Sonntag, 29. Juli 2012

Unzensiertes Schreiben: Traumerinnerung, Traumdeutung, Persönlichkeitswachstum

Vera F. Birkenbihl erwähnte in einem ihrer Vorträge einmal eine Technik, die sie die Kläranlage des Geistes nannte. Hierbei nimmt man sich täglich zehn Minuten Zeit und schreibt alles, was einem durch den Kopf geht einfach wahllos auf. Die einzige Regel ist, dass der Stift nie stillstehen darf und man sich selbst nicht zensieren darf.
Im schlimmsten Fall schreibt man zehn Minuten lang 'Mir ist langweilig und mir fällt nichts ein', was aber praktisch nicht vorkommt. Schon nach einiger Zeit kommt man in einen Zustand des Flows, die Wörter fließen praktisch aufs Papier. Regelmäßig angewandt ermöglicht diese Übung sehr interessante Einblicke über sich selbst. Aber Frau Birkenbihl hat das alles in ihrem Blog deutlich besser erklärt, als ich das hier könnte.
Grob ähnelt diese Technik dem von Win Wenger erfundenen Image Streaming, nur dass man bei der Kläranlage des Geistes schreibt und beim Image Streaming auf ein Tonband oder zu einer Person spricht.

Aber was hat das nun mit Traumerinnerung und Traumdeutung zu tun?

Diese Technik eignet sich auch gut, um mit seinen Träumen zu arbeiten.
Wenn man sich nur an eine kurze Sequenz aus der vorherigen Nacht erinnern kann, aber gerne noch etwas mehr erinnern würde, kann man hier gute Erfolge erzielen. Auf ein gesondertes leeres Blatt, am besten DIN-A-4 beginnt man, alle Eindrücke und Erinnerungen an den Traum, auch die unwichtigsten und diffusesten, einfach aufzuschreiben.
Man kann sich hierfür einen Timer auf ca. 10 Minuten stellen und die ganze Zeit wirklich nicht aufhören zu schreiben. Alles, was einem in Bezug auf den Traum durch den Kopf geht, wird zu Papier gebracht.
Ein Timer ist nicht zwingend notwendig. Bei meiner Schreibgeschwindigkeit entspricht eine Seite genau 10 Minuten.
Neben weiteren Details und weiteren Handlungssträngen erscheinen in diesem entspannten Zustand häufig auch weitere Eindrücke aus dem Leben. Längst vergessene oder verdrängte Erinnerungen tauchen auf. Haben diese mit dem Traum zu tun?

Gibt es einen Bezug zu jetzigen Situationen und Verhaltensweisen? Vieles wird einem schon beim Schreiben klar (deswegen auch Kläranlage :-) ).

Ich mag diese Übung sehr gerne. Sie macht wirklich Spaß und liefert wertvolle Einblicke in die eigene Persönlichkeit.

Dienstag, 24. Juli 2012

Die Klartraum-Ziel-Liste

Manchmal passiert es Träumern, dass sie endlich den gewünschen Zustand, den Klartraum erreicht haben, aber sie sich überhaupt nicht mehr erinnern können, was sie eigentlich machen wollten.

Für solche Fälle ist es ganz hilfreich, eine kleine To-do-Liste oder einen Wunschzettel im Kopf zu haben. Dieser hat gleich zwei Vorteile:
Erstens nutzt man wertvolle klare Zeit für Sachen, die man wirklich machen möchte und verschwendet keine Zeit damit, zu überlegen, was man eigentlich machen wollte.
Zweitens hält die Liste die Motivation hoch und sorgt für weitere Erfolgserlebnisse, wenn man ein Ziel erreicht.
Drittens wird ein Klartraum durch die Handlung und den daraus resultierenden sensorischen Input weiter stabilisiert.

Phase 1: Brainstorming
In dieser Phase schreibt man erst einmal unkontrolliert und unzensiert einige Zeit alles Mögliche und vor allem Unmögliche auf, was man schon immer einmal machen wollte.
Man kann sich einen Timer auf 3 oder 5 Minuten stellen und erst aufhören zu schreiben, wenn das Signal ertönt. Wichtig ist, dabei wirklich alles aufzuschreiben, was einem in den Sinn kommt.
Wenn man währenddessen beim Schreiben ins Stocken kommt, hilft es manchmal auch einfach 'Mir fällt nichts ein, mir fällt nichts ein' zu schreiben.
Der Spaß, die Vorfreude und die Begeisterung sollen bei diesem Teil der Übung nicht zu kurz kommen.

Phase 2: Sortieren
Nach dem unkontrollierten Aufschreiben nimmt man sich die Zeit, alle Ziele und Gedanken in Ruhe nach Kategorien oder nach Priorität zu sortieren, z.B. Stabilisierungstechniken, Psychologie, Hedonismus, Spiritualität, Sport usw.


Phase 3: Die Zielerreichung visualisieren / Trauminkubation
Anhand dieser Liste kann man vor jedem Einschlafen, z.B. nachts oder im WBTB eine Trauminkubation durchführen oder einfach zu visualisieren, wie man selbst die gewünschte Handlung durchführt und dabei klar wird.

Montag, 23. Juli 2012

Klartraum-Logo, z.B. für Aufkleber oder T-Shirts

Ich habe mal ein wenig mit GIMP rumgespielt und ein kleines Logo gebastelt. 







Wem es gefällt, der kann es gerne verwenden oder weiterbearbeiten.

Symbol für klare Träume: eine Hand mit sechs Fingern





Schriftzug 'Lucid Dreamer' mit Bildern aus dem Weltall

Schriftzug 'Lucid Dreamer' mit Bildern aus dem Weltall
Schriftzug 'Lucid Dreamer' mit Bildern aus dem Weltall
Ein Bild wie aus einem Traum: eine Hand mit sechs Fingern


Zahnrad mit Auge

Zahnrad mit Auge



Nachthimmel mit Schriftzug: Lucid Dreaming

Nachthimmel mit Schriftzug: Lucid Dreaming


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Mittwoch, 18. Juli 2012

WILD: Hypnagoge Bilder hervorrufen

Wie kann man hypnagoge Bilder oder Empfindungen verstärken?

In verschiedenen Variationen der WILD-Technik ist es nötig, hypnagoge Bilder zu sehen. Gelingt es, diese entspannt zu beobachten, so kann man bewusst in einen Traum einsteigen.
Manchen Träumern fällt es sehr leicht, in die Hypnagogie abzutauchen, andere brauchen etwas mehr Übung.
Im Folgenden möchte ich ein paar Tricks und Kniffe aufführen, die bei mir sehr gut gewirkt haben und zu starken Bildern geführt haben.

WBTB optimieren

Wenn man einen WILD plant, so sollte man die ersten Versuche auf jeden Fall im WBTB unternehmen. Dadurch, dass man schon einige Stunden Nachtschlaf hinter sich hat, sind die folgenden REM-Phasen länger und intensiver und man kann das Gehirn leichter dazu veranlassen, entgegen der Gewohnheit direkt in eine Traumphase einzusteigen und nicht wie üblich eine Tiefschlafphase vorher einzuleiten.
Also quält man sich nach 4-6 Stunden für eine gewisse Zeit von 20 bis 90 Minuten aus dem Bett und legt sich danach wieder hin um zu WILDen.
Dabei hat man sehr viel Optimierungspotenzial: bleibt man zu kurz wach, kann es sein, dass man zu schnell wieder einschläft. Bleibt man zu lange wach, kann es sein, dass man garnicht mehr einschläft.
Ebenso verhält es sich mit der Schlafdauer: Schläft man zu kurz, ist man noch zu müde, schläft man zu lang, ist man zu wach.
Nun sollte man ein Optimum finden, bei dem man so müde ist, dass man recht schnell in die Nähe des Schlafes gelangt aber ausreichend wach ist, um den Einschlafprozess bewusst wahrzunehmen.

Strecken und Gähnen


Nach einer Zeit exzessiven Gähnens und Streckens gelangt der Körper in einen wunderbaren Zustand der Entspannung.
Bei einigen Menschen reicht es schon aus, nur ans Gähnen zu denken und sofort kündigen sich erste Gähner an. Diese kann man verstärken und sich dabei strecken, dehnen und räkeln. Nach ca. 5 bis 10 Minuten ist man entspannt wie ein Baby.
Bei Anfangsschwierigkeiten hilft es manchmal, mit dem Kiefer kauende und mahlende Bewegungen zu machen und dabei einen immer höher werdenden Ton zu summen und schon geht es los.

Sex


Im entspannten, ausgepowerten Zustand nach dem Sex zu zwein treten häufig sehr intensive hypnagoge Bilder auf. Auch Robert Bruce beschreibt in 'Astral Dynamics' eine Technik zur Herbeiführung einer OOBE, die den WILD-Techniken und der Methode des Hypnagogic Reports ähnelt.
One of the best times to attempt a remote-eye projection is after a lengthy period of lovemaking, when a couple finds them selves deeply relaxed, maybe even exhausted, but still awake enough to be talking together in the early hours of the morning, when everything is quiet and there are no distractions.

Kundalinimeditation


Eine eher ungewollte Erfahrung mit hypnagogen Bildern bekam ich nach der Kundalinimeditation. Diese Meditation ist sehr dynamisch, in den ersten 15 Minuten schüttelt man seinen Körper wie wild aus, und in den nächsten 15 Minuten tanzt und springt man wie wild umher, worauf eine Phase der ruhigen Körperbeobachtung folgt.
In der Entspannung und Innenschau hatte ich ungewollt meinen ersten WILD, als ich die aufsteigenden Bilder beobachtet habe. Irgendwann wurden diese so intensiv und ich bemerkte, dass ich ja schon schlafe und das ein Traum ist.
Eine gute Anleitung für die Kundalinimeditation findet man z.B. hier.

Beeindruckende Filme und Erlebnisse


Quelle: Wikipedia
Besonders bildgewaltige Erlebnisse und Filme lassen mich am Abend häufig in hypnagogen Bildern schwelgen, etwa ein 10 km langer 'Spaziergang' durch Berlin oder durch einen Wald.
Nachdem ich den Film 'The Cell' im Kino gesehen habe, hatte ich die folgenden Nächte vor dem Einschlafen sehr intensive hypnagoge Bilder.
In diesem Film hat eine Psychologin die Möglichkeit, in das Unbewusste ihrer Klienten zu reisen und dort Lösungen für deren Probleme zu finden.
Nachdem ein Mädchen entführt wurde, betritt die Psychologin das sehr bizarre Unbewusste des Entführers, um dort Hinweise zu bekommen, wo dieser das Mädchen versteckt hält.
Beim Einschlafen konnte ich ähnliche Bilder und Szene beobachten. Leider habe ich das zu der Zeit nicht weiter verfolgt und wusste auch nicht, dass sich diese Fähigkeit trainieren lässt und wohin das führen kann.




Mantras und Visualisierungen


Kombiniert man Müdigkeit (z.B. im WBTB) und Visualisierungsübungen oder Mantras, so kann das zu interessanten Effekten führen.
Was man visualisiert ist eigentlich egal. Bei den ersten Übungen kann man mit einfachen geometrischen Mustern beginnen, etwa ein rotes Dreieck oder das rechts abgebildete tibetische A in einem roten Kreis vor dem inneren Auge entstehen zu lassen. Eine andere Möglichkeit ist, einen Gegenstand intensiv anzusehen, die Augen zu schließen und das Nachbild, das einige Sekunden noch zu sehen ist, zu beobachten.
Je näher man dem Schlaf kommt, um so mehr beginnen sich die inneren Bilder zu verselbstständigen.

Die Visualisierung muss nicht nur optisch erfolgen, Robert Bruce bietet ein kostenloses Visualisierungsprogramm auf taktiler Basis an, das er NEW Energy Ways nennt.

Das Rezitieren eines Mantras oder einer Affirmation zum Einschlafen hilft ebenfalls, den Geist beim Einschlafen etwas wachzuhalten. Hierbei ist es egal, welches Mantra man verwendet oder ob man zusätzlich noch eine Affirmation wie etwa 'Ich erkenne im Traum, dass ich träume' oder klassische Mantren wie 'Om mani Padme Hum' verwendet.

Palming

Palming bedeutet, seine Augen mit den Handflächen abzudecken, so wie es auf diesem Bild dargestellt ist. Wichtig ist, die Augen komplett abzudecken. Bereits nach kurzer Zeit erscheinen schon die ersten Hypnagogen Bilder.
Die Kombination aus absoluter Dunkelheit, der entspannenden Wirkung der Berührung und der Wärme der Hände kann man noch verstärken, indem man das Dunkle, das man sieht, durch gezielte Entspannung oder durch Intention noch dunkler bzw. schwärzer werden lässt.
Wenn ich die Bilder im Geiste beschreibe, werden sie deutlicher und stabiler - Wahrscheinlich ist dieser Effekt beim Hypnagogic Report sogar noch intensiver zu spüren.

Das Gefühl und die ungewöhnliche Körperhaltung wirken dabei als guter Anker, so dass sich mit zunehmender Übung der Zustand der Hypnagogie schneller und tiefer einstellt.

Siehe auch:

Astral Dynamics bei Amazon.de
Energy Work von Robert Bruce bei Amazon.de
Artikel über Hypnagogien von Dr. Clare Johnson

Montag, 16. Juli 2012

Matcha - Grüner Tee

Unter Klarträumern hat Matcha, eine besonders edle Sorte grünen Tees einen guten Ruf als Hilfsmittel. Einige Träumer berichten von wirklich intensiven Träumen und guter Klarheit, wenn sie diesen Tee vor dem Schlafengehen oder im WBTB trinken.

Auch der Sleepwarrior.com ist voll des Lobes für den grünen Tee aus Japan. Von vorbeugender Wirkung gegen Alzheimer und Krebs bis hin zur Verbesserungen bei Akne ist die Rede. Allerdings trinkt er den Tee immer morgens, scheinbar hat er noch nicht von der klartraumfördernden Wirkung gehört...
Aber interessante Rezepte hat er auch, von der Matcha-Eiscreme über Matcha-Smoothies und -Shakes.

Das Besondere am Matcha im Vergleich zu anderen Grüntees ist, dass daraus kein Aufguss zubereitet wird. Matcha besteht praktisch aus gemahlenen Teeblättern, die dem Wasser zugefügt werden und komplett mitverzehrt werden. Auf diese Weise nimmt man ca. 137 mal mehr der guten Inhaltsstoffe des Tees auf.

Den Tee bekommt man im gutsortierten Teeladen wie dem Tee Gschwendner oder in verschiedenen Internetversandhäusern. In schlechtsortierten Teeläden kann es schonmal vorkommen, dass man etwas merkwürdig angesehen wird, wenn man Matcha haben will.

Der preiswerte Matcha hat manchmal die Eigenschaft, nach Fisch zu schmecken. Das liegt daran, dass es in Japan verboten ist, die dafür verwendeten Teepflanzen mit Kunstdünger zu behandeln. Stattdessen wird bei billigen Sorten auf Fischmehl zurückgegriffen.

Inhaltsstoffe:

Für das Klarträumen interessante Inhaltsstoffe sind unter anderem das Theanin, das die Alphawellen im Gehirn anregt und das Epigallocatechingallat (ECGC), das auch für die meisten weiteren positiven Eigenschaften des Tees verantwortlich ist.

Zubereitung und Einnahme

Idealerweise wird der Tee im WBTB oder am Abend vor der geplanten Traumnacht getrunken. Eine Tasse aus 1/4 bis 1/2 TL Pulver sollte für erste Versuche ausreichend sein.

Was leider nicht funktioniert:

Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich sagen, dass viel Matcha nicht unbedingt viel hilft. Irgendwann habe ich einmal eine riesige Portion Eistee gemacht, das muss so ein Liter Matcha aus mehreren Teelöffeln Pulver mit Zitronensaft und Einswürfeln gewesen sein.
Statt der gewünschten Nacht voller klarer Träume verbrachte ich die Nacht in einem halbwachen Zustand und war am nächsten Tag dementsprechend gerädert. Mein Magen hat mir dieses Experiment auch nicht so schnell verziehen.

Siehe auch:
Matcha-Tee bei Amazon.de

Dienstag, 10. Juli 2012

Dokumentation über Träume und Klarträume im WDR


Prof. Dr. Michael Schredl ist zu Gast bei Birgit Klaus und Dennis Wilms bei Planet Wissen im WDR.

In diesem zweiminütigen Video erklärt er kurz etwas über Klarträume und wofür man sie gut einsetzen kann. Er geht kurz auf die Anwendungsmöglichkeiten des motorischen Lernens, z.B. im Sport und die Bekämpfung von Albträumen ein.


Hier geht's zum Video

In einem weiteren Interview spricht er kurz über Traumdeutung und die Arbeit mit Träumen.

Hier geht's zum Video

Dienstag, 3. Juli 2012

Hypnose und Klarträume

Das Wort Hypnose kommt aus dem griechischen und ist nach Hypnos, dem Gott des Schlafes benannt. Hypnose bezeichnet einen veränderten Bewusstseinszustand, der hypnotischen Trance, in dem der Hypnotisand für verschiedene Suggestionen offen ist.
Hypnose wird zu vielen Zwecken eingesetzt, von der Raucherentwöhnung bis hin zu Depressionen, von mehr Spaß beim Sex bis hin zur Steigerung des Selbstwertgefühls.


Aber Funktioniert Hypnose wirklich?


Verschiedenste Tonträger mit hypnotischen Texten werden oft recht marktschreierisch mit den vollmundigsten Versprechungen angepriesen. Aber gibt es wirklich dokumentierte Erfolge?
Im Buch 'Psychologie' von Philip G. Zimbardo, einem Standardwerk für Psychologiestudenten, wird als Anwendungsbereich für klinische bzw. therapeutische Hypnose unter anderem die Schmerzkontrolle genannt. [Zimbardo, s. 229]
Michael Murphy zählt in 'The Future of the Body' einige weitere Anwendungen auf, von der Heilung gewisser Krankheiten mit psychischer Komponente wie Warzen und Herpes [pp. 332]  über Änderungen im Körper [pp.336] wie der Temperatur der Haut oder Änderungen in der Wahrnehmung und beim Lernen. Eine Studie aus dem Jahr 2014 konnte zeigen, dass durch hypnotische Suggestion der Anteil an Tiefschlaf in einem 90-minütigen Nickerchen um 81% gesteigert und die Einschlafdauer um 67% reduziert werden konnte.


Hypnotisierbarkeit


Als Hypnotisierbarkeit bezeichnet man die Fähigkeit, sich einer Erfahrung völlig hinzugeben. Hypnotisierbarkeit ist ein relativ stabiles Persönlichkeitsmerkmal, das zu einem gewissen Grad vererbt ist. [Zimbardo, s. 227]. Einige Studien zeigen, dass die hypnotische Suggestibilität durch Methoden wie der progressiven Muskelentspannung gesteigert werden kann.
Ca. 40% der Menschen sind niedrig hypnotisierbar, 20% stark und ca. 10% sehr stark, wobei weniger die Fähigkeit des Hypnotiseurs als die Hypnotisierbarkeit des Klienten die Tiefe der Hypnose beeinflusst.


Hypnose und (Klar)Träume


Nun ist die Frage, ob man die Hypnose auch zum Klarträumen nutzen kann. Können durch Hypnose klare Träume häufiger und länger werden?


Klarheit:


Joseph H. Dane und Robert van der Castle verglichen die Klartraumhäufigkeit bei 30 Frauen, die keine Vorerfahrung mit dem Klarträumen hatten. Alle Teilnehmerinnen waren sehr gut hypnotisierbar.
Es zeigte sich, dass die Mitglieder der Gruppen, bei denen eine Anleitung zum Klarträumen mit posthypnotischer Suggestion verknüpft war, im Verlauf der Studie zusammen 33 Mal Klarträume durch Augenbewegungen anzeigen und nach dem Wecken einen Bericht darüber abgeben konnten.
Die Mitglieder der Gruppen, die lediglich Anleitungen zum Klarträumen vor der Studie bekommen haben, hatten zusammen 15 Klarträume.
Die Klarträume bzw. die klaren Episoden waren in der Hypnosegruppen länger als bei den anderen Gruppen.

Interessanterweise zielte der Inhalt der Hypnose darauf, den Inhalt der Träume so zu beeinflussen, dass ein Symbol im Traum auftaucht, anhand dessen die Probandin den Traum erkennt.


Trauminhalt:


Charles Tart zitiert einige Studien, die ebenfalls nachweisen konnten, dass duch Hypnose der Trauminhalt ihrer Probanden verändert bzw. beeinflusst werden konnte (Stoyva 1961), wobei das genaue Ausmaß, wie stark der Trauminhalt beeinflusst wurde, von der jeweiligen Person abhing.
Tart selbst führte ebenfalls Untersuchungen zur Beeinflussung des Trauminhalts durch, was ihm bei stark hypnotisierbaren Personen gelang. Von zehn Probanden bauten 50% der Teilnehmer das suggerierte Thema in ihren Traum mit ein. Allerdings wurden nur zwei Sitzungen durchgeführt.

Ebenfalls führte er Versuche durch, die die Art des Träumens durch Hypnose beeinflussen sollten. Suggestionen wie 'Erwache am Ende einer Traumphase!' oder 'Erwache am Anfang einer Traumphase' zeigten gute Erfolge.
Die Suggestion 'Träume überhaupt nicht!' zeigte garkeine Wirkung, jedoch die Suggestion 'Träume die ganze Nacht!' zeigte eine signifikante Verlängerung der REM-Phasen um 21% bei einem Teilnehmer (von zweien).
Tart vergleicht das mit den Ergebnissen einer weiteren Studie von Rechtschaffen und Verdone (1964), die einen ähnlich starken Effekt berichteten. Sie boten ihren Teilnehmern Geld dafür, wenn sie ihre Traumphasen verlängern konnten.
Die Autoren der oben zitierten Studien verwendeten für ihre Versuche sehr stark hypnotisierbare Testpersonen, jedoch eine geringe Anzahl von Versuchen. Möglicherweise können auch weniger gut hypnotisierbare Träumer von der Wirkung der Hypnose profitieren indem sie einfach mehrere Hypnosesitzungen durchlaufen.

Es durchaus möglich, dass Träumer von den erhältlichen CDs und MP3s profitieren können. Leider ist mir über die Wirksamkeit der meisten Tonträger wenig bekannt. Einzig die MP3s von Inferno07, die kostenlos in der Datenbank des Klartraum-Wikis heruntergeladen werden können, haben sehr viele positive Kommentare und Erfahrungsberichte im Klartraumforum bekommen.


Siehe auch:


A Comparison of waking instruction and posthypnotic suggestion for lucid dream induction
Hypnotic suggestion as a technique for the control of dreaming by Charles Tart
Paul Tholey: TECHNIQUES FOR INDUCING AND MANIPULATING LUCID DREAMS, Perceptual and Motor Skills: Volume 57, Issue , pp. 79-90.
Reed, S.: Reporting biases in hypnosis: Suggestion of compliance? Journal of Abnormal Psychology, 105, pp. 142-145, 1996
Rechtschaffen, A., & Verdone, P. (1964). Amount of drea-ming: effect of incentive, adaptation to laboratory, and indivi-dual differences. Perceptual and Motor Skills, 19, 947-58.
An extended nondrug MDMA-like experience evoked through posthypnotic suggestion.
The Future of the Body bei Amazon.de 
Psychologie von Philip G. Zimbardo bei Amazon.de  
Hypnosis and top-down regulation of consciousness