Freitag, 15. September 2017

Erwartungshaltung und Selbsterfüllende Prophezeiungen beim Klarträumen

Gerade beim Lernen des Klarträumens spielt die Erwartungshaltung eine bedeutende Rolle.
In Situationen, die sich in die eine oder die andere Richtung entwickeln können, gibt die persönliche Erwartung häufig den entscheidenden Auslöser, einen Schubs in die eine oder andere Richtung. Dieses Phänomen bezeichnet man auch als 'sich selbst erfüllende Prophezeiung'.
Die Definition in der Wikipedia lautet:
„Die selbsterfüllende Prophezeiung ist anfänglich eine falsche Bestimmung der Situation, sie verursacht [aber] ein neues Verhalten, das bewirkt, dass die ursprünglich falsche Auffassung richtig wird. Die vordergründige Gültigkeit der selbsterfüllenden Prophezeiung führt eine Herrschaft des Irrtums fort. Denn der Prophet wird den tatsächlichen Gang der Dinge als Beweis dafür anführen, dass er von Anfang an recht hatte.“
Der Artikel in der Wikipedia führt das Konzept noch weiter aus und liefert viele einleuchtende und belegte Beispiele. Im folgenden möchte ich einige Beispiele aus der Klarträumerei anführen.
In diesem Artikel möchte ich ein paar Erfahrungen mit den selbsterfüllenden Prophezeiungen festhalten. Ich hoffe, dass wenn man die selbsterfüllende Prophezeiung als solche entlavt, sie ihre Macht verliert.

Stabilität

In der Community gab es eine hitzige Diskussion darüber, ob der erste Klartraum grundsätzlich sehr kurz sei. Person A behauptete, dass dies der Regelfall sei. Bei jedem, der von ihm das Klarträumen gelernt habe, sei dieser Effekt aufgetreten. Es stellte sich heraus, dass er genau das in sein Tutorial geschrieben hatte.
Klarträumer, die davon nichts gehört haben, erleben diesen Effekt nicht. Im Gegenteil - in 'Schöpferisch Träumen' schreibt Paul Tholey von Klartraumanfängern, die regelrecht klaustrophobisch wurden, weil sie aufzuwachen versuchten und es ihnen eine Zeitlang nicht gelang.


Meiner Erfahrung nach hat die Länge und Stabilität auch nichts mit der Klartraum-Erfahrung zu tun. Meine ersten Klarträume waren ebenfalls sehr lang und stabil. Wenn man noch mehr Stabilität im Klartraum haben möchte, kann man eine Stabilisierungstechnik anwenden.

Klarheit-bewahrende Techniken

Oft hört man in Diskussionen, dass man die WILD-Technik als Anfänger gar nicht zu versuchen braucht, weil sie so schwer sei. Das führt dazu, dass sich kaum Anfänger an Klarheit-bewahrenden Techniken versuchen. Das ist ein schönes Beispiel für eine selbsterfüllende Prophezeiung: Sehr wenige Anfänger haben Erfolg mit WILD-Techniken, einfach nur, weil sehr wenige Anfänger WILD-Techniken versuchen.


Ich vermute das Gegenteil: Bei WILD-Techniken kann man stetig auch kleine Erfolgserlebnisse erleben und sich darüber freuen, was die Motivation hoch hält. In Verbindung mit einem WBTB halte ich die neuen Ansätze wie SSILD oder FILD für effektiver und schneller.

Wirksamkeit der Techniken

Die Erwartungshaltung oder die Herangehensweise spielt auch bei der langfristigen Wirksamkeit der Klartraumtechniken eine Rolle. Ein Teil der Klarträumer hat das Paradigma, dass eine Klartraumtechnik wie eine Droge wirkt und dass sich gegen die Technik eine Art Toleranz entwickelt. Deshalb gehen sie von einer langfristigen Abnahme der Wirksamkeit der Techniken aus.
Die andere Gruppe sieht die Anwendung der Techniken als Training der Bewusstheit. Mit jedem Tag wird man bewusster, was durch die Neuroplastizität dafür sorgt, dass man langfristig immer bessere Erfolge erzielt und immer häufiger Klarträume bekommt - ähnlich wie ein Läufer immer ausdauernder wird und irgendwann einen Marathon oder Ultramarathon laufen kann.


Interessanterweise haben beide Gruppen recht. Beide Gruppen bekommen genau die Ergebnisse, die sie erwarten.

Erholung

Sind Klarträume so erholsam wie normale Träume? Gelegentlich höre ich die Befürchtung, dass man sich durch Klarträume nicht so gut erholen kann wie durch unbewusste Träume.
Hier scheint ebenfalls die Erwartungshaltung eine Rolle zu spielen: Wer erwartet, nach einem Klartraum schlecht erholt aufzuwachen, wird sich danach müde fühlen, wohingegen andere regelrecht euphorisiert in den Tag starten.


Albträume

Auch beim Inhalt der Klarträume scheint die Erwartungshaltung einen Einfluss zu haben. In seltenen Fällen befürchten Klartraum-Anfänger, dass die Luzidität zu Albträumen führen könnte und erleben diese dann auch. In wissenschaftlichen Studien hat sich jedoch genau das Gegenteil herausgestellt: Klarträume sind ein wirksames Mittel, um Albträume zu bekämpfen.
Besonders die von Paul Tholey entwickelte Methode, um Albträumen zu begegnen, hat sich als sehr wirksam erwiesen.

Seinen Namen aussprechen

Der Philosoph P.D. Ouspensky glaubte, dass man im Traum seinen eigenen Namen nicht aussprechen könne. Stephen LaBerge beschreibt die Erfahrungen einiger Klarträumer und Klarträumerinnen in Träume, was du Träumen willst und kommt zu folgendem Schluss:
[Abgesehen davon, dass ich hörte, wie meine Stimme meinen Namen aussprach, passierte nichts Ungewöhnliches.] Offesichtlich waren Ouspensky, Greens Testperson und [Patricia] Garfield von ihren vorherigen Erwartungen stark konditioniert gewesen. Dasselbe gilt natürlich für uns alle. Für Träume gilt noch stärker, was auch für das Leben im Wach zustand gilt: Wenn sie glauben, sie können es nicht, dann können sie es auch nicht. Wie Hentry Ford einst sagte: "Sie könne glauben, dass sie können, oder glauben, dass sie nicht können. Sie haben in jedem Fall recht. "

siehe auch:

Artikel über die Selbsterfüllenden Prophezeiungen in der Wikipedia
Artikel über den Pygmalion-Effekt in der Wikipedia
Macht der Erwartungshaltung - Podcast mit vielen Beispielen für selbsterfüllende Prophezeiungen
Der Schlüssel zum Klarträumen - Artikel von Silverbullet
So erschaffen wir unseren Erfolg selbst! // Alexander Hartmann



Donnerstag, 7. September 2017

Klartraumplausch VIII - Was macht deine bisher wichtigste Lektion im Klartraum aus

In der achten Ausgabe des Klartraum-Plauschs von Traumlektuere.com geht es um folgende Frage:

Was macht deine bisher wichtigste Lektion im Klartraum aus?

Das Besondere am Klarträumen ist für mich, dass man quasi im Vorbeigehen sehr wertvolle Erkenntnisse über sich erhält. Besonders schön finde ich dafür die Klartraumberichte aus Schöpferisch Träumen von Paul Tholey.
Ich selbst hatte einen emotional sehr intensiven Klartraum, in dem mir eine Traumfigur mittelfreundlich gezeigt hat, dass ich im Wachleben eine sehr unsympathische Angewohnheit habe. Als mir im Klartraum bewusst wurde, dass die Traumfigur recht hatte, hat mich das geschockt. Nach dem Aufwachen konnte ich aber mein Verhalten ändern.
Auch wenn die Lektion unangenehm bis schmerzhaft war, würde ich sie doch als meine wertvollste bezeichnen.

Siehe auch:

Alle Beiträge zum Klartraum-Plausch

Montag, 7. August 2017

Meditation der Woche - 12

Das Konzept der Meditation der Woche:
Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 12:

Ruhe gelöst im Körper - wie ein hohler Bambus





Wenn man still dasitzt, stellt man sich vor, man sei ein hohler Bambus - eine Röhre. Dieses Gefühl stellt sich sehr schnell ein und hat spannende Auswirkungen auf das Bewusstsein.
Diese Meditation wird sehr ausführlich im Buch Meditation - die erste und letzte Freiheit von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche

Montag, 31. Juli 2017

Meditation der Woche - 11


Das Konzept der Meditation der Woche:
Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 11:

Stelle dir vor, dass in deinem Herzen eine Flamme brennt und dein Körper nur der Lichtschein dieser Flamme ist.





Diese Übung kann man sehr gut in seinen Alltag integrieren.
Diese Meditation wird sehr ausführlich im Buch Meditation - die erste und letzte Freiheit von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche

Montag, 24. Juli 2017

Meditation der Woche - 10

Das Konzept der Meditation der Woche:
Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 10:

Blicke in einen Spiegel. Stelle dir vor, dass nicht du in einen Spiegel schaust, sondern dass dein Spiegelbild dich ansieht.





Diese Übung kann man sehr gut zwischendurch machen, z.B. wenn man gerade auf der Toilette war. Wie bei den Kippbildern hat man nach ein paar Versuchen den Bogen raus.
 Diese Meditation geht auf den Chinesischen Meister Lu-tsu zurück und wird sehr ausführlich im Buch Meditation - die erste und letzte Freiheit von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche
Die Welt des Tantra kostenlos (englisch)

Samstag, 22. Juli 2017

The Titanium Lucid Dreaming Program

Ich arbeite gerade an einem umfassenderen Klartraum-Trainingsprogramm, das auch die Biologie, Ernährung und den Lebensstil berücksichtigt.

Wer schon ein paar erste Einblicke bekommen möchte, kann auf den Link unten klicken. 

Hier der Link

Das Werk wird am Ende natürlich unter einer Creative-Commons-Lizenz erscheinen.

Montag, 17. Juli 2017

Meditation der Woche - 9

Das Konzept der Meditation der Woche:
Jede Woche wird eine Meditationsform vorgestellt, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.
Jeden Tag kann man diese über den Tag verteilt zwischen zehn- und zwanzigmal nach Belieben durchführen, z.B. in Verbindung mit den Reality Checks. Bereits eine Minute oder auch nur ein kurzer Moment hat schon eine beachtliche Wirkung.

Woche 9:

Empfinde den Kosmos als durchsichtige, ewiglebende Präsenz






Dieser Übung nähert man sich am besten intuitiv - Einfach machen! Nach ein paar Versuchen hat man den Kniff raus und dann ist es klar.
Diese Meditation stammt aus dem indischen Vigyan Bhairav Tantra. Sie wird sehr ausführlich im Buch Das Mysterium der Liebe von Osho beschrieben.

Siehe auch:

Alle Meditationen der Woche
Die Welt des Tantra kostenlos (englisch)