Donnerstag, 31. Mai 2012

Traumerinnerung: Schnelleres Traumtagebuch

Wenn man als Klarträumer sein Traumtagebuch gewissenhaft führt, kommt man schnell in ein Dilemma: Einerseits freut man sich, dass durch die gesteigerte Beschäftigung mit den Träumen die Traumerinnerung steigt, andererseits nimmt das Führen des Traumtagebuchs recht viel Zeit in Anspruch, da man schnell mal auf einige DIN-A-4-Seiten kommt.
Wie kann man also ein wenig Zeit sparen?

Stenographie / Stiefographie
Ich habe schon überlegt, eine Schnellschrift, etwa die klassische Stenographie oder die etwas einfacher zu lernende, wenn auch langsamere Stiefographie zu erlernen. Aber dann siegte doch meine Faulheit. Gegen Stenographie spricht außerdem, dass man keinen Kugelschreiber verwenden kann, da die Vokale unter anderem durch unterschiedlich dicke Striche dargestellt werden.

Bei beiden Systemen störte mich außerdem, dass die Rechtschreibung zu Gunsten der Schnelligkeit so vereinfacht wird, dass sie ihre Eindeutigkeit verliert. Auf Groß- und Kleinschreibung, Konsonantenverdopplung und dem Unterschied zwischen 'Ä' und 'E' wird verzichtet. So gibt es keinen Unterschied zwischen beten, Betten, bäten usw. Vielleicht gewöhnt man sich als erfahrener Schnellschreiber daran, mich hat es auf den ersten Blick etwas abgeschreckt. Vielleicht wage ich mich irgendwann nochmal an die Stiefographie.
Ein kurzes Tutorial zum Erlernen der Stiefographie findet man im Klartraumforum.de

Computerstenographie
Die Computerstenographie scheint eine interessante Alternative zur Stenographie zu sein, da man sie problemlos auf den Computer übertragen kann. Was mich persönlich noch stört, ist die fehlende Rechtschreibung, aber einige Elemente klingen sehr vielversprechend.

Dutton Speedwords
Zufällig stieß ich im Buch 'Mind Performance Hacks' von Ron Hale-Evans auf die Dutton Speedwords. Ähnlich wie in der Stenographie werden die wichtigsten Wörter durch Kürzel ersetzt. So wird aus 'the' ein 'l', aus 'and' wird '&'. Die Dutton Speedwords haben eine eigene Grammatik und können in gewissen Grenzen auch als internationale Plansprache, ähnlich wie Esperanto, verwendet werden.
Die Speedwords kann man auch in einem Online-Kurs nach dem Karteikartenprinzip lernen.

Yublin Shorthand
Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert das von Jon Aquino entwickelten Yublin Shorthand-System. Die 600 häufigsten englischen Wörter wurden ebenfalls durch (im englischen) einfach und logische Kürzel ersetzt. Für den deutschen Schreiberling hat dieses System lediglich den kleinen Nachteil, dass die Kürzel auf dem Englischen basieren und Wörter wie 'könnte' mit 'co' abgekürzt werden. Dieses System lässt sich ebenfalls bei Memrise kostenlos online lernen.

Greg Shorthand
Gregg Shorthand soll eine sehr schnelle Kurzschrift sein. Bis zu 280 Wörter pro Minute sollen erreicht werden, was in etwa dem zehnfachen der normalen Schreibgeschwindigkeit entspricht. Dabei soll diese Sprache auch noch schneller als andere Kurzschriften zu erlernen sein. Außerdem existieren noch Anpassungen an die Besonderheiten der unterschiedlichen Sprachen wie etwa Spanisch oder Deutsch.
Zusammengefasst kann man sagen: ein echtes Multitalent unter den Kurzschriften.
Gregg Shorthand angepasst an deutsche Aussprache

Eigene Kurzschriften
Mit ein wenig Kreativität kann man aus seinen eigenen Aufzeichnungen und einer Liste mit den 500 häufigsten deutschen Wörtern recht schnell ein eigenes Shorthand-System entwickeln. Wie akribisch man dieses System anwendet bleibt jedem selbst überlassen.
Allein die ersten 30 häufigsten Wörter  der deutschen Sprache machen bereits 31,8% des geschriebenen Textes aus, die häufigsten 207 Wörter machen bereits 54,4% des geschriebenen Textes aus. Hierbei wurde allerdings die deutsche Schriftsprache betrachtet. In Traumtagebüchern gelten natürlich andere Prioritäten als in der deutschen Verkehrssprache, so dass wahrscheinlich Wörter wie 'Uhr' oder 'Prozent' eher seltener vorkommen.

Wer sich die Arbeit nicht machen möchte, kann sich auch bei den Kürzeln der Computerstenographie ein wenig Inspiration holen. 

Ein User hat sich einmal die Mühe gemacht, die veröffentlichten Traumberichte im Dreamviews-Forum zu analysieren und als häufigste Wörter 'room, door, girl, outside, guy, walk, night, water, hand, car, building, dark, bed, old' ausgemacht.

Nun  sind der Kreativität keine Grenzen mehr gesetzt.

Siehe auch:
Traumerinnerung verbessern I
Traumerinnerung verbessern II
Traumerinnerung verbessern III
Traumerinnerung verbessern IV
Traumerinnerung verbessern V

Mind Performance Hacks bei Amazon.de

Sonntag, 13. Mai 2012

Traumarbeit: Das Wiedererleben des Traumzustandes I

In 'Durch Traumarbeit zum eigenen Selbst' beschreibt Strephon Kaplan Williams eine weitere sehr interessante Technik, mit der man kreativ mit seinen Träumen arbeiten kann:


Das Wiedererleben des Traumzustandes

Diese Technik entwickelte er um 1972 während seiner Arbeit mit Jugendlichen in einem Heim in Berkley. In seinem Buch bezeichnet er diese als eine der wichtigsten Methoden, die er im Laufe seiner Arbeit entwickelt hat.
Williams fiel im Zuge seiner therapeutischen Arbeit auf, dass die Träume der meisten Menschen zwar Konflikte wiederspiegelten, aber keine Lösungen aufzeigten oder zu einem befriedigenden Abschluss kamen.

So entwickelte er die Methode, einen bereits erlebten Traum nochmals erleben zu können und zu einem befriedigenden Abschluss zu bringen bzw. eine Lösung für ein bestehendes Problem zu finden.
Diese Herangehensweise ermöglicht es, direkt mit und in den Träumen zu arbeiten, anstatt sie lediglich zu deuten oder auszudrücken.

Das selbstständige Wiedererleben des Traumzustandes

Die Durchführung der Technik ist recht einfach, eigentlich so einfach, dass ich mich frage, warum nicht mehr Leute im Lauf der Geschichte auf diese Idee gekommen sind.
Man beginnt, indem man sich einen Traum, den man gerne wiedererleben möchte, aus der näheren Vergangenheit auswählt. Man sucht man sich einen ungestörten Ort und legt oder setzt sich bequem hin.
Mit ein paar entspannten Atemzügen kann man den Geist freimachen und sich in einen entspannten, offenen Zustand versetzen.
Nun kann man die Traumszene vor dem geistigen Auge neu erscheinen lassen. Man konzentriert sich auf die Situation und auf die Gegenstände im Traum und irgendwann lässt man die Traumhandlung von Neuem beginnen. Wie stark man die Traumbilder visualisiert ist wohl typabhängig. Manchen reicht ein Gefühl aus, zu wissen, dass die Traumpersonen da sind, andere erleben den Traum so intensiv, dass sie das Gefühl haben, sie befänden sich wieder mitten im Traumgeschehen.

In der aufsteigenden Traumszene kann man aktiv handeln und in die Szene eingreifen, oder aber den Traum geschehenlassen.
Das war schon alles, was man an Technik erklären kann. Es ist wirklich total einfach und man hat den Bogen schnell raus.
Die Erinnerung an den Traum scheint ein derart starker Anker zu sein, so dass man dadurch unheimlich schnell in einen meditativen, traumartigen Zustand gelangt.


Bei manchen wirkt die Technik besser, wenn sie etwas müde sind, bei anderen, wenn sie eher wach sind. Möglicherweise kann man mit etwas Übung und ausreichender Müdigkeit direkt wieder in einen Traum einsteigen (DEILD).

Strephon Williams gibt ein Beispiel aus seiner Therapiepraxis an, was mich doch ziemlich beeindruckt hat.[1]

[Die Träumerin] ging mit [ihrer] Mutter, die sie noch vor Einbruch der Nacht zu einem Gasthof bringen musste, eine Straße entlang. Doch Straßenarbeiter wollten sie nicht durchlassen, obwohl die Straße frei war. Sie bat sie um Erlaubnis, und sie gestattenten ihr das Weitergehen - unter der Voraussetzung, dass sie ihre Ausrüstung nicht anfasse.
 Die Träumende kam zu ihm in die Praxis, weil sie selbstsicherer und selbstbewusster auftreten möchte. Sie bekam in dieser Sitzung die Traumarbeitsaufgabe von Williams, diesmal nicht um Erlaubnis zu bitten, sondern einfach den Arbeitern zu sagen, dass sie jetzt hier hindurchgehen werde und das auch zu tun.
Sie glitt wieder in den Traumzustand und führte ihre Aufgabe aus und fühlt sich dabei sehr gut.  Während der nächsten Wochen schien ihr Unbewusstes auf den wiedererlebten Traum zu antworten und sie hatte folgende Träume [2]:
Ich bin in Paris und ging dieselbe Straße entlang, um an einen bestimmten Ort hinzugehen. Doch die Straße erwies sich als Sackgasse. Ich ließ mich aber davon nicht aufhalten, betrat das letzte Haus, stieg trotz der Einwände der Bewohner die Treppe hinauf und setzte meinen Weg fort.
und 
Ich war in meinem Heimatort in Frankreich und fuhr mit dem Velo durch eine enge Straße, die von zwei Autos blockiert wurde. Ich fuhr zwischen ihnen durch - ohne zu stoppen oder zu fragen. Dann kam ich zu einer mächtigen Mauer aus Steinen. Es schien kein Durchkommen zu geben. Aber es gab doch noch eine Tür, die sich leicht öffnen ließ. Ich schlüpfte durch- mit meinem Hund an der Leine. Auf der anderen Seite erblickte ich die Hügelzüge einer wunderschönen Landschaft. Auf eine Höhenzug stand eine kleine Hütte, in der ein Priester lebte. [...]
Beeindruckt hat mich, dass Träume sozusagen eine Art Antwort geben. Strephon Williams nennt das 'Bestätigungsträume'.
Die Träumerin erlebte nach diesen Sitzungen und den darauffolgenden Träumen einige Änderungen ihres Verhaltens im Wachleben. Sie traute sich mehr zu, setzte sich häufiger durch und übernahm spannende Aufgaben in ihrem Leben.

Das Wiedererleben des Traumzustandes unter Anleitung

Das Wiedererleben des Traumes unter Anleitung unterscheidet sich vom selbstständigen Wiedererleben nur dadurch, dass der Träumer mit einem Traumleiter Kontakt hält, während er den Traum von Neuem erlebt.
Das kann in einer Traumgruppe oder in einer Einzelsitzung, etwa bei einem Coach oder einem Therapeuten, aber auch mit einem guten Freund,  passieren.
Wichtig ist, dass die leitende Person sensibel auf die Stimmung des Träumers reagiert und ihn seine Erfahrung machen lässt. Es soll nur in Ausnahmefällen eingegriffen werden, um den Traum in Richtung einer Lösung zu lenken.
Der Träumer ist jederzeit frei, die Anweisungen oder Ratschläge des Leiters zu befolgen oder auch nicht. Dessen sollte sich der Leiter bewusst sein.

Robert Moss beschreibt in 'Fingerzeige des Schicksals' eine sehr ähnliche Technik, die er 'Wiedereintritt in den Traum' nennt. Er empfielt noch, während des Träumens langsames Trommeln, etwa in der Frequenz des Herzschlages, zu hören.

    Siehe auch

    Durch Traumarbeit zum inneren Selbst bei Amazon.de
    Fingerzeige des Schicksals bei Amazon.de
    Hypnagogic Report im Klartraum-Wiki

    Das Zwiegespräch mit den Traumfiguren
    Das Traum-Ich beobachten

    Anmerkungen

    [1] Williams, S. Durch Traumarbeit zum eigenen Selbst, S. 208
    [2] ebenda, S. 209

    Freitag, 4. Mai 2012

    Klartraum-Studie: Wieder Teilnehmer gesucht (Neue Untersuchung)

    Die Universität Mannheim sucht zur Untersuchung der WBTB-Methode noch Probanden. Die Untersuchung geht noch bis zum 15.05.2012 und es kann jeder mitmachen, Erfahrungen im Klarträumen sind nicht nötig.

    Untersucht wird, ob durch die kurze Unterbrechung des Nachtschlafs nach ca. 6 Stunden für einen Zeitraum von ca. 30 Minuten die Häufigkeit von Klarträumen gesteiegert werden kann. 

    Man muss sich nur den Fragebogen hier runterladen und ausdrucken. Alles Weitere steht dann in der Anleitung.

    Mittwoch, 2. Mai 2012

    Klartraumstudie: Teilnehmer gesucht!

    Wer macht mit bei der Online-Umfrage der Uni Heidelberg:
    Vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Studie über luzide Träume. In dieser Studie wollen wir verschiedene Aspekte der Klarheit im Traum erforschen. Dazu bitten wir Sie, einen luziden Traum von der letzten Nacht zu berichten und einige Fragen dazu zu beantworten. Die Bearbeitung des Fragebogens wird etwa 10-15 Minuten dauern. Alle Angaben, die Sie im Fragebogen machen, werden vertraulich behandelt und ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verwendet. Bitte beantworten Sie alle Fragen. Falls Sie sich bei manchen Fragen nicht ganz sicher sind, kreuzen Sie bitte die Antwort an, die am ehesten zutrifft. Vielen Dank für Ihre Teilnahme!
    Hier geht's zur Umfrage

    Der Datenschutz ist auch gewährt:
    Dies ist eine anonyme Umfrage.
    Die Daten mit Ihren Antworten enthalten keinerlei auf Sie zurückzuführende/identifizierende Informationen, es sei denn bestimmte Fragen haben Sie explizit danach gefragt. Wenn Sie für diese Umfrage einen Zugangsschlüssel benutzt haben, so können Sie sicher sein, dass der Zugangsschlüssel nicht zusammen mit den Daten abgespeichert wurde. Er wird in einer getrennten Datenbank aufbewahrt und nur aktualisiert, um zu speichern, ob Sie diese Umfrage abgeschlossen haben oder nicht. Es gibt keinen Weg die Zugangsschlüssel mit den Umfrageergebnissen zusammenzuführen.