Dienstag, 28. August 2012

Klartraum-FAQ 5: Funktioniert der WILD auch bei Anfängern?

Gelegentlich wird behauptet, dass die WILD-Methode nur für fortgeschrittene Klarträumer geeignet sei.
Aber stimmt das? Sollte man wirklich erst ein paar DILDs bekommen haben, bevor man sich an die WILD-Methode wagt?

In der Literatur findet sich wenig. Paul Tholey schreibt in 'Schöpferisch Träumen' zwar, dass man für diese Art des Klartraums fleißig üben muss und beschreibt die Klarheit-behaltenden Techniken nach den klassischen Klarheit-gewinnenden Techniken. Es steht allerdings nirgends, dass er diese Techniken für Anfänger ungeeignet hält.

Allerdings haben wohl die meisten Klarträumer ihren ersten Klartraum durch die DILD-Methode oder spontan, was wahrscheinlich eher daran liegt, dass dauernd jemand daherkommt, der dem zukünftigen Klarträumer erklärt, dass er doch besser mit der DILD-Methode anfangen soll.


Menschen sind nunmal verschieden. Wahrscheinlich liegt dem einen das WILDen mehr, dem anderen der DILD.

Der indirekte WILD

Michael Raduga empfielt eine Mischung aus beiden Techniken, den indirekten WILD. Hierbei geht es darum, nach dem Aufwachen aus einer REM-Phase sofort wieder in den Traum einzusteigen und ihn bewusst weiterzuträumen. In seinem Buch 'School of Out of Body Travel' bezeichnet er sie sogar als schnellste Methode. Erfolge sollen sogar schon nach einigen Tagen Übungszeit zu verzeichnen sein.

Anleitung für den indirekten WILD im Klartraum-wiki
e-Book von Michale Raduga

Siehe auch:
Interview zum Thema Klarträumen und WILDen bei Radio Escobar

Donnerstag, 23. August 2012

Luzides Träumen lernen: ein kurzes Tutorial

In diesem Posting möchte ich eine ganz kurze Einführung geben, wie man das Klarträumen lernen kann. Sozusagen 'The quick and dirty way to lucid dreams':

Ein Klartraum oder ein luzider Traum ist ein Traum, in dem einem klar ist, dass  man gerade träumt. Und zwar während man träumt.

Wie kann man also in seinem Traum merken, dass man gerade träumt?
Im Großen und Ganzen gibt es zwei Möglichkeiten:
Entweder man bemerkt es im Traum (DILD = Dream Initiated Lucid Dream) oder man nimmt das Wissen aus der Wachrealität mit in den Traum (WILD = Waking Initiated Lucid Dream).

Der DILD/ kritisches Bewusstsein


Warum fragt man sich, während man träumt, so selten, ob das ein Traum sein könnte?
Weil man im Traum meistens das macht, was man auch im Wachleben häufig macht. Hier setzt diese Technik an: Man beginnt, sich täglich mehrmals zu fragen, ob das hier nicht alles ein Traum sein könnte. Etwa zehn bis 30 Mal am Tag sollte man hinterfragen, ob man gerade träumt.
Wie komme ich hierher? Gibt es Erinnerungslücken? Verhält sich irgendetwas oder irgendjemand seltsam?
Diese Fragen liefern einen guten Anhaltspunkt, dass man gerade träumen könnte, wenn die Antworten merkwürdig und unüblich sind. Um ganz sicher zu sein, kann man einen Realitycheck durchführen: Man checkt, in welcher Realität man sich befindet. In der Wachrealität hat man 5 Finger und kann nicht durch die zugehaltene Nase atmen.
Im Traum hat man häufig nicht 5 Finger oder man verzählt sich dauernd und kann auch mit zugehaltener Nase atmen.

Nach einer Eingewöhnungszeit nimmt man die Angewohnheit, die Realität kritisch zu hinterfragen und zu testen mit in den Traum und kann seinen ersten Klartraum genießen. Das kann einige Tage bis einige Wochen dauern.



Der WILD


Oder man geht gleich bewusst in den Traum.

Der WILD, also ein aus dem Wachleben erzeugter Klartraum (waking initiated lucid dream), wird meistens mit der WBTB-Methode kombiniert. WBTB steht für Wake up and go Back To Bed.
Nachdem man etwa 4 - 6 Stunden geschlafen hat, steht man für etwa 30-90 Minuten auf und legt sich dann wieder für 2 bis 4 weitere Stunden schlafen. 
Die genaue Zeit, die man schläft oder wach ist, muss man für sich selbst herausfinden. Wichtig ist, dass man nicht zu müde ist, aber trotzdem gut wieder einschlafen kann. Wie häufig man den WILD versucht, hängt von den persönlichen Lebensumständen ab. Manche haben vielleicht nur am Wochenende Zeit für ein WBTB, andere haben jeden zweiten oder sogar jeden Tag dafür Zeit.



Jedenfalls legt man sich nach der wachen Zeit wieder hin und entspannt seinen Körper und beobachtet den Einschlafprozess. Man meditiert sich sozusagen in den Schlaf.
Der Körper beginnt nun einzuschlafen und das Gehirn beginnt langsam zu träumen.  
Manchmal spürt man eine Schaukelbewegung oder der Körper beginnt zu kribbeln und man beginnt, Bilder vor den geschlossenen Augen zu sehen. Diese sogenannten hypnagogen Bilder sollte man einfach entspannt beobachten. Das ist ein Kniff, den man mit der Zeit rausbekommt.
Die Bilder werden mit der Zeit immer intensiver und werden zu filmähnlichen Streifen und irgendwann bemerkt man, dass man sich schon komplett im Traum befindet. Jetzt kann man langsam anfangen, selbstständig zu agieren.



Viel Erfolg und viele klare Träume!

Weiterführende Literatur:


Schöpferisch Träumen
Das meiner Meinung nach beste Buch, um das Klarträumen zu lernen. Prof. Tholey gibt gutes Hintergrundwissen und sehr gute Hinweise, wie man mit möglichen nicht ganz so freundlichen Traumgestalten umgehen kann.

Dialog mit der eigenen Psyche (pdf)
Aufsatz von Prof. Tholey aus dem Jahre 1982 zum Thema 'Umgang mit feindlichen Traumgestalten'.

Exploring the world of lucid dreaming
Sehr gutes englischsprachiges Buch von Stephen LaBerge.

Anleitung zum Klarträumen
Daniel Erlacher, Träger des Nachwuchspreises der deutschen Gesellschaft für Sportmedizin, ist wohl der bekannteste aktive Klartraumforscher im deutschsprachigen Bereich.

Siehe auch:

Klarträumen - Explain like I am 5
Das Klartraum-Ferienprogramm



Dienstag, 14. August 2012

Zeo Sleep Manager

Ich habe mir jetzt endlich einen Zeo Personal Sleep Manager geleistet.

Unter http://myzeo.co.uk/ kann man ihn innerhalb Europas bestellen und mit Paypal bezahlen, was für mich ein k.o.-Kriterium war. Ich hatte keine Lust, mir eine Kreditkarte anzuschaffen.

Wozu ist der Zeo gut?

Der Zeo bietet die Möglichkeit, sein Schlafverhalten zu Hause zu analysieren und zu optimieren.

Wie funktioniert der Zeo?

Über ein Headband mit drei Silberelektroden wird die elektrische Aktivität des Gehirns aufgenommen und daraus ermittelt, in welcher Schlafphase sich der Nutzer gerade befindet.

Die Schlafstadien; Bild: Wikipedia

Diese Werte werden gespeichert und daraus ein Wert für die Schlafqualität ermittelt, der ZQ. Dieser soll ein Maß für die Qualitit des Schlaf sein und berechnet sich aus der Gesamtschlafdauer, der Zeit, die man in REM und im Tiefschlaf verbringt und wie oft man in der Nacht aufgewacht ist.
All diese Werte kann man sowohl am Gerät selbst als auch in angenehmerer Darstellung auf der Website der Betreiber einsehen.

Screenshot
Bislang bin ich sehr zufrieden mit dem Gerät, nur ein Haken ist mir aufgefallen: Gerade in den REM-Phasen am späten Morgen verwechselt er häufiger REM und Wach und will mir weißmachen, dass ich die Nacht 9x aufgewacht wäre. Aber darüber sehe ich mal hinweg.

Was kann der Zeo?

Wie man im Bild oben sieht, hat der ZEO eine Smart-Wake-Funktion. D.h. er sucht innerhalb eines gewissen Zeitfensters nach einem optimalen Zeitpunkt, in dem man am leichtesten aus dem Bett kommt.

Was für mich aber interessanter ist: In seinem Benutzerkonto kann man seine hochgeladenen Schlafdaten mit Tags und Labels versehen und so den Einfluss irgendeiner Sache oder Verhaltensweise auf die nächtliche Schlafqualität ermitteln. So kann man ziemlich gut untersuchen, wie es die Zeit im REM-Schlaf beeinflusst, wenn man vor dem Schlafengehen einen Eiweißshake trinkt oder doch lieber ein Glas Cola. Oder ob eine am abend getragene orangefarbige Sonnenbrille dazu führt, dass man besser und schneller einschlafen kann....


Siehe auch:

Zeo, inc. in der englischen Wikipedia
Artikel über Quantified Self in der englischen Wikipedia