Mittwoch, 27. Juni 2012

Traumerinnerung steigern: Zusammenfassung


Wenn man das Klarträumen erlernen möchte, ist der erste Schritt, seine Traumerinnerung zu verbessern. Dier Post gibt eine Übersicht über verschiedene Methoden, seine Traumerinnerung zu verbessern.
Man kann sich einzelne Tipps aussuchen und  für ein paar Tage ausprobieren, ob man damit Erfolg hat.

Führen eines Traumtagebuchs

Das Traumtagebuch ist eines der bekanntesten und wirksamsten Hilfsmittel, um die nächtliche Erinnerung an die Träume zu steigern. Ich verwende hierfür einfache Collegeblöcke, die ich, wenn sie voll sind, in einen großen Ordner abhefte.
Gelegentlich werden gebundene Kladden empfohlen. Meiner Meinung nach haben die jedoch einige Nachteile: Meistens haben die Seiten keine Linien und die Seiten sind oft ziemlich klein. Nachträglich lassen sich die Träume schlecht neu sortieren oder ergänzen...) haben. Weitere Infos



Patricia Garfield beschreibt einen Trick, mit dem man auch in absoluter Dunkelheit relativ leserlich Stichpunkte zum Traum erstellen kann. Das ist besonders von Vorteil, wenn man nicht alleine im Bett schläft und deshalb kein Licht anschalten kann. Man nimmt einen Block in der Größe DIN-A5 oder DIN-A4 quer und hakt den kleinen Finger der Schreibhand an der oberen Kante ein. Die Hand wird geführt und man kann leserlich kurze Notizen machen. Weitere Infos



Das Führen des Traumbuchs kann beschleunigt werden, indem man sich selbst eine Art Kurzschrift aneignet und die häufigsten Wörter durch Kürzel ersetzt oder tatsächlich eine Schnellschrift wie die Stiefographie erlernt.

Weitere Infos

Kurze Einführung in die Stiefographie im Klartraumforum.de

Online-Lehrbuch zur Stiefographie in der Unibibliothek Dresden



Vor dem Übertragen des nächtlichen Traums in die Reinschrift empfiehlt es sich, die Gedanken mithilfe eines MindMaps zu strukturieren. Beim erstellen des MindMaps werden für gewöhnlich noch weitere Details und Hintergründe erinnert. Weitere Infos



WBTB

WBTB bedeutet 'Wake (up, then go) Back To Bed'.
Abends legt man sich normal schlafen. Nach etwa 4 bis 6 Stunden steht man für 30 bis 90 Minuten auf, um sich danach wieder schlafen zu legen. Weitere Infos

     

Breaking down the wall

Breaking down the wall ist eine von Thomas Yuschak entwickelte WILD-Technik oder eine Art Meditation, die man nach einem WBTB durchführt. Sie soll die Barriere zwischen Traumwelt und Wachwelt 'einreißen'. Yuschak bezeichnet sie im Buch 'Advanced Lucid Dreaming - The Power of Supplements' als zehnmal wirkungsvoller das Traumtagebuchschreiben alleine.




Geeignete Zeit finden, um ins Bett zu gehen

Wenn man eine optimale Schlafdauer gefunden hat, ist natürlich die Traumerinnerung optimal. Wenn man mit seiner Traumerinnerung nicht zufrieden ist, kann man mit seiner Schlafdauer experimentieren oder einfach mal richtig ausschlafen.


Zu Studentenzeiten hatte ich die Angewohnheit, erst ins Bett zu gehen, wenn meine Augen anfingen zu brennen. Irgendwann habe ich angefangen, mich eine halbe Stunde früher hinzulegen, wovon meine Schlafqualität und Traumerinnerung deutlich profitiert hat.

Tendenziell sollte man, wenn man eine gute Traumerinnerung anstrebt, übermüdung vermeiden. Bei vielen, aber nicht allen Träumern weist der folgende Schlaf deutlich geringere Traumerinnerung auf. Ein kleiner Teil scheint jedoch genau entgegengesetzt zu funktionieren und gerade bei Übermüdung sehr intensiv zu träumen.

Rituale am Morgen


  • Image Streaming
    Bei dieser Technik werden ähnlich wie beim Brainstorming alle Eindrücke, Gedanken und Erinnerungen laut berichtet und ggf. auf ein Diktiergerät aufgenommen. Weitere Infos
  • Erwachen nach einer REM-Phase
    Nach einer REM-Phase erinnern sich ca. 80% der Probanden an einen Traum, während nach einer REM-Phase lediglich, aber immerhin 45% der Probanden einen Traum zu berichten wissen.
    Es gibt Wecker und Apps für Smartphones, die über verschiedene Sensoren den Übergang von der REM-Phase in eine andere Schlafphase erkennen und dann den Wecksound abspielen.
    Bei vielen Träumern genügt auch einfach die Intention, nach einem Traum zu erwachen.
  • Geeigneter Wecker
    Ein sanfter Übergang von Traum zum Wachen hilft, die Bilder der Nacht besser im Gedächtnis zu behalten. Es gibt hierfür extra leise aber penetrante Zen-Wecker. Leichter geht es jedoch mit Audacity. Ein Gong lässt sichzum Beispiel bei Soundjay.com kostenlos runterladen. Diesen kann man alle 5 -10 Sekunden wiederholen und über die Tonspur ein Fade-In laufen lassen. Theoretisch kann man sich durch geeignete Konditionierung noch ein paar klare Sekunden gönnen, indem man die Weckersignale in den Traum miteinbaut.
  • Ruhig liegenbleiben
    Man kann sich eine gewisse Form des Aufwachens antrainieren, wie es im Ebook von Sleepwarrior.com beschrieben ist. Dafür stellt man sich einfach den Wecker, lässt ihn klingeln und verhält sich so, wie man sich zukünftig verhalten möchte. Will man morgens voller Elan beim ersten Weckerklingeln aus dem Bett springen, so erzeugt man in sich das Gefühl des vollen Elans und springt aus dem Bett. Als Traumerinnerer macht man eher das Gegenteil: man hört das erste Weckerklingeln und erzeugt in sich einen fast meditativen Zustand und stellt sich vor, wie unheimlich viele Bilder aus der Nacht im Gedächtnis bleiben oder wie man die ersten Wecksignale bewusst in den Traum einbaut und den Traum als Traum erkennt.
  • Mnemotechnik
    Bevor man tatsächlich aufsteht, kann man die wichtigsten Punkte des Traums mithilfe von Gedächtnistricks wie der Mnemotechnik besser im Gedächtnis behalten.

Finde ein passendes Einschlafritual



Die letzte halbe Stunde vor dem Einschlafen kann man sich schon gezielt auf die Nacht und die Träume vorbereiten.  
  • Autogenes Training
    Das Erlernen des Autogenen Trainings hat eine Steigerung der Traumerinnerungs zur Folge. Quelle
  • Powergähnen
    Langes und ausgedehntes Gähnen entspannt den Körper. Weitere Infos 
  • Visualisierungen
    Farbenfrohe und intensive innere Bilder wirken sich positiv auf die Traumerinnerung aus. Weitere Infos 
  • Affirmationen und Autosuggestionen
    Einfache Sätze wie 'Ich erinnere mich an meine Träume' oder 'Meine Traumerinnerung ist gut' können beim Einschlafen und wegdriften in den Schlaf wiederholt werden. Wichtig ist, sich mit den Affirmationen gut zu fühlen und ganz dahinter zu stehen. Tony Buzan gibt eine Zeit von ca. 3 Wochen an, bis die Affirmationen eine deutliche Wirkung zeigen.
  • Betthupferl-Snacks:
    Ein nachhaltiger Snack am Abend wie Nüsse, Gemüse oder ähnliches verhindern, dass man während des Schlafs unterzuckert.
    Tim Ferriss empfiehlt eine Mischung aus Leinsamenöl, Mandelbutter und Stangensellerie.
  • Eine Brille, die den Blauanteil abschirmt
    Kurzwelliges Licht verhindert, dass unser Körper Melatonin ausschüttet und sich so auf den Schlaf einstellen kann. In der Natur sinkt der Blauanteil im Licht zum Sonnenuntergang hin automatisch. Bestimmte Sonnenbrillen simulieren diesen natürlichen Vorgang. 

Hilfsmittel



 Bestimmte Nahrungsmittel und Nahrungsergänzungsmittel können die Traumerinnerung verbessern. 
  • Eiweißshakes
    Soja- und Whey-Protein geht sehr schnell ins Blut und versorgt den Körper mit Aminosäuren. Weitere Infos
  • Grüner Tee (Matcha)
    Kann im WBTB getrunken werden Weitere Infos
  • Salbei-, Rosmarin-, oder Beifußtee
    Diese Kräuter enthalten 1,8-Cineol, einen Stoff der den Abbau des für das Träumen und Klarträumen wichtige Acetylcholins hemmt. Der Tee kann abends oder besser im WBTB getrunken werden.
  • Tryptophan
    Tryptophan ist eine essentielle Aminosäure, die die Schlafqualität verbessern kann. Weitere Infos
  • Vitamin B6
    Ab einer Dosis von 250 mg hat Vitamin B6 einen deutlichen Einfluss auf die Traumerinnerung. Die meisten in der Apotheke erhältlichen Tabletten enthalten viel zu wenig, um traumerinnerungsfördernd wirken zu können. Jedoch finden sich in verschiedenen Internetversandhäuser passende Supplements. Auch eine Kombination mit Vitamin B1 (z.B. 100mg B1 und 100 mg B6) kann gut wirken.
  • Omega-3-Kapseln
    Meiner Erfahrung nach verbessern 3 Kapseln mit Omega-3-Öl die Schlafqualität und die Traumerinnerung.

Mangelerscheinungen erkennen


  • Manche Ernährungsformen oder mangelndes Ernährungsbewusstsein führen zu Mängeln an Vitaminen oder Spurenelementen. Genaue Daten kann ein großes Blutbild bringen. 
  • Bei manchen Leuten reagiert die Traumerinnerung gut, wenn Fischöl, Zink, Vitamin C, Vitamin B12, Kreatin supplementiert wird. Jedoch wird jeder unterschiedlich auf verschiedene Nahrungsmittelergänzungen reagieren.

Versuche mal, 1 Woche keinen Kaffee zu trinken

Bei mir verbessert es die Traumerinnerung sehr, wenn ich tagsüber keinen Kaffee trinke. Nach 3 Tagen hat sich die Traumerinnerung sehr stark verbessert. Weitere Infos


Klartraum-Hilfsmittel: Sojaprotein-Isolat

Im Internet geistern viele Tipps zum Thema Hilfsmittel für Träumer und Klarträumer herum, einige habe ich schon getestet, einige empfand ich für mich persönlich als wirkungslos oder sogar kontraproduktiv. Einige hatten gute Wirkungen, etwa isoliertes Sojaeiweiß.

Aufmerksam wurde ich auf dieses Hilfsmittel über eine Diskussion im Klartraumforum.de.

Besonders beliebt war der Eiweiß-Shake US-2 Xten Pro, der aus reinem isolierten Sojaeiweiß besteht und praktisch keine Kohlehydrate enthält.
Diese Kombination hat einige Vorteile.
Erstens wird Sojaeiweiß deutlich schneller vom Körper aufgenommen als etwa Proteinshakes auf Caseinbasis.
Außerdem optimieren Proteine das Gehirn auf Traumschlaf, während Kohlehydrate das Gehirn auf Tiefschlaf einstellen.

Optimaler Einnahmezeitpunkt:
Das Wirkungsoptimum scheint nach meinen Erfahrungen nach ca. 4-5 Stunden zu liegen, also bietet sich ein WBTB nach 3-4 Stunden Nachtschlaf an.
Auch kurz vor dem Einschlafen habe ich gute Erfahrungen gemacht, allerdings sollte man danach wirklich gleich schlafengehen, da der Shake etwas wach macht. Wenn man zu lange wartet, dann verfliegt die Wirkung auch, bevor man in die Schlafphasen mit den langen REM-Phasen kommt.


Siehe auch:

US Product Line Soja-Protein-Isolat bei Amazon.de

Samstag, 23. Juni 2012

Philip Zimbardo - Psychologie

Nachdem ich im Klartraum-FAQ groß rumgetönt habe, dass die Existenz von Klarträumen sogar in psychologischen Lehrbüchern wie dem Zimbardo erwähnt wird, habe ich mir das Buch dann nochmal aus der Bibliothek ausgehliehen und genau nachgesehen. So ganz sicher war ich mir dann doch nicht mehr.

Aber ich habe mich doch richtig erinnert. Kapitel 6.4.1 geht explizit über Klarträume bzw. luzide Träume. Die Autoren gehen auf ca. einer halben Seite auf den Nachweis der Klarträume, der Tatsache, dass man Klarträume erlernen kann und auf Möglichkeiten, diese zu induzieren ein.



Das Buch ist wirklich interessant. Allein das Cover: Auf der 16. Auflage strahlt einem eine junge Frau mit roten Dreadlocks und einem Lippenpiercing ziemlich stoned entgegen. Schon mal ein toller Einstieg in die universitäre Psychologie. ;)


Die Kapitel 6.3 (Schlaf und Traum) und 6.4 (Veränderte Bewusstseinszustände) finde ich auf jeden Fall sehr lesenswert.


Interessant fand ich die Tatsache, dass der Traum nicht nur auf die REM-Phase beschränkt ist, wie ich immer dachte. Laut Zimbardo beichten auch 45% der Probanden im Schlaflabor von Träumen, wenn man sie aus einer Non-REM-Phase weckt. (S.221)



Siehe auch:
Klartraum-FAQ I: Sind Klarträume wissenschaftlich erwiesen?
Klartraum-FAQ I: - Nachtrag

Artikel über Philip Zimbardo in der Wikipedia

Psychologie von Philip G. Zimbardo und Richard J. Gerrig bei Amazon.de

Mittwoch, 20. Juni 2012

Mindmapping für die Traumerinnerung

Im Buch 'Use Your Memory: Understand Your Mind to Improve Your Memory and Mental Power' gibt Tony Buzan neben vielen Tipps zur Steigerung des Gedächtnisses durch Mnemotechnik auch den Tipp, seine Traumerinnerung durch Mind-Mapping und Traumtagebuch zu trainieren.
Über die Vorteile und das Führen eines Traumtagebuchs ist schon viel geschrieben worden, aber über den Einsatz der Mind-Maps zur Verbesserung der Traumerinnerung habe ich bei meiner Recherche wirklich wenig gefunden. Das heißt, dass sich ein sehr spannendes Feld für eventuelle Forschungen auftut.

Vorteile eines MindMaps

In der Schule wurden MindMaps nur kurz angesprochen und erwähnt, dass man damit unheimlich gut Informationen gliedern könne. Mangels Interesse habe ich diese Methode allerdings nicht weiter verfolgt.
Später stieß ich durch Tony Buzans Bücher wieder auf das Thema und kann bestätigen, dass man, für einen Vortrag, einen Aufsatz oder Ähnliches seine Gedanken wirklich gut sortieren kann. Im Laufe meines Studiums habe ich einige Vorträge so strukturiert und war wirklich zufrieden.
Ein wirklicher Vorteil ist für mich die leichte Ergänzbarkeit der Maps. Wenn ich etwa einen irgendetwas plane, sei es ein Aufsatz, ein Artikel, ein Posting oder ein Vortrag, dann springen meine Gedanken zwischen den einzelnen Themen und Unterthemen ziemlich wild hin und her. Durch die Baumstruktur des MindMaps kann ich jederzeit noch einen Punkt, der mir gerade einfällt, notieren, ohne dass ich dafür aus dem Fluss gerate oder irgendwo zwischen vorherige Zeilen kritzeln müsste.
Und genau hier liegt für mich der Vorteil beim Erinnern und Aufschreiben meiner Träume:
Wenn man nach einem langen Traum aufwacht, dann kann man diesen ersteinmal  strukturieren und in eine logische Reihenfolge bringen, ohne einzelne Aspekte zu vergessen.
Manchmal habe ich beim Aufwachen nur das Ende des Traumes im Kopf und erst beim Aufschreiben erinnere ich mich an weitere Details. Hier hat das MindMapping dem Fließtext gegenüber eindeutig die Nase vorn.

Das Erstellen eines Mind-Maps 

Ich schreibe MindMaps gerne mit der Hand. Dafür nehme ich eine karierte Seite eines Collegeblocks quer und beginne sofort nach dem Aufwachen mit dem Notieren.
In die Mitte wird das zentrale Thema oder die Überschrift, die man dem Traum geben könnte, geschrieben. Alternativ kann man ein kleines charakteristisches Bildchen zum Thema malen oder zeichnen.

Von diesem Kern zweigen sich strahlartig die einzelnen Unterthemen bzw. Schlüsselwörtern ab, an die wieder wie verzweigte Äste weitere Details angrenzen.

Buzan legt auf großen Wert darauf, gute Schlüsselwörter zu finden, nach denen man das Mind-Map strukturiert.
Mir scheint bei der in diesem Fall das Praktischste, wenn man die Aufzeichnung nach den jeweiligen Orten, in denen sich der Traum abspielte, gliedert.

In der folgenden Abbildung ist ein kleines MindMap eines fiktiven Klartraums zu sehen.

Abb.1: Beispielmindmap


Je nach Zeit, die ich zur Verfügung habe, kann das Mind-Map beliebig ausführlich werden. Am Wochenende blättere ich die Seite um und schlafe noch einmal eine Runde, wochentags muss ich zur Arbeit und übertrage den Traum abends in mein normales Traumtagebuch. 

Weitere Anwendungen

In 'Kopftraining' geht Tony Buzan hauptsächlich auf die Anwendung der MindMaps zur Vorbereitung von Referaten und Examensarbeiten ein. Auf S.127 berichtet er von einigen Studenten, die mithilfe der MindMap-Technik ihre Examensarbeit in einem Drittel der üblichen Zeit fertiggestellt haben und dabei eine bessere Note als erwartet bekommen haben.
Ebenso kann das MindMapping als zeitsparende Möglichkeit genutzt werden, bei Vorlesungen und Meetings mitzuschreiben.


Siehe auch:
Traumerinnerung verbessern I
Traumerinnerung verbessern II
Traumerinnerung verbessern III
Traumerinnerung verbessern IV
Traumerinnerung verbessern V
Schnelleres Traumtagebuch

Kopftraining von Tony Buzan bei Amazon.de

Montag, 18. Juni 2012

Dokumentation über Träume / Luzide Träume auf Youtube

Warum träumen wir?

BBC Horizon hat eine ca. einstündige Dokumentation zum Thema Träume herausgebracht. Ab ca. Minute 50 geht es um klare Träume bzw. luzide Träume.

Aber auch sonst finde ich die Doku sehr sehenswert. 


Why do we dream? - BBC Horizon

 



Mittwoch, 13. Juni 2012

Gute Dokumentation über Klarträume auf Youtube

Im ARD-Youtube-Channel habe ich eine recht neue und auch wirklich sehr gute Dokumentation über Klarträume gefunden. Die Doku wurde am 08.06.2012 hochgeladen.
Viel mehr braucht man eigentlich  nicht zu sagen, das Video spricht für sich selbst:



Montag, 11. Juni 2012

Dreams of absent-minded transgression

Vor einiger Zeit habe ich noch geraucht und glücklicherweise mit ‘Endlich Nichtraucher’ von Allen Carr aufgehört. In der Zeit danach habe ich immer wieder geträumt, dass ich mir eine Zigarette anzünde und sie auch rauche. 
Meistens habe ich mir dann überlegt: „Hey, ich rauche doch gar nicht mehr, warum habe ich jetzt eine Zigarette in der Hand?“. Der Traum endete jedes Mal damit, dass ich überlegt habe, ob ich jetzt wieder süchtig werde, ob diese Zigarette die einzige gewesen ist, oder ob ich mir morgen gleich die nächste Schachtel kaufen werde. Jedenfalls habe ich immer beschlossen, dass es wohl besser gewesen wäre, wenn ich mir nie eine angezündet hätte. 

Dieses Phänomen tritt häufiger auf und hat sogar einen Namen: Dreams of absent-minded transgression (DAMT), also Träume von unaufmerksamem Rückfall.

Die englische Wikipedia zitiert eine Studie aus dem Jahr 1991, die von einem positiven Zusammenhang zwischen dieser Art von Träumen und dem erfolgreichen Aufgeben der Angewohnheit berichtet.[1]


[1] Dream of absent-minded transgression: An empirical study of a cognitive withdrawal symptom. Hajek, Peter; Belcher, Michael; Journal of Abnormal Psychology, Vol 100(4), Nov 1991



Donnerstag, 7. Juni 2012

Traumarbeit: Die vier Quadranten und die Symbol-Vertiefung

Hierbei handelt es sich wie schon in vorigen Postings um Techniken aus Strephon Williams' Buch 'Durch Traumarbeit zum eigenen Selbst'. Beide Übungen eignen sich gut, wenn man mehr über sich und seine Träume erfahren möchte.
  1. Die vier Quadranten 
    Diese Methode wird im Wachen durchgeführt und eignet sich besonders, wenn man einen ungelösten Traum hat bzw. einen Traum, in dem ein ungelöster Konflikt vorkommt. Mit dieser Technik kann man spontan auf neue Lösungen und Lösungsansätze kommen.
    Für die Durchführung braucht man ein großes Blatt Papier und einige Stifte:
    Nachdem man den Traum sich noch einmal in Erinnerung gerufen hat, zeichnet man auf das Blatt Papier einen großen Kreis und unterteilt diesen dann in vier Quadranten.
    Den noch ungelösten Traum, mit dem man arbeiten möchte, unterteilt man in drei Abschnitte, die man nacheinander in die jeweiligen Kreissegmente zeichnet, malt oder irgendwie bildlich darstellt.
    Hat man das beendet und ist beim vierten Quadranten angekommen, lässt man alle spontan auftauchenden Gedanken zur Lösung zu und zeichnet diese in den vierten Quadranten ein.




  2. Die vertiefende Betrachtung eines Symbols / Symbol-Amplifikation
    Diese Technik eignet sich ganz besonders, wenn ein Gegenstand oder ein Symbol aus einem Traum eine ganz besondere Bedeutung hatte und man gerne mehr über die Bedeutung erfahren möchte.
    Manchmal hat man auch wiederkehrende Träume von einem Symbol oder einem Gegenstand und wundert sich: ' Was mag das wohl bedeuten?'

    Mit dieser Technik kann man es ganz gut herausfinden.
    Für die Durchführung setzt oder legt man sich entspannt hin und ruft sich den Traum intensiv in Erinnerung. Schon nach kurzer Zeit wird man merken, dass man in einen traumartigen, dösigen Zustand gelangt und die inneren Bilder recht plastisch werden.
    Nun wendet man sich dem Symbol zu, über das man gerne mehr erfahren und mehr über dessen Bedeutung herausfinden möchte und lässt alle Gedanken und Assoziationen zu, die einem zu diesem Thema einfallen.
    In seinem Buch verwendet Strephon Williams zur Veranschaulichung ein Telefon.
    Nehmen wir also an, ich hätte von einem Telefon geträumt und würde gerne mehr erfahren, was das wohl bedeuten mag. Ich erinnere mich also an den Traum, gehe ihn gedanklich nocheinmal durch, bis ich zu der Stelle mit dem Telefon gelange und wende mich dann diesem zu. Dabei bleibe ich allen Gedanken und Assoziationen gegenüber offen.

    Wie sieht es aus? Wie fühlt sich das Telefon an? Welche Erfahrungen habe ich mit Telefonen gemacht? Welche Funktion erfüllt das Telefon in meinem Leben? Funktioniert es einwandfrei? Tauchen irgendwelche Bilder oder Szenen aus meinem Leben vor meinem geistigen Auge auf?

    Diese Übung kann man beliebig lange durchführen und die Ergebnisse bei Bedarf schriftlich festhalten.
    Man bemerkt meistens recht gut, ob man auf etwas Bedeutsames gestoßen ist, an dem Gefühl der Begeisterung, das sich einstellt.

Siehe auch:

Die Objektivierung des Traums
Das Traum-Ich beobachten
Das Zwiegespräch mit den Traumfiguren
Das Wiedererleben des Traums


Durch Traumarbeit zum eigenen Selbst bei Amazon.de

    Dienstag, 5. Juni 2012

    Nachtrag zur Frage: Sind Klarträume wissenschaftlich erwiesen?


    Der Beweis, dass klare Träume existieren, gelang einer Forschergruppe um Stephen LaBerge im Jahre 1981: Die Träumer sollten, sobald sie im Traum klar wurden, ein vorher vereinbartes Zeichen mit den Augen ausführen. Dieses ist auf dem Elektrookulogramm eindeutig zu erkennen. [1]

    Foto: Dreamunit.net
    Die Tatsache, dass geträumte Augenbewegungen im Großen und Ganzen mit den Bewegungen der Augen des realen Körpers übereinstimmen, ermöglichte weitere Untersuchungen.
    Daniel Erlacher konnte nachweisen, dass geträumte sportliche Aktivitäten eine Erhöhung der Herzfrequenz im Körper des Träumers zur Folge haben [2]. Auch in diesem Versuch wurden die Augensignale genutzt, um den Anfang und das Ende der sportlichen Anstrengung zu markieren.


    [1] LaBerge, S.; Nagle, L.; Dement, W.; Zarcone, V.:  Lucid dreaming verified by volitional communication during REM sleep,Perceptual & Motor Skills, 52, pp.727- 732.
    [2] Erlacher, Daniel; Schredl, Michael, Cardiovascular responses to dreamed physical exercise during REM lucid dreaming,  Dreaming, Vol 18(2), Jun 2008, 112-121.



    Siehe auch:
    Klartraum-FAQ I: Sind Klarträume wissenschaftlich erwiesen?