
Man legt sich zum Schlafen hin und zählt bis 100. Nach 100 steht man wieder auf bzw. setzt sich hin, macht einen oder mehrere Reality Checks und legt sich wieder zum Schlafen hin.  Im Idealfall erlebt man sofort oder nach einigen Durchgängen ein falsches Wachbleiben und wird durch den angewöhnten Reality Check klar und startet in das nächste luzide Abenteuer.


Ich habe mit dieser Technik einige gute Erfahrungen während eines kurzen Schläfchens am Nachmittag gemacht, aber es spricht nichts dagegen, diese Technik auch während des WBTBs oder am Abend auszuprobieren. Die kurze Unterbrechung des Schlafs während des WBTB macht einen Sleep-Onset-REM noch wahrscheinlicher und bringt so vermutlich am schnellsten Erfolge. Am Abend kann es allerdings passieren, dass das Gehirn nach drei Durchgängen plötzlich meint, es hätte ja schon lange geschlafen und man sich für die nächsten drei Stunden supergut ausgeruht fühlt. Deshalb sollte man die abendlichen Experimente eher am Wochenende durchführen.

Mit dem Zählen kann man ein wenig ausprobieren. Ich zähle immer die Atemzüge, so dass zwischen zwei RCs ca. 10 Minuten Zeit liegen, in denen man in die Hypnagogie und sogar in kurze Traumphasen eintauchen kann. Nach dem Aufwachen bei 100 stehe ich sofort auf und schreibe die Bilder, die ich noch weiß, sofort ins Traumtagebuch und lege mich wieder hin.

Ebenso kann man die Herzschläge oder Sekunden zählen, was natürlich deutlich schneller geht und zu anderen Effekten führen wird.

Mittwoch, 12. September 2012

Klartraum-FAQ 6: Muss man viel Geld ausgeben, um das Klarträumen zu lernen?

Ich denke nein.

Eigentlich kann man fast alles, was man für das Erlernen des Klarträumens wissen muss, auf einige DIN-A4-Seiten zusammenfassen. Und diese findet man ziemlich schnell kostenlos im Internet.

Etwa hier:

Anleitung zum Klarträumen von Paul Tholey

Über den Umgang mit Traumfiguren, ebenfalls von Paul Tholey


Natürlich schadet es nicht, das eine oder andere Buch zum Thema gelesen zu haben und sich in einem Forum, etwa dem Klartraumforum, zu registrieren oder im Klartraum-Wiki zu schmökern.

Das umfangreichste mir bekannte kostenlose Tutorial bietet die Lucidipedia.

Gelegentlich tauchen Angebote im Internet auf, die garantieren, mit ihrem Audiokurs / eBook oder ihrer DVD das Klarträumen garantiert in 7 oder 30 Tagen zu lernen. Haben die einen geheimen Trick? Gibt es eine Technik, die wir noch nicht kennen?
Jein.
Also erstmal hat eine inoffizielle Umfrage im Klartraumforum ergeben, dass 2/3 der Klarträumer mit den bekannten Techniken binnen 30 Tagen ihren ersten Klartraum bekommen. Also steckt da nichts Besonderes dahinter.
Wenn 100 Leute meinen Kurs bestellen und ich zahle an 33 das Geld wieder zurück, so what? Vielleicht verzichten von diesen 33 Leuten noch einige darauf, von ihrer Geld-zurück-Garantie Gebrauch zu machen oder fangen nochmal von vorn an und haben dann Erfolg.

Kurse, die vollmundig von 7 Tagen sprechen, arbeiten gelegentlich mit Hilfsmitteln. Manche davon haben in Deutschland keine Zulassung oder können nur auf Rezept bezogen werden, bei anderen handelt es sich um Nahrungsmittelergänzungen oder etwa um Nicotinpflaster zur Raucherentwöhnung. Die meisten Erkenntnisse basieren auf Thomas Yuschaks Buch 'Advanced Lucid Dreaming - The Power of Supplements' aus dem Jahre 2006.

Auch diese Infos findet man frei im Internet
Ob man für das Erlernen des Klarträumens Unterstützung durch Kräuter oder Nahrungsergänzungen verwenden möchte, bleibt eine persönliche Entscheidung.
Ich selbst würde empfehlen, das 18. Lebensjahr abzuwarten.
Allerdings denke ich auch, dass man vor dem 18. Lebensjahr auch genung Zeit und Möglichkeiten hat, seine Traumerinnerung und Klartraumfähigkeit konventionell zu trainieren und auf die Unterstützung dieser Mittel verzichten kann.

Siehe auch:
Luzides Träumen lernen: ein kurzes Tutorial

Montag, 10. September 2012

Binaural Beats VI: Audiovisuelle Videos

Disclaimer: Das Benutzen der folgenden Videodateien geschieht auf eigenes Risiko. Der Autor haftet nicht für etwaige Schäden. 

Die audiovisuelle Stimulation soll etwas intensiver als die rein akustisches Brainwave-Entrainment funktionieren. Ähnlich wie bei der von William S. Burroughs miterfundenden Traummaschine wird der Sehnerv des Auges stimuliert und so Einfluss auf die elektrische Aktivität des Gehirns genommen.
Vorsicht ist hier bei photosensitiven Epileptikern geboten, denn hierdurch kann ein Anfall ausgelöst werden. Abgesehen davon, so schreibt die Wikipedia,  
scheinen [Mindmachines] in ihrer heutigen Form, abgesehen von ihrer Kontraindikation bei Epilepsie, ein relativ harmloses Feld für neurophysiologische Selbstversuche zu sein. [1]
Nach dem Genuss sollte man sicherheitshalber darauf verzichten, Auto zu fahren oder Maschinen zu bedienen. 
Folgendes Video bietet sich an, im Vollbildmodus in einem leicht abgedunkelten Raum mit geschlossenen Augen anzusehen.

Ein rein akustisches Stück, das ich aber auch sehr beeindruckend fand, kann im folgenden Video angehört werden. Sollten die Stücke auf Youtube mittlerweile auf Stereo verfügbar sein, kann das Anhören des Stückes mit Kopfhörern den Effekt noch ein wenig verstärken. 



Binaural Beats I: Allgemeines
Binaural Beats II: Kostenlose Downloads
Binaural Beats III: Binaural Beats selbst erstellen
Binaural Beats IV: Erfahrungsbericht Mega Brain Zones von Michael Hutchison
Binaural Beats V: Kostenlose Downloads

Binaural Beats VII: Neurosoups Tipps für Binaural Beats

Sonntag, 9. September 2012

Klartraum-FAQ 4: Ist Klarträumen Realitätsflucht?

Gelegentlich höre ich immer mal die Befürchtung, dass es sich beim Klarträumen um eine Flucht aus der Wachrealität, bzw. um eine Methode der Realitätsflucht handelt. Was bedeutet das eigentlich?
Als Eskapismus, Realitätsflucht oder Wirklichkeitsflucht bezeichnet man die Flucht aus oder vor der realen Welt und das Meiden derselben mit all ihren Anforderungen zugunsten einer Scheinwirklichkeit, d. h. imaginären oder möglichen besseren Wirklichkeit.
...sagt die Wikipedia
Das Schlüsselwort hierbei scheint mir das Meiden der Anforderungen der realen Wirklichkeit.
Möchte man das Klarträumen erlernen, um verschiedenen Anforderungen im Wachleben zu entgehen?

Diese Frage klingt doch ziemlich interessant:
Gibt es Anforderungen im Wachleben, denen ich am liebsten ausweichen möchte? Welchen Anforderungen bin ich schon ausgewichen? Wo hat mich das hingebracht?

Diese Fragen sollte sich wahrscheinlich jeder von Zeit zu Zeit stellen und sich ehrlich selbst beantworten.

Sicherlich gibt es so viele Motivationen, das Klarträumen zu erlernen, wie es Klarträumer selbst gibt. Der eine oder andere beginnt vielleicht aus Neugierde am Phänomen des Klartraums, jemand anderes durch Interesse am eigenen Unbewussten oder einfach, um mal mit der im Wachleben unerreichbaren Traumfrau Sex zu haben.

Ich denke, dass sich das Klarträumen aus mehreren Gründen eher schlecht zur Realitätsflucht eignet.
Erstens muss zum Erlernen des Klarträumens ersteinmal eine nicht zu vernachlässigende Menge an Disziplin und Durchhaltevermögen aufgebracht werden, die jemand, der sich aus eben dieser Realität zurückziehen möchte, sehr wahrscheinlich nicht aufbringen kann oder will.
Außerdem hat Realitätsflucht auch viel mit Verdrängung zu tun. Und Verdrängung wirkt sich sehr negativ auf die Traumerinnerung und somit auf die Klartraumfähigkeit aus. So hat Charles T. Tart etwa herausgefunden, dass Testpersonen,
classified as Sensitizers report recalling dreaming significantly more frequently than those classified as Repressors.

Zweitens wird das Unbewusste sich ebenfalls einmischen. Tief im Inneren wird man wissen, wenn es sich nur ein Rückzug oder eine Flucht vor Problemen im Außen handelt und entweder man bekommt aus diesem Grund keine Klarträume mehr oder man wird wie in einem Traumbericht im Buch 'Schöpferisch Träumen' sehr direkt durch eine Traumfigur darauf hingewiesen, sich doch bitte um Wichtigeres im Leben zu kümmern.
Das Besondere an den Klarträumen liegt meiner Meinung auch darin, dass man gelegentlich Sachen zu hören bekommt, die man nicht hören will.

Celia Green geht in ihrem Buch 'Träume bewusst steuern' kurz auf dieses Thema ein. Die von ihr befragten Klarträumer hatten eher das Erfahrung gemacht, dass ihre Klartraumerlebnisse sie motivierter und positiver machten.

Die Psychologin Ann Faraday beschreibt in "Deine Träume - Schlüssel zur Selbsterkenntnis" folgenden Fall:

Zum Beispiel hatte eine Freundin von mir längere Zeit intensiv mit Träumen gearbeitet und begann, ihre Angelegenheiten in der Außenwelt zu vernachlässigen. Sie wurde nicht etwa in die Sümpfe der unbekannten Seele hinuntergezogen, sondern die Traumerinnerung hörte plötzlich auf. Sie war eindeutig beunruhigt und wandte die Dialogtechnik an,um den Grund herauzufinden, woraufhin sie folgende Antwort von ihren „Träumen“ erhielt: “Du musst dir eine Stellung suchen. Dein Geld ist fast alle und du kannst nicht von der Luft leben, deshalb werden wir wegbleiben, bis du in der Welt wieder Fuß gefasst hast“.

Dienstag, 4. September 2012

Wissenschaftler nehmen Einfluss auf die Träume von Ratten


Forschern am MIT ist es gelungen, bei Ratten Einfluss auf die Träume zu nehmen.
In der Studie hinter dem meiner Meinung nach etwas reißerischen Titel ist es einigen Wissenschaftlern gelungen, über externe Reize Einfluss auf den Trauminhalt von Laborratten zu nehmen.
Dafür wurden verschiedene Situationen in einem Versuchslabyrinth mit jeweils einem akustischen Signal verknüpft.
Während die Ratten schliefen, wurden diese Signale abgespielt und es gelang, die Ratten gezielt von der einen oder der anderen Situation träumen zu lassen. Anhand der gemessenen Gehirnaktivität konnte unterschieden werden, von welcher der beiden Situationen die Ratten träumten.

Der Artikel geht selbst nur wenig auf Möglichkeiten ein, bei Menschen so Träume zu beeinflussen. 
Bahnbrechend Neues bringt der Artikel für Klarträumer eigentlich nicht. Die Methode, äußere Reize als Klarheitstrigger zu verwenden gibt es etwa im Rhythm Napping oder bei Stephen LaBerges Novadreamer, der dem Träumer während der REM-Phasen rote Lichtblitze auf die Augen wirft. 
Aber trotzdem finde ich es spannend, dass diese Technik jetzt sozusagen eine wissenschaftliche Grundlage hat. 
Als eine Art Weiterentwicklung könnte man auch beginnen, Situationen im Wachleben, etwa Reality Checks, mit einem akustischen Reiz zu verbinden. Nach einigen Tagen kann man dazu übergehen, sich den akustischen Reiz in der Nacht vorzuspielen.
Prinzipiell sollte das funktionieren, man muss nur die REM-Phase erwischen, in der die intensivsten Träume stattfinden.

Nachdem man sich einige Tage auf das gewünschte akustische Signal konditioniert hat, benötigt man eine MP3 mit ca. 60-80 Minuten Stille, auf die dann ca. 10 bis 30 Minuten das Signal mehrmals ertönt.

Idealerweise hört man sich die Datei nach dem WBTB an, damit man gleich die längeren REM-Phasen am Morgen erwischt.

Man muss auch nicht zwingend einen akustischen Ton verwenden, obwohl man diesen wahrscheinlich am leichtesten umsetzen kann. Wie in der Grafik unten zu sehen, werden unterschiedliche Reize unterschiedlich stark in Träume eingebaut.
Der eigene Name scheint mir ein guter Kompromiss aus Erfolgsrate und technischem Aufwand. Möglicherweise bietet die an anderer Stelle beschriebene Vibrationsuhr noch mehr Potenzial.
Quelle


Siehe auch:
Japaner erfindet Traum-Maschine
Rhythm Napping

Sonntag, 2. September 2012

Traumerinnerung und Traumtagebuch: coole Kurzschrift

Die durchschnittliche Schreibgeschwindigkeit eines erwachsenen Menschen beträgt ca. 30 Wörter pro Minute. Die Sprechgeschwindigkeit liegt je nach Herkunft bei ca. 150 bis 180 Wörter pro Minute, außer bei dem Mann aus der Medikamentenwerbung: 'Zu Risiken und Nebenwirkungen....' wird mit gefühlten 1000 Wörtern pro Minute runtergerasselt.

Um die Diskrepanz zwischen der üblichen Sprech- und Schreibgeschwindigkeit zu überwinden, wurden Kurz- und Schnellschriften erfunden, wie etwa die deutsche Einheitskurzschrift oder die Stiefographie. Mit viel Übung kann man hier Schreibgeschwindigkeiten von 180 WpM und mehr erreichen und im Gericht oder im Parlament als Stenograph arbeiten.

1903 wurde von Robert Boyd eine vollkommen neuartige Kurzschrift entwickelt: die Boyd's Syllabic Shorthand, also die Boyd'sche Silbenkurzschrift.
Mit dieser sollen nach einer Übungszeit von gerade einem Monat, also etwa einem Fünftel der Übungszeit bei anderen Kurzschriften, Schreibgeschwindigkeiten von 100 WpM und nach etwas längerer Übungszeit sogar 200 WpM erreicht werden.

Diese Schrift hat leider wieder den altbekannten Nachteil, dass es keine Rechtschreibung gibt. Leider wurde die Boyd'sche Silbenschrift auch für die englische Sprache optimiert, so dass es keine Zeichen für Umlaute und länderspezifische Sonderzeichen gibt, was möglicherweisen für den Einsatz in anderen Sprachen einige Geschwindigkeitseinbußen zur Folge hat.

Rein optisch macht sie aber viel her: Sie sieht sehr schön aus und schützt die eigenen Aufzeichnungen vor neugierigen Blicken. Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendjemand diese Schrift beherrscht, geht gegen Null.

Übungstext aus dem Lehrbuch
Wie man im Beispiel oben sieht, werden hier viele Zeichen überflüssig, teilweise braucht man für ein einziges Wort weniger Zeit als für einen einzigen Buchstaben in der lateinischen Schrift. Für Geschäftsbriefe hat Boyd noch einige häufige Wörter und Phrasen zu Kürzeln zusammengefasst, was für Klarträumer allerdings keine Bedeutung hat.

Nachtrag:
Nach einem Monat täglichen Übens schreibe ich immer noch mit 11 Wörtern pro Minute. Für denselben Text in normaler Schrift brauche ich ziemlich genau halb so lange. Irgendwie scheint Boyd eine andere Lehrmethode gehabt zu haben, von den versprochenen 50 wpm fühle ich mich jedenfalls noch Meilenweit entfernt.
Auch brauche ich, egal wie sehr ich mich bemühe, etwa doppelt bis 1,5 mal so viel Platz für den Text wie in der normalen Handschrift.
Ich werde noch ein wenig dranbleiben und schauen, ob sich ein Durchbruch ergibt.

Siehe auch:
Link zum Onlinekurs
Artikel über Boyd's Syllabic Shorthand in der Wikipedia
Andere Methoden, das Traumtagebuchschreiben zu beschleunigen
Kurzschriften im Vergleich